Deutschland, amtlich Bundesrepublik Deutschland, Staat in Mitteleuropa, mit (2019) 83,1 Mio. Einwohnern;

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Geografie

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Landschaft

Deutschland grenzt im Norden an die Nordsee, Dänemark (Grenzlänge 67 km) und die Ostsee, im Osten an Polen (442 km) und die Tschechische Republik (811 km), im Süden an Österreich (816 km, ohne Bodensee) und die

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Norddeutsches Tiefland

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Lüneburger Heide. Ausgedehnte, teils geschützte Heideflächen prägen die alte Kulturlandschaft im Norddeutschen Tiefland.

Das Norddeutsche Tiefland reicht in der Niederrheinischen Bucht und der Westfälischen Bucht sowie in der Leipziger Tieflandsbucht weit nach Süden. Es ist durch das skandinavische Inlandeis überprägt worden, das während des Pleistozäns mehrmals vordrang. Nach dem Zeitpunkt der Eisbedeckung unterscheidet man Jung- und Altmoränengebiet (Moräne). Von der Eiszeit zeugen in Norddeutschland (bis zu den Mittelgebirgen) Marschen

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Mittelgebirgsland

Das Mittelgebirgsland geht auf die variskische Gebirgsbildung zurück. Es ist ein stark gekammertes Rumpfschollen- und Schichtstufenland mit Einbruchsbecken und Senken, durch Flüsse mit teils breiten Tälern stark gegliedert. Zum Rheinischen Schiefergebirge im Westen gehören linksrheinisch die Eifel mit Hohem Venn sowie der Hunsrück, rechtsrheinisch der Taunus, der Westerwald mit dem Siebengebirge, das Bergische Land, das

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Alpenvorland und Alpen

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Alpen. Bergpanorama hinter dem Bodensee.

Das bis an die Donau reichende Alpenvorland, eine von Tertiärsedimenten erfüllte Alpenrandsenke, ähnelt wegen der Überdeckung mit eiszeitlichen Ablagerungen dem Norddeutschen Tiefland. Als wellige

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Klima

Deutschland liegt in der gemäßigten Klimazone im Bereich der Westwindzone und nimmt eine Mittellage ein zwischen dem maritimen Klima Westeuropas und dem Kontinentalklima Osteuropas. Von Nordwesten nach Südosten bzw. von Westen nach Osten nehmen die kontinentale Klimakomponenten zu. Charakteristisch sind Westwetterlagen: Ostwärts ziehende Tiefdruckgebiete führen feuchte Luftmassen vom Atlantik

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Vegetation

Deutschland liegt in der mitteleuropäischen Zone der sommergrünen Laubwälder. Auffallend ist die Artenarmut der natürlichen Vegetation. Durch den Einfluss der pleistozänen Kaltzeiten mit großer Inlandeisausbreitung und die durch die Alpen erschwerte Wiedereinwanderung starben zahlreiche kälteempfindliche Arten aus. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verarmte die Pflanzenwelt durch Intensivierung der Landwirtschaft, Industrialisierung, Verstädterung und Zersiedelung weiter.

Flora und Fauna

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Tierwelt

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Rothirsch

Die Tierwelt in Deutschland umfasst etwa 45 000 Arten und setzt sich überwiegend aus den für den westlichen Teil der eurasischen Waldzone typischen Arten zusammen, wobei von Westen nach Osten der Anteil an atlantisches Klima gebundener Arten zugunsten von kontinentalen Arten deutlich abnimmt. Die Intensivierung der Landnutzung hat zu erheblichen Veränderungen der Tierwelt geführt, zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht

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Landesporträt

Deutschland ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa mit Berlin als Hauptstadt. Drei Großlandschaften lassen sich unterscheiden: Das eiszeitlich geformte Norddeutsche Tiefland erstreckt sich von den Küsten der Nordsee und der Ostsee bis zum Harz, Weserbergland und Teutoburger Wald. Dort beginnt das Mittelgebirgsland. Nach Süden reicht es bis zur Schwäbischen Alb und Fränkischen Alb, seine Grenze im Westen bildet das Rheinische Schiefergebirge und im Osten das Erzgebirge. Das Alpenvorland südlich der Donau ist ein Jungmoränenland mit großen Seen. Im äußersten Süden schließt

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Gesellschaft

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Bevölkerung

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Berlin. Die Skyline der deutschen Hauptstadt wird überragt vom 386 m hohen Fernsehturm, dem höchsten Gebäude Deutschlands.

Deutschland ist der bevölkerungsreichste Staat innerhalb der Europäischen Union. Die Einwohnerzahl zeigt aufgrund von Wanderungsgewinnen eine leicht steigende Tendenz. Dennoch wird sie sich nach Vorausberechungen ab ca. 2030 vor allem aufgrund der niedrigen Geburtenrate (2019: 1,54) kontinuierlich verringern. Steigenden Geburtenzahlen (ab 2012) steht eine stark wachsende Zahl von Sterbefällen gegenüber, sodass sich die Schere zwischen Geborenen und Gestorbenen weiter öffnet. Der demografische Wandel

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Religion

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Dom zu Speyer. Die dreischiffige Basilika (1027/30–1106) ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Sie gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der Krypta sind u. a. die Kaiser der Salier-Dynastie begraben.

Das Grundgesetz (Artikel 4 und 140) verpflichtet den Staat zu Toleranz, Neutralität

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Politik und Recht

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Politik

Die staatliche Ordnung wird durch das am 8.5.1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossene, am 23.5.1949 verkündete Grundgesetz (GG) bestimmt. Durch den Deutschlandvertrag bzw. die Pariser Verträge erhielt die Bundesrepublik Deutschland am 5.5.1955 die Stellung eines souveränen Staates. Die letzten hoheitsrechtlichen Vorbehalte der Alliierten wurden durch den Zwei-plus-vier-Vertrag vom 12.9.1990 aufgegeben.

Deutschland ist ein Bundesstaat. Sowohl der Bund als Ganzes als auch die Länder sind »Staaten« mit eigener Staatsgewalt und eigenem Staatsgebiet (Föderalismus). Die Staatsgewalt der Länder wird durch die Verpflichtung gegenüber

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge und die Handelsflagge sind schwarz-rot-golden längs gestreift, ebenso die Bundesdienstflagge, in deren Mitte sich das

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Parteien

Im Rahmen des parlamentarischen Systems treten v. a. sieben Parteien hervor: Christlich

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Gewerkschaften

Wichtigster Dachverband der Gewerkschaften ist der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund). Daneben bestehen

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Militär

Die Streitkräfte tragen den offiziellen Namen Bundeswehr.

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Verwaltung

Deutschland besteht aus 16 Bundesländern. Bund und Länder haben getrennte Verwaltungen (Bundesverwaltung, Bundesaufsicht). Auf einigen Gebieten verfügt der Bund über Verwaltungen

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Recht

Die Rechtsordnung besteht aus Bundes- und Landesrecht. Das Bundesrecht beruht vielfach auf Kodifikationen, die am Ende des

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Bildungswesen

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Schulpforta. Seit 1543 ist in den ehemaligen Klostergebäuden in Pforta (Bad Kösen) eine Landesschule – heute auch ein Internat – untergebracht. Zahlreiche berühmte Absolventen, darunter Nietzsche, Fichte und Klopstock, erhielten hier ihre schulische Ausbildung.

Das Bildungswesen unterliegt der Kulturhoheit der Länder. Der Erlass von Vorschriften über die Schularten, über die Einrichtungen und Grundsätze der Lehrerbildung, die Mitwirkung der Eltern, die Rechtsstellung der Schulen, wissenschaftliche Hochschulen einschließlich der theologischen Fakultäten, Fachhochschulen usw. ist im Wesentlichen den Ländern überlassen. Der Bund

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Medien

Die Pressefreiheit wird im Grundgesetz (Artikel 5 Abs. 1) garantiert; Näheres regeln die Pressegesetze der Länder. Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit und des Zensurverbots sind ausdrücklich nur durch allgemeine Gesetze etwa zum Jugendschutz und zum Schutz der persönlichen Ehre erlaubt. 

Presse: Nach 1945 entwickelte sich in der Bundesrepublik schnell ein vielfältiges Pressewesen, das jedoch seit den 1970er-Jahren starken Konzentrationsprozessen unterworfen ist. Zehn Mediengruppen (u. a. die Axel Springer SE sowie die Verlagsgruppen Südwestdeutsche Medienholding, Funke-Mediengruppe, Madsack Mediengruppe, DuMont Mediengruppe, Ippen Mediengruppe,

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Deutschland gehört zu den am höchsten entwickelten Industriestaaten (G 20) und zu den exportstärksten Staaten der Welt. Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt es im internationalen Vergleich hinter den USA, China und Japan an 4. Stelle.

Auf dem heutigen Gebiet Deutschlands existierten bis zur deutschen Wiedervereinigung am 3.10.1990 zwei Staaten, die mehr als 40 Jahre lang wirtschaftlich und politisch getrennt waren. Mit der Schaffung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1.7.1990 wurde die DDR aus dem System des planwirtschaftlich organisierten Güteraustauschs mit starker

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Landwirtschaft

In Deutschland wird etwa die Hälfte des Bodens landwirtschaftlich genutzt. Mit 639 000 Personen (2019) waren 1,4 % aller Erwerbstätigen im Agrarsektor beschäftigt (ohne Saisonarbeitskräfte). Der Anteil der Landwirtschaft (einschließlich Fischerei und Forstwirtschaft) am Bruttoinlandsprodukt beträgt weniger als 1 %. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging von 1991 bis 2019 um die Hälfte auf 266 500 zurück; die durchschnittlich bewirtschaftete Fläche beläuft sich auf 62 ha. Mehr als die Hälfte der Betriebe werden im Nebenerwerb geführt. Während im früheren Bundesgebiet bäuerliche Familienbetriebe vorherrschen, wurde in

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Industrie

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Volkswagen AG. Die 2002 eröffnete »Gläserne Manufaktur« in Dresden gehört zu den kleineren Produktionsstandorten der Volkswagen AG, des nach Umsatz und Beschäftigtenzahl

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Bodenschätze

Deutschland ist arm an Rohstoffen. Ausnahmen sind ergiebige Lagerstätten von Braunkohle (drittgrößte wirtschaftlich nutzbare Vorkommen der Erde), Steinkohle und Salz (Kali-, Stein- und Siedesalz). Die größten Braunkohlenlagerstätten befinden sich in der Niederrheinischen

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Energiewirtschaft

Bei der Primärenergieerzeugung ist Deutschland zu rund zwei Dritteln auf Einfuhren angewiesen. Der Gesamtverbrauch sinkt allerdings seit 2007, vor allem aufgrund von Einsparung und

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Dienstleistungssektor

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Potsdamer Platz in Berlin. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde aus dem verödeten Areal an der einstigen Berliner Mauer ein modernes Geschäfts- und Unterhaltungszentrum. Der Potsdamer Platz war zeitweilig die größte Baustelle Europas.

Im Dienstleistungssektor sind drei

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Verkehr

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ICE. Der Hochgewindigkeitkeitszug ICE erreicht auf der Schnellverkehrsstrecke zwischen Frankfurt (Main) und Köln teils mehr als 300 km/h.

Die deutsche Wiedervereinigung und die europäische Integration, insbesondere der Beitritt ostmitteleuropäischer Staaten,  führten zu einem starken Anstieg des Verkehrsaufkommens. Mit dem massiven

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Geschichte

Das Gebiet des heutigen Deutschland ist seit der Steinzeit besiedelt (Mitteleuropa). In der Eisenzeit war der Süden ein Kernraum der Kelten, die bis zur Zeitenwende aus dem Norden von germanischen Völkerschaften verdrängt wurden. Ab 50 v. Chr. beherrschte das Römische Reich den Raum links des Rheins und südlich der Donau. Die von den Römern gegründeten Städte sind die ältesten Deutschlands. Im Zuge der Völkerwanderung ab dem 4. Jahrhundert n. Chr. schufen die Franken ein Herrschaftsgebiet (Fränkisches Reich), das unter Chlodwig I. christianisiert wurde

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Kultur

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Himmelsscheibe von Nebra

Zeugnisse aus der Altsteinzeit im Gebiet des heutigen Deutschland lassen auf eine frühe Besiedelung durch Homo heidelbergensis und der Neandertaler schließen. Nach der letzten Eiszeit trafen sich in Mitteleuropa nomadische und jungsteinzeitliche Ackerbaukulturen (Schnurkeramik, Glockenbecherkultur) sowie bronzezeitliche Kulturen (ab 2000 v. Chr.). Jungsteinzeit und Bronzezeit hinterließen teils spektakuläre Funde wie das Sonnenobservatorium von Goseck, die Himmelsscheibe von Nebra und den Goldhut von Schifferstadt. Im Voralpenland wurden ab dem 4. Jahrtausend v. Chr.

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Quellenangabe
Brockhaus, Deutschland. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/deutschland