Frankreich, französisch La France [-frãːs], amtlich République Française [repyˈblik frãˈ

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Landesporträt

Frankreich ist eine Republik in Westeuropa. Im Großraum der Hauptstadt Paris lebt ein Fünftel der Bevölkerung. Große Beckenlandschaften im Norden (Pariser Becken) und Süden (Aquitanisches Becken) werden durch Mittel- und Hochgebirge bzw. den Atlantik begrenzt. Es gibt zahlreiche Flüsse, aber

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Geografie

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Landschaft

Frankreich erstreckt sich vom Atlantischen Ozean im Nordwesten (Ärmelkanal) und Westen bis zum Mittelmeer im Süden. Im Südwesten reicht es bis auf den Kamm der Pyrenäen (im Pic de Vignemale 3 298 m über dem Meeresspiegel), über die auch die Grenzen zu Andorra und Spanien verlaufen. Im Südosten trifft das Staatsgebiet auf die Westalpen (Mont Blanc, 4 810 m über dem Meeresspiegel) mit den Grenzen zur Schweiz und nach Italien und im Osten auf die Oberrheinische Tiefebene (Elsass, Deutschland). Im Nordosten reicht Frankreich bis

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Klima und Vegetation

Das Klima Frankreichs, bedingt durch seine Lage im Westen Europas und die durch die Reliefgestaltung vorgegebene Öffnung gegen den Atlantischen Ozean, ist weitgehend vom atlantischen Typus bestimmt und frei von größeren Gegensätzen. Nur der schmale Saum am Mittelmeer, der in der Rhônesenke eine starke Einbuchtung

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Trotz Zugehörigkeit zu unterschiedlichen ethnischen und sprachlichen Gruppen ist die seit langer Zeit zentralistisch regierte Bevölkerung zu einem einheitlichen Volk mit stark ausgeprägtem Nationalbewusstsein zusammengewachsen. Die französische Sprache wird von fast allen Einwohnern als Muttersprache gesprochen. Jedoch koexistieren mit dem Französischen nicht französische Regional- oder ethnische Sprachen; die Zweisprachigkeit betrifft etwa 15 Mio. Menschen. Die okzitanische Sprache (Langue d'oc), von der aquitanischen Küste bis

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Religion

Die Verfassung (Artikel 2) garantiert die Religionsfreiheit und stellt alle Religionsgemeinschaften rechtlich gleich. Seit 1905 besteht eine strikte gesetzliche Trennung von Staat und Kirche. Einen staatskirchenrechtlichen Sonderstatus besitzen das Elsass und ein Teil von Lothringen (Moselle), die 1905 als Reichsland Elsass-Lothringen (von 1871 bis 1918) dem Deutschen Reich angehörten. Die Grundlage der Beziehung Staat–Kirche

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Politik und Recht

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Politik

Die Verfassung der Fünften Republik vom 4. 10. 1958 (mehrfach, zuletzt 2008, geändert) zeichnet sich formell dadurch aus, dass wichtige Regelungen verfassungsergänzenden Gesetzen überlassen sind, den »Lois organiques«, die im Wesentlichen in den ersten vier Monaten nach Inkrafttreten der Verfassung als gesetzesvertretende Verordnungen (ordonnances) von der Regierung erlassen wurden. Inhaltlich bemerkenswert ist die deutliche Abkehr von der republikanisch-parlamentarischen Verfassungstradition der Dritten und Vierten Republik hin zu einer Regierungsform, die ausgeprägte präsidiale Elemente enthält und in der Regierung und Parlament personell streng

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge ist die Trikolore in Blau, Weiß und Rot. Sie entstand in der Zeit der Französischen Revolution, als König Ludwig XVI. die Pariser Stadtfarben (Blau

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Parteien

Frankreich verfügt über ein breit gefächertes Parteiensystem, in dem es häufig zu Abspaltungen, Neugründungen und Fusionen kommt. Zum linken Spektrum gehören v. a. der Parti Socialiste (PS, deutsch Sozialistische Partei, gegründet 1969), der Parti Communiste Français (PCF, deutsch Französische Kommunistische Partei, gegründet 1920), die linkssozialistische, globalisierungskritische Bewegung La France Insoumise

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Gewerkschaften

Kennzeichnend für die heutige französische Gewerkschaftsbewegung, die ursprünglich stark anarchosyndikalistisch geprägt war, ist ihre Basisnähe, ihre relative Schwäche (gewerkschaftlicher Organisationsgrad der Arbeitnehmer: rd.

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Militär

Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee (2001 Suspendierung des allgemeinen Wehrpflicht) beträgt 229 000 Soldaten, die der paramilitärischen Gendarmerie nationale etwa 100 000 Mann. Der Frauenanteil beträgt ca. 19 %; Frauen dienen nicht in der Fremdenlegion, auf U-Booten und

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Verwaltung

Der Aufbau der französischen Verwaltung ist auch nach dem Dezentralisierungsgesetz von 1982 zentralistisch geprägt. An der Spitze der Verwaltung stehen die Minister. Im Weiteren ist das Mutterland in 13 Verwaltungsregionen (autonome

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Recht

Gerichtsverfassung: Zivilprozesse beginnen je nach Größe des Falles entweder vor einem Amtsgericht (Tribunal d'Instance) oder einem Landgericht (Tribunal de Grande Instance). Daneben bestehen Handelsgerichte (Tribunaux de Commerce), Arbeitsgerichte (Conseils de Prud'hommes) und Sozialgerichte (Tribunaux des Affaires de Sécurité sociale). Berufungen gehen immer an ein Appellationsgericht (Cour d'Appel), Revisionen zum Kassationshof (Cour de Cassation) in Paris. Erstinstanzliche Strafgerichte sind das Tribunal de Police (Einzelrichter) für Übertretungen, das Tribunal correctionnel (Kammer) für Vergehen und das Schwurgericht

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Bildungswesen

Schulpflicht besteht vom 6. bis 16. Lebensjahr. Das Schulwesen ist gegliedert in die freiwillige, kostenfreie öffentliche Vorschule (École maternelle), die Primarschule (École primaire, auch École élémentaire genannt) sowie die Sekundarstufen I (Collège, vier Schuljahre) und II (Enseignement du second degré; verschiedene Formen des Lycée: zwei oder drei Schuljahre). Die École maternelle ist eine in Lesen, Schreiben

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Medien

Die Pressefreiheit wurde 1881 in der Verfassung verankert. – Presse: Die französische Zeitungsbranche steht unter Druck. Die Gratispresse (u. a. »Metro«, »20 minutes«), die Konkurrenz von kostenlosen Nachrichtenportalen im Internet, sinkende Auflagen- und Leserzahlen sowie geringere Werbeeinnahmen führen zu hohen finanziellen Verlusten bei den Zeitungsverlagen, die nur teilweise durch die staatliche Presseförderung aufgefangen werden konnten. Kooperationen, Fusionen und Übernahmen durch branchenfremde Unternehmen waren die Folge dieses Strukturwandels.  – Anders als

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Mit einem Bruttonationaleinkommen (BNE) je Einwohner von (2017) 37 970 US-$ nimmt Frankreich in der Rangfolge der Industrieländer und der EU-Staaten einen Platz im oberen Drittel ein. Der Übergang von einem Agrarstaat zu einer modernen und führenden Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft vollzog sich relativ langsam.

Nach 1945 befand sich die bis dahin agrarisch-kleinindustriell geprägte französische Wirtschaft in einem beschleunigten Prozess der nachholenden Industrialisierung und Modernisierung (besonders gegenüber der Bundesrepublik Deutschland) unter den Bedingungen einer 1946 eingeführten korporativistisch organisierten gesamtwirtschaftlichen Rahmenplanung. Mit diesem

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Bodenschätze

Frankreich verfügt über Vorräte an Bauxit, Blei, Zink, Barium und Wolfram. Die einst bedeutende Förderung von Eisenerz, Kohle und Uran wurde

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Landwirtschaft

Trotz ihres anhaltenden Schrumpfungsprozesses und Strukturwandels ist die Landwirtschaft für die französische Volkswirtschaft nach wie vor von großer Bedeutung. Auch wenn nur noch rd. 3 % (1962: 20 %; 1975: 9,5 %) aller Erwerbspersonen in der Landwirtschaft beschäftigt sind und die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei (2017) an der Entstehung des BIP nur mit rund 2 % beteiligt sind, ist Frankreich der größte Produzent landwirtschaftlicher Erzeugnisse aller EU-Länder und weltweit größter Exporteur von Agrarprodukten. Wichtigste landwirtschaftliche Ausfuhrgüter sind Getränke

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Industrie

Im produzierenden Gewerbe sind rd. 22 % aller Erwerbstätigen beschäftigt. Der Beitrag zum BIP betrug (2014) 19,4 %. Die Industrie erzeugt zu rd. einem Drittel Halbfertigprodukte. Fertigwaren der Kraftfahrzeug-, Investitions- und Konsumgüterindustrie sind zu knapp 70 % am gesamten Produktionswert beteiligt. In der Flugzeugindustrie mit ihrem Zentrum in Toulouse für den zivilen und in Toulouse sowie Bordeaux für den militärischen Bereich ist Frankreich neben Großbritannien und Deutschland in Europa führend und nimmt eine bedeutende

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Energiewirtschaft

Seit Mitte der 1970er-Jahre ist die Energiepolitik darauf ausgerichtet, die Abhängigkeit des Landes von der Energieeinfuhr, insbesondere vom Erdöl, zu vermindern.

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Dienstleistungssektor

Der in Frankreich traditionell starke Dienstleistungssektor ist ein wachsender Bereich mit einem Anteil am BIP von (2014) 78,9 % und an

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Verkehr

Trotz relativ geringer Bevölkerungsdichte verfügt Frankreich über ein gut ausgebautes Straßen- und Eisenbahnnetz, das auf Paris ausgerichtet ist. Frankreich übt für Spanien und Portugal aufgrund seiner geografischen Lage wichtige Transitfunktionen aus. Das Straßennetz hat eine Länge von 1,03 Mio. km (ohne landwirtschaftliche Wege); davon sind 11 416 km Autobahnen (in der Regel gebührenpflichtig). Die Motorisierungsdichte liegt (2012) bei 499 Pkw je 1 000

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Geschichte

Der Name Frankreich leitet sich von den germanischen Franken ab, die in der Spätantike das romanisierte Gallien besiedelten. Karl der Große schuf ein Großreich, aus dessen westlichem Teil sich schließlich Frankreich entwickelte. In dem zeitweise mit der englischen Monarchie verbundenen Feudalstaat (Angevinisches Reich) stärkten die Könige ihre Macht auf Kosten der

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Kultur

Auf dem Boden des heutigen Frankreich hinterließ der Mensch mit Höhlenmalereien (Lascaux, Chauvet) früheste künstlerische Zeugnisse. Spektakuläre Hinterlassenschaften der Megalithkultur finden sich in der Bretagne (Bretonische Kunst). Diese Region hat wie das Baskenland (Baskische Literatur) und Teile Südfrankreichs (Okzitanische Literatur) zeitweise eine eigene kulturelle Entwicklung genommen. Der Raum, in dem sich die französische Kunst entfaltete, waren das Westfrankenreich und Burgund, die Impulse der gallorömischen Kultur (Gallien) sowie

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Literatur

Kempf, U., Das politische System Frankreichs (Wiesbaden 52017)
Kepel, G., Der Bruch. Frankreichs gespaltene
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Quellenangabe
Brockhaus, Frankreich. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/frankreich