Russland, Russische Föderation, Abkürzung RF, Russländische Föderation, amtlich russisch Rossiskaja Federazija,

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Landesporträt

Die Russische Föderation ist eine präsidiale Republik in Osteuropa und Nordasien. Hauptstadt ist die Millionenmetropole Moskau. Russland ist mit einer Fläche von 17,1 Mio. km² fast doppelt so groß wie die USA und der mit Abstand größte Staat der Erde. Drei Viertel des Landes bestehen aus Ebenen. Der Westen

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Geografie

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Landschaft

Das Land grenzt im Nordwesten an NorwegenFinnlandEstland und Lettland sowie mit der Exklave des Gebiets Kaliningrad an Litauen und Polen; im Westen und Südwesten des europäischen Teils an Weißrussland und die Ukraine; im Süden an Georgien und Aserbaidschan (in Kaukasien) sowie an Kasachstan; im östlichen Süden des asiatischen Teils grenzt Russland an die Mongolei, an China und am Japanischen Meer auf wenigen Kilometern an Nord-Korea. Meeresküsten besitzt Russland zur Ostsee, zum SchwarzenAsowschen und Nordpolarmeer

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Klima

Russland hat Anteil an sehr unterschiedlichen Klimazonen, vom Bereich des arktischen Klimas entlang der Nordküste bis zum feuchtsubtropischen Klima an der Schwarzmeerküste in der Region Krasnodar. Der größte Teil des Landes gehört jedoch

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Vegetation

Fast 50 % der Fläche Russlands sind waldbedeckt. Tundra, Sümpfe, Seen und Hochgebirge nehmen rd. ein Viertel der Fläche ein.

Die arktischen Inselgruppen liegen zum größten Teil im Gürtel der polaren Kältewüsten, ebenso der Norden der Halbinsel Taimyr und Teile des Anadyrberglands. Die Tundrenzone, die sich in einem 50 km (im europäischen Teil) bis 300 km (im asiatischen Teil) breiten Streifen von Westen nach Osten erstreckt, hat fast immer eine zusammenhängende Vegetationsdecke aus Flechten, Moosen, Zwergbirken, Zwergsträuchern, sommergrünen Halbsträuchern und ausdauernden

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Tierwelt

Im klimatisch gemäßigten europäischen Teil des Landes gibt es noch zahlreiche Ähnlichkeiten mit der Tierwelt Mitteleuropas, während sich die Fauna Sibiriens nach Osten hin mehr und mehr von dieser unterscheidet. Große Unterschiede bestehen aber auch zwischen der arktisch-borealen Fauna des Nordens, der der kontinental-subtropischen Wüsten und Steppen des Südens und der Tierwelt der Hochgebirge. Unter den Bewohnern der arktischen Zone, der Tundren und ausgedehnten borealen

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Nach der Volkszählung von 2010 haben die Russen einen Anteil von 80,9 % an der Bevölkerung. Unter den mehr als 200 ethnischen Minderheiten bilden die Tataren mit 3,9 % die größte ethnische Gruppe, gefolgt von den Ukrainern (1,4 %), Baschkiren (1,2 %), Tschuwaschen (1,1 %), Tschetschenen (1,0 %), Armeniern (0,9 %), Awaren (0,7 %), Mordwinen und Kasachen

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Religion

Die Verfassung (Artikel 28) garantiert die Religionsfreiheit, folgt dem Grundsatz der Trennung von Staat und Religion und schließt die Etablierung einer Staatsreligion ausdrücklich aus (Artikel 14). Die Religionsgemeinschaften unterliegen auf föderaler und lokaler Ebene der Pflicht der staatlichen Registrierung. Rechtliche Grundlage der staatlichen Religionspolitik ist das Religionsgesetz der Russischen Föderation (in Kraft seit 24. 9. 1997). Seine Präambel hebt den speziellen Beitrag der russisch-orthodoxen Kirche am Aufbau des russischen Staatswesens und an der Entwicklung des Geistes und der Kultur Russlands hervor. Christentum, Islam,

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Politik und Recht

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Politik

Nach der durch Referendum vom 12. 12. 1993 angenommenen Verfassung (in Kraft seit 25. 12. 1993; danach Änderungen) ist Russland eine föderative Republik mit Präsidialsystem. Menschen- und Bürgerrechte sind formal garantiert.

Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Vorsitzender des Sicherheitsrats ist der mit weitgehenden Vollmachten ausgestattete Präsident der Republik (für 6 Jahre direkt gewählt; einmalige unmittelbare Wiederwahl zulässig). Im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich, der zweite Wahlgang dient als Stichwahl. Der Präsident bestimmt die Richtlinien der Politik, kann

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Nationalsymbole

Die heute gültige Nationalflagge entspricht der Handelsflagge des Zarenreichs; sie wurde während des Putsches im August 1991 wieder eingeführt. Sie zeigt drei gleich hohe waagerechte

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Parteien

Das Parteiensystem war bis 2001 stark aufgefächert; nach Verabschiedung des neuen Parteiengesetzes

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Gewerkschaften

Als Nachfolgeorganisation des »Zentralrates der sowjetischen Gewerkschaften« wurde 1990 die »Föderation

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Militär

Die Gesamtstärke der Armee (Wehrdienstdauer seit 2008 12 Monate) beträgt rund 771 000 Mann. An paramilitärischen Einheiten stehen rund 489 000 Mann zur Verfügung, u. a. 170 000 Mann der »Inneren Truppen« (dem Innenministerium unterstellt) und 160 000 Mann Grenztruppen (direkt dem Präsidenten unterstellt). Im März 2016

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Verwaltung

Zur Russischen Föderation gehören 83 Föderationssubjekte: 21 Republiken, 9 Regionen (Krai), 46 Gebiete (Oblast), 2 bundesunmittelbare Städte (Moskau, Sankt Petersburg) sowie 1 autonomes Gebiet (Awtonomnaja oblast) und 4 autonome Kreise (Awtonomny okrug); es besteht kein Sezessionsrecht. Die Eingliederung der Föderationssubjekte Nummer 84 (Republik

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Recht

Die staatliche Gerichtsbarkeit gliedert sich in Verfassungs-, Arbitrage- (auch Handels- oder Wirtschaftsgerichtsbarkeit genannt) und ordentliche Gerichtsbarkeit. In den letzten Jahren gewinnt zudem die private Schiedsgerichtsbarkeit immer mehr an Bedeutung (Gesetz über Schiedsgerichte von 2002). Die Gerichtsordnung ist in der Verfassung und im Gerichtsverfassungsgesetz von 1996 geregelt. Die Gerichte sind, mit Ausnahme der Verfassungsgerichte der Föderationssubjekte, Föderationsgerichte; auch die Friedensrichter sind nicht der Föderation zuzuordnen.

Die ordentliche

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Bildungswesen

Das Bildungssystem litt zu Beginn der 1990er Jahren wegen großer Haushaltslücken im Zuge des Transformationsprozesses unter erheblichen materiellen und personellen Einbußen. Dies führte zu deutlichen Verschlechterungen in der Ausbildung. Das Bildungsgesetz von 1992 hob das Bildungsmonopol des Staates auf und schuf den Freiraum für die Entstehung neuer – privater – Schul-, Berufsschul- und Hochschultypen. Mit dem »Gesetz zur Modernisierung des Bildungswesens« (2002) nahm der Staat wieder größeren Einfluss

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Medien

Die russische Medienlandschaft hat seit 1989 einen mehrstufigen Wandlungsprozess erlebt. Einer Phase relativer Meinungs- und Pressefreiheit zu Beginn der 1990er-Jahre mit der Neugründung zahlreicher privater unabhängiger Medien folgte 1994/95 eine Zeit der Entstehung von Medienimperien, in der sogenannte Oligarchen zu Inhabern von Medienunternehmen wurden und Staatskonzerne wie Gazprom und Lukoil Oil Company als Hauptgesellschafter der großen überregionalen Fernsehsender auftraten. Nach dem Amtsantritt Präsident W. Putins im März 2000 kam es zur Zerschlagung der oppositionellen Mediengruppen und damit zum Beginn einer Periode

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Russland war als größte Teilrepublik der Sowjetunion an deren Industrieproduktion (1990) mit 62 % und Agrarproduktion mit 50 % beteiligt. Die seit 1928 (1. Fünfjahrplan) nach zentralen Planvorgaben gesteuerte Wirtschaft war vor allem auf die Entwicklung der Grundstoff-, Investitionsgüter-, Schwer- und Rüstungsindustrie ausgerichtet, dagegen waren Investitionen in die Produktion von Konsumgütern äußerst gering. Die einseitige Investitionspolitik und die Organisation der gesamten Wirtschaft als Struktur von bürokratisch gelenkten Branchenmonopolen führten seit den 1970er-Jahren zur Stagnation und einem stärker werdenden Rückgang der wirtschaftlichen Leistung. Der

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Landwirtschaft

Die Landwirtschaft hatte 2017 einen Anteil von 4,0 % am BIP, in ihr arbeiten etwa 7 % der Erwerbstätigen. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst naturräumlich und klimatisch bedingt nur 13,1 % der Landesfläche (224 Mio. ha), davon sind 57 % Ackerland, 42 % Weiden und Wiesen sowie 1 % Obst- und Weinbauflächen. Seit Beginn der Agrarreform Anfang der 1990er Jahre hat die volkswirtschaftliche Bedeutung der russischen

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Bodenschätze

Russland ist überaus reich an Bodenschätzen; es besitzt ein Fünftel der weltweit nachgewiesenen Goldvorkommen, etwa 18 % der weltweiten Kohlevorkommen (Kusnezker Kohlenbecken, Petschora-, Kansk-Atschinsker, Südjakutisches Kohlenbecken, östliches Donez-Kohlenbecken) und sehr große Erdöl- und Erdgaslagerstätten

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Energiewirtschaft

Russland ist der größte Energieproduzent Europas (2014: 1 056,8 Mrd. kWh). Der

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Industrie

In der Industrie (einschließlich Bergbau und Bauwirtschaft) arbeiten rd. 27 % aller Beschäftigten, sie erwirtschafteten 2017 30 % des BIP. Während der 1990er-Jahre ging die Industrieproduktion um rd. 50 % zurück; vom Niedergang war vor allem das verarbeitende Gewerbe betroffen (insbesondere die wissenschafts- und technologieintensiven Branchen, z. B.

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Dienstleistungssektor

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet (2017) 66 % des BIP; in ihm arbeiten rund zwei Drittel aller Beschäftigten. Insbesondere in den Großstädten entwickelte sich während der 1990er Jahre ein differenzierter, unternehmens- und konsumorientierter Dienstleistungssektor. Führend als nationales Handels-, Finanz-

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Verkehr

Das Verkehrsnetz Russlands ist durch regional unterschiedliche, klimatisch und landschaftlich bedingte Faktoren ungleichmäßig entwickelt. Der europäische Landesteil ist sehr viel dichter erschlossen als der asiatische Landesteil. Die Eisenbahn ist das Haupttransportmittel. Sibirien und der Ferne Osten sind durch die Transsibirische Eisenbahn sowie die

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Geschichte

Die erste Staatsbildung auf russischem Boden war das Reich von Kiew (Kiewer Rus) im 9. Jahrhundert. Um 1100 zerfiel es in Teilfürstentümer. Alle Fürsten waren den 1240 bis 1480 herrschenden Mongolen tributpflichtig. Im 14. Jahrhundert begann der Aufstieg des Fürstentums Moskau, das

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Kultur

Die urslawische Besiedlung des Kiewer Russland und die Einführung des orthodoxen Christentums 988 ist der Beginn der russischen Zivilisation. Die Öffnung nach Westen unter Peter I. ab dem 18. Jahrhundert brachte wichtige Impulse. In den 1920er Jahren entwickelte sich eine Avantgarde, die internationale Beachtung fand, ehe das Sowjetsystem eine politische Zensur einführte. Viele namhafte Künstler und Schriftsteller gingen ins Exil oder wurden ausgewiesen, wie Literaturnobelpreisträger A. Solschenizyn. Mit dem Zerfall der Sowjetunion (Perestroika/Glasnost) begann in den 1990er Jahren eine neue

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Literatur

Stent, A., Putins Russland (Hamburg 2019)
Beyme, K. von, Die Russland-Kontroverse (2. Auflage, Wiesbaden 2018)
Zelinsky, B. (Hrsg.), Die russische
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Quellenangabe
Brockhaus, Russland. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/russland