Bolivien, amtlich spanisch Estado Plurinacional de Bolivia [- plurinalˈjo'nal ðə

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Geografie

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Landschaft

Bolivien grenzt im Norden und Osten an Brasilien, im Süden an Paraguay und Argentinien, im Westen an Chile und Peru.

Das Hochgebirge der Anden im Westen und das tropische Tiefland im Osten bilden die natürlichen Großräume. Die Anden erreichen in Bolivien ihre größte Breite. Westkordillere (im Vulkan Sajama 6 542 m über dem Meeresspiegel) und Ostkordillere (Cordillera Real mit Illampu 6 368 m über dem Meeresspiegel), beide vergletschert, umrahmen das ausgedehnte, bis zu 200 km breite

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Klima

Das Klima ist tropisch. Die im Jahresverlauf geringe Schwankungen aufweisenden Temperaturwerte sind vor allem von der Höhe

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Landesporträt

Bolivien ist eine präsidiale Republik im Westen Südamerikas. Hauptstadt ist Sucre, Regierungssitz jedoch die Metropole La Paz. Der nach dem Freiheitskämpfer S. Bolívar benannte Andenstaat ist neben Paraguay das einzige Binnenland Süd- und Mittelamerikas. Seinen Zugang zum Meer verlor Bolivien im Salpeterkrieg (1879–83). Klimatisch gehört das

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Etwa 37 % der Bevölkerung gehören indigenen Volksgruppen an, die bislang weitgehend von den politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen waren. Erst mit der Verfassung von 2009 wurden die 36 indigenen Völker (darunter Ketschua, Aimara und Guarani) als Nationen anerkannt; damit sind

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Religion

Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit, wobei die katholische Kirche verfassungsrechtlich (Artikel 3) den besonderen Status

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Politik und Recht

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Politik

Nach der am 7.2.2009 in Kraft getretenen Verfassung ist Bolivien eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der auf 5 Jahre direkt gewählte Präsident (einmalige unmittelbare Wiederwahl möglich), der durch einen Vizepräsidenten vertreten

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Nationalsymbole

Die Flagge ist horizontal in Rot über Gelb über Grün gestreift. – Das zuletzt 1963 geänderte Wappen von 1888

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Parteien

Wichtige Parteien sind u. a. Movimiento al Socialismo (MAS; deutsch Bewegung für

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Gewerkschaften

Wichtigster Dachverband ist mit rund 800 000 Mitgliedern die Central Obrera Boliviana

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Militär

Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee (Dienstzeit 12 Monate) beträgt rund 46 000 Mann,

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Verwaltung

Der Andenstaat ist administrativ in neun Departamentos und nachfolgend in 112 Provinzen und 311 Gemeinden (Municipios) gegliedert. Die

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Recht

Der Gerichtsaufbau ist dreistufig: Der Oberste Gerichtshof (Sitz: Sucre) ist in fünf Kammern gegliedert, zwei für Zivilsachen,

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Bildungswesen

Das Bildungssystem wurde Mitte der 1990er-Jahre grundlegend neu organisiert. Seither besteht allgemeine Schulpflicht im Alter von 6 bis

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Medien

Die Pressefreiheit ist von der Verfassung geschützt. Allerdings setzt ein starker staatlicher und parteipolitischer Einfluss einer unabhängigen Berichterstattung deutliche Grenzen. – Presse: In

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Bolivien gehört trotz seines Reichtums an natürlichen Ressourcen (Bodenschätze, Wälder, Wasserkraft) zu den ärmeren Ländern Lateinamerikas. In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre durchlief das Land eine längere Rezessionsphase mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote, einem stark wachsenden Haushaltsdefizit, einer

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Bodenschätze

Der Bergbau ist die traditionelle Grundlage der Volkswirtschaft und wichtigster (offizieller) Devisenbringer. Altiplano und das Bolivianische Bergland haben große Erzvorkommen. Gefördert werden vor

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Landwirtschaft

Nahezu ein Drittel der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, deren Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) (2016) jedoch nur 13,7 % beträgt. Der größte Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt im Hochland,

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Industrie

Bolivien gehört zu den am wenigsten industrialisierten Ländern Lateinamerikas. Die überwiegend

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Tourismus

Angesichts der landschaftlichen und kulturellen Attraktivität ist der Tourismus entwicklungsfähig. 2014 verzeichnete Bolivien

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Verkehr

Weite Teile des Landes, insbesondere im Osten, sind verkehrsmäßig nicht erschlossen. Dazu gehört fast das gesamte Tiefland, das mit Ausnahme des Departamento Santa Cruz nur

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Geschichte

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Entdeckung und Kolonisation

Vor der Ankunft der Spanier gehörte das heutige Bolivien größtenteils zum Inkareich, das die an den Ufern des Titicacasees entstandene Tiahuanacokultur (seit etwa 400 n. Chr., Tiahuanaco) infolge ihres Zerfalls im 10.–12. Jahrhundert

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Unabhängigkeit und Staatsbildung

Die Loslösung vom spanischen Mutterland gelang der »Real Audiencia de Charcas« nach fast 25 Jahren Kampf erst durch die Truppen von S. Bolívar, dessen General A. J. de Sucre den

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Territoriale Verluste

Im Salpeterkrieg (1879–83) verlor das mit Peru verbündete Bolivien seinen Zugang zum Pazifischen Ozean durch die Abtretung der Küstenprovinz Antofagasta an Chile (1904 vertraglicher Verzicht). 1903 musste Bolivien im Vertrag von Petrópolis gegen eine Entschädigung von

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Nach der Revolution von 1952

Bei den Präsidentschaftswahlen vom 7.5.1951 siegte V. Paz Estenssoro, der Kandidat des sozialrevolutionär und proindianisch eingestellten Movimiento Nacionalista Revolucionario (MNR), stärkste Partei Boliviens mit breiter Anhängerschaft unter den Bergarbeitern und der Landbevölkerung. Die Amtseinführung von Paz Estenssoro wurde durch einen Militärputsch verhindert. Daraufhin organisierten die von Juan Lechín Oquendo (* 1915, † 2001) geführten Bergarbeiter einen Umsturz,

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Entwicklung seit der Redemokratisierung

Der erste demokratische Regierungswechsel seit 21 Jahren brachte 1985 erneut Paz Estenssoro und den nunmehr gemäßigt reformerisch auftretenden MNR (Gegenkandidat: Exdiktator Banzer Suárez, Acción Democrática Nacionalista [ADN]) in den Präsidentenpalast. In seiner vierten Amtsperiode suchte er den drohenden Staatsbankrott durch ein hartes Sanierungsprogramm abzuwenden (u. a. Abbau von Subventionen für Lebensmittel und Benzin, Lohnstopp, Privatisierung von Staatsunternehmen). Dem Widerstand der COB begegnete er mit der Verhängung des Ausnahmezustandes. Als Folge der Nueva Política Económica (deutsch Neue Wirtschaftspolitik) erholte sich die Wirtschaft ab

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Kultur

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Eingangstor zum Zeremonialbau Kalasasaya von Tiahuanaco. Das geistige und politische Zentrum der Tiahuanaco-Kultur liegt auf einem Hochplateau in Westbolivien. Es ist die einstige Hauptstadt eines machtvollen vorspanischen Reichs der südlichen Anden (ca. 400 n. Chr. bis 1 000 n. Chr).

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Bolivien ist die Wiege der andinen Kultur. Auf der kargen Hochebene am Südostufer des Titicacasees hatte schon lange vor den Inka

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Literatur

Froese, G., Tempelmann, E., Peru und Bolivien (Ostfildern 92020)
Nickoleit,
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Bildergalerie

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Laguna Verde. Der See mit heißen Quellen liegt im Südwesten der Hochebene Boliviens. Hohe Anteile an kupferhaltigen Sedimenten färben ihn grün.

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Blick auf La Paz. In einem Talkessel in

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Quellenangabe
Brockhaus, Bolivien. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/bolivien