Peru, amtlich spanisch República del Perú, deutsch Republik Peru, Staat im

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Landesporträt

Peru ist eine Republik im Westen Südamerikas mit der Hauptstadt Lima. Das drittgrößte Land Südamerikas liegt am Pazifik und gliedert sich in drei Landschaftseinheiten. Die Costa ist eine wüstenhafte Küstenebene mit Bewässerungsoasen, in denen Zuckerrohr und Baumwolle angebaut werden. Die Sierra, das Andenhochland, ist verhältnismäßig dicht besiedelt und gut

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Geografie

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Landschaft

Peru liegt zwischen dem Äquator und 18° 20′ südlicher Breite (rund 2 300 km Nord-Süd-Ausdehnung). Im Westen grenzt es an den Pazifik, im Norden an Ecuador und Kolumbien, im Osten an Brasilien, im Südosten an Bolivien und im Süden an Chile.

Das Land gliedert sich in drei naturräumlichen Großeinheiten. Die 2 300 km lange und 40–150

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Klima

Peru weist eine große Spannweite tropischer Klimate auf. Die Küstenebene steht unter dem Einfluss des kalten Humboldt- oder

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Gesellschaft

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Bevölkerung

26 % der Einwohner zählen zur indigenen Bevölkerung der Ketschua und Aimara, von denen ein Großteil als Kleinbauern im Altiplano lebt. Etwa 60 % sind Nachkommen aus der Verbindung von Europäern und Indigenen (Mestizen). Die weiße Oberschicht

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Religion

Die Verfassung garantiert im Rahmen des Grundrechtskatalogs die Religionsfreiheit. Alle Religionsgemeinschaften sind rechtlich gleichgestellt. Die katholische Kirche war 1915–80 Staatskirche und nimmt nach wie vor eine herausgehobene Stellung

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Politik und Recht

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Politik

Nach der am 29.12.1993 in Kraft getretenen Verfassung (mehrfach revidiert) ist Peru eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge wurde am 25.2.1825 von S. Bolívar dekretiert. Sie ist rot-weiß-rot senkrecht gestreift. Als Staatsflagge trägt sie in der

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Parteien

Die Parteienlandschaft in Peru ist durch Instabilität und Zersplitterung geprägt. Die etablierten Volksparteien haben

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Gewerkschaften

Zu den größten Dachverbänden zählen: Confederación General de los Trabajadores del

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Militär

Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee (Dienstzeit 2 Jahre) beträgt 114 000, die der

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Verwaltung

Peru ist in 24 Departamentos und die Provincia Constitucional Callao gegliedert.

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Recht

Die Spitze des Justizwesens bildet der Oberste Gerichtshof (Corte Suprema de

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Bildungswesen

Der Besuch der staatlichen (meist aber schlecht ausgestatteten Schulen) ist kostenlos.

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Medien

Die Verfassung garantiert die Pressefreiheit. Einschüchterung, Gewalt, restriktive Mediengesetze und staatlicher Druck behindern jedoch eine breite Berichterstattung.

Presse: Es gibt rund

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Trotz umfangreicher Rohstoffvorkommen und teilweise günstiger Voraussetzungen für die Landwirtschaft erlebte die peruanische Wirtschaft seit den 1970er-Jahren eine schwere Krise, die sich Ende der 1980er-Jahre zuspitzte. Der drastische neoliberale Kurs der 1990er-Jahre

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Landwirtschaft

In der Landwirtschaft (einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei) wurden (2014) 7,2 % des BIP erwirtschaftet. Die landwirtschaftliche Nutzfläche setzt sich zusammen aus 3,7 Mio. ha Ackerland, 860 000 ha Dauerkulturen und 68,5 Mio. ha Wiesen und Weiden. Das Hauptanbaugebiet für Exportkulturen liegt in der Costa, wo in

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Industrie

Im industriellen Sektor einschließlich Bergbau, Energie- und Bauwirtschaft werden (2014) 35,2 %

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Bodenschätze

Peru verfügt über große Reserven an Kupfer-, Silber-, Gold-, Blei-, Eisen-, Zinn- und Uranerz sowie Erdöl und Erdgas. Es zählt

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Tourismus

Hauptanziehungspunkte sind Lima (Bauten der Kolonialzeit), Cuzco (Hauptstadt des Inkareiches), die

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Verkehr

Die Abriegelung der Küste durch die Anden erschwert die Verkehrserschließung. Das Straßennetz umfasst 140 700 km. Der überwiegende Teil der Straßen

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Geschichte

Zur Vor- und Frühgeschichte Südamerika, andine Hochkulturen, Inka.

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Kolonialzeit

Die Wirren im Inkareich nach dem Tod des Herrschers Huayna Capac († 1527; Erbfolgekrieg unter seinen Söhnen) sowie eine Seuche 1527 erleichterten den Spaniern (zuerst nur 183 Mann) unter F. Pizarro die Eroberung des Reiches.

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Francisco Pizarro. Das Porträt des spanischen Konquistadoren und Eroberers von Peru stammt aus dem 16. Jahrhundert und befindet sich heute im Museo de América in Madrid. Der Künstler des Gemäldes ist nicht bekannt.

Pizarro besetzte am 15.11.1532 Cajamarca, die Residenz Atahualpas, und ließ diesen Mitte

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Das unabhängige Peru

1829 löste sich Peru von Bolívars Großkolumbien. Es folgte eine Zeit blutiger Bürgerkriege, in denen sich Konservative und Liberale gegenüberstanden. In die Wirren griff 1836 der bolivianische Diktator A. Santa Cruz ein, indem er Peru mit Bolivien zu einem Bundesstaat vereinigte. Er wurde aber nach seiner Niederlage im Krieg gegen Chile (1839) gestürzt, und Peru erlangte seine Selbstständigkeit wieder. General R. Castilla drängte als Präsident (1845–51, 1855–62) die innere Anarchie zurück. Er führte die Schulpflicht ein und schaffte den »Indianertribut« ab. Mit

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Fujimori-Regime und neue Verfassung

Nach einer Stichwahl am 10.6.1990 konnte sich A. Fujimori (Wahlbündnis Cambio 90) durchsetzen. Er konzentrierte alle staatliche Macht auf die Überwindung der Wirtschaftskrise (umfangreiches Privatisierungsprogramm) und die Bekämpfung des Guerillaterrors, löste am 5.4.1992 das von der Opposition beherrschte Parlament auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Mit der Festnahme des Führers des SL, Abimael Guzmán (* 1934, † 2021), gelang im September 1992 ein spektakulärer Erfolg gegen die Guerilla. Ein Putschversuch (13.11.) gegen Präsident Fujimori schlug fehl. Am 22.11.1992 ließ er auf der Grundlage

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Neuere Entwicklung

De Präsidentschaftswahlen am 4.6.2006 gewann nach einer Stichwahl der frühere Präsident A. García Pérez (PAP), der sich gegen den Linksnationalisten O. Humala Tasso durchsetzte (Amtsantritt 28.7.2006). Bei den zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahlen am 9.4.2006 erzielte keine der Parteien eine eindeutige Mehrheit: Die Unión por el Perú (UPP) wurde mit 45 von 120 Sitzen stärkste Fraktion, gefolgt von der Traditionspartei APRA mit 36 Mandaten. Im selben Jahr wurde der SL-Führer Guzmán zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ende September 2007 lieferte Chile den früheren Präsidenten Fujimori

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Kultur

Peru gehört wie Ecuador und Bolivien zu den »indigen« geprägten Ländern Südamerikas. Ketschua, die Sprache der Inka, ist die zweite Amtssprache des Landes. Auf dem Gebiet des präkolumbischen Peru gab es seit 2500 v. Chr. Siedlungen mit Häusern. Es entwickelten sich staatliche Organisationen wie die Nazcakultur, die Huarikultur, das Tiahuanacoreich und im mittleren Hochland seit etwa 1200 n. Chr. das Inkareich.

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Naczakultur. Der »Kerzenleuchter«,

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Literatur

Hermann, H., Wolf, S., Peru (Bielefeld 2019)
Holzapfel, A., KulturSchock Peru (Bielefeld
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Quellenangabe
Brockhaus, Peru. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/peru