Thailand, amtlich Prathet Thai oder Muang Thai, deutsch Königreich Thailand, bis

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Landesporträt

Thailand ist eine konstitutionelle Monarchie in Südostasien mit der Millionenmetropole Bangkok als Hauptstadt. Kernraum Thailands ist die fruchtbare Aufschüttungsebene des Chao Phraya, die hufeisenförmig von Gebirgsland umschlossen wird. Im Osten liegt das steppenhafte Khoratplateau. Die Gebirgsketten im Westen setzen

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Geografie

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Landschaft

Thailand grenzt im Nordosten und Osten an Laos, im Südosten an Kambodscha, im Süden an den Golf von Thailand und an Malaysia, im Südwesten an die Andamanensee, im Westen und Norden an Myanmar. Kerngebiet Thailands ist das Becken des Chao Phraya, insbesondere die von Terrassen- und Hügelland umgebene, 250–300 km lange, an der Küste bis 100 km breite,

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Klima

Das Klima wird durch den monsunalen Rhythmus geprägt. Die meisten Niederschläge bringt der

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Vegetation und Tierwelt

Etwa 32 % des Landes ist noch waldbedeckt (1950: 60 %). Wo hohe Niederschläge und hohe Temperaturen auftreten, dominiert tropischer Regenwald (Malaiische Halbinsel, Südostthailand,

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Die Bevölkerung besteht zu etwa 75 % aus Taivölkern: Thai leben vor allem in der Mitte und im Süden des Landes, Lao Isan im Norden und Nordosten, Shan im Nordwesten. Amtssprache ist Thailändisch, das mit eigenen Buchstaben geschrieben wird (Thailändische Schrift). Chinesen (14 %) sind größtenteils erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eingewandert. Sie besitzen

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Religion

Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit, räumt dabei allerdings dem Buddhismus als der nationalen Religion (nicht Staatsreligion) Thailands eine Sonderstellung ein, deren Garant der König ist. Der König ist Träger der obersten Entscheidungsgewalt im nationalen buddhistischen

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Politik und Recht

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Politik

Nach der am 6. 4. 2017 in Kraft getreten Verfassung ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der König, dessen Person als unantastbar gilt. Er kann Notverordnungen mit Gesetzeskraft erlassen, die vom Parlament bestätigt werden müssen. Ein vom

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge wurde am 28. 9. 1917 eingeführt. Sie ist dreifarbig horizontal gestreift in den Farben Rot-Weiß-Blau-Weiß-Rot, die Streifen stehen im Verhältnis

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Parteien

Die Parteienlandschaft umfasst mehrere, in der Regel von einflussreichen Personen gegründete

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Gewerkschaften

Die rund 900 Einzelgewerkschaften sind in verschiedenen Dachverbänden organisiert. Die wichtigsten

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Militär

Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee (Dauer des Grundwehrdienstes 24 Monate) beträgt rd.

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Verwaltung

Thailand ist in 76 Provinzen (Changwat) mit 878 Distrikten (Amphoe) und

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Recht

Der Gerichtsaufbau der ordentlichen Gerichtsbarkeit umfasst Gerichte erster Instanz, das Appellationsgericht und den Obersten

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Bildungswesen

Es besteht eine allgemeine, neunjährige Schulpflicht ab dem 6. Lebensjahr. Das

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Medien

Bis zur der Aufhebung des Pressezensurgesetzes 1991 herrschte in Thailand weitgehend ein staatliches Informations- und Nachrichtenmonopol. Seither gibt es zumindest formal größere Pressefreiheit, doch unterwerfen sich alle Medienorgane einer Selbstzensur.

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Thailand führt eine zweite Generation von sogenannten Tigerländern an, die mit niedrigen Lohn- und Lohnnebenkosten sowie Innovationstalent den Wettbewerbsdruck auf dem Weltmarkt deutlich erhöhen. Gefördert von

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Landwirtschaft

Der Agrarsektor erwirtschaftet (2017) einen BIP-Anteil von 8,7 % und beschäftigt 33 % der Erwerbstätigen. Ein Drittel der Landesfläche wird als Ackerland genutzt, auf 2 % werden Dauerkulturen angebaut. Es überwiegen Kleinst- und Kleinwirtschaften neben zum Teil ausländischen

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Industrie

Die industrielle Entwicklung Thailands wurde von 1961 an durch arbeitsintensive Produktion und Importsubstitution (Lebensmittel, Getränke, Tabak) gefördert, wobei Thailand von den hohen Weltmarkt-Rohstoffpreisen profitierte. Als der

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Dienstleistung

Seit den 1990er Jahren ist der Anteil des Dienstleistungssektors an der Gesamtwirtschaft annähernd gleich geblieben. Dienstleistungen tragen mit (2017) 56,3 % zum BIP bei und beschäftigen 45 % der

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Verkehr

Thailands Verkehrsnetz ist stark von Norden nach Süden und auf den Großraum Bangkok ausgerichtet; Ost-West-Verbindungen innerhalb des Landes

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Geschichte

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Frühe Reiche

In der 2. Hälfte des 1. Jahrtausends n. Chr. wurde die Region des heutigen Thailand von zwei unterschiedlichen Kulturzentren geprägt: Seit etwa 500 bestand in Zentralthailand das von den Mon errichtete buddhistische Königreich Dvaravati (um die Hauptstadt Lop Buri), in dessen Umkreis sich der Buddhismus verbreitete, während (seit dem 9. Jahrhundert) die politische Vormachtstellung und der kulturelle Einfluss des Khmerreiches von Angkor (Kambodscha, Geschichte) Elemente des Hinduismus ins Land brachte. In Nordthailand siedelten zu dieser Zeit bereits

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Begründung der Chakridynastie

König Taksin (1767–82) vertrieb die Birmanen und zwang die Khmer unter seine Herrschaft. Sein Nachfolger, der Begründer der noch heute herrschenden Chakridynastie, war General Chaophraya Chakri. Er bestieg als Phra Phutthayotfa Chulalok (offizieller Titel: Rama I., 1782–1809) den Thron und verlegte seine Residenz nach Bangkok. Nur die Aufgabe der früheren Isolation des Landes, die Öffnung des Staates gegenüber dem Westen und eine kluge Außen- und Handelspolitik mit den europäischen Großmächten und den USA (1855 Freundschaftsvertrag mit Großbritannien, 1856 Handelsabkommen mit

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Starke Stellung des Militärs

Im September 1957 wurde Pibul Songgram durch einen Staatsstreich der militärischen Führung gestürzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Seitdem verstärkte sich der bereits vorhandene Einfluss der Armee auf die thailändische Politik. In ständigem Wechsel verschiedener Verfassungen (1968, 1974 und 1978) schwankte Thailand zwischen einem eher autoritären Herrschaftssystem und dem Aufbau demokratischer Strukturen. Dem »despotischen Paternalismus« Pibul Songgrams folgten die Diktaturen von Feldmarschall Sarit Thanarat (* 1908, † 1963) und anschließend der Offiziersgruppe um Thanom Kittikachorn (* 1911,

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Wechselnde Machthaber

Die ersten Parlamentswahlen nach Maßgabe der neuen Verfassung von 1997 gewann 2001 der Telekommunikationsunternehmer und Milliardär Thaksin Shinawatra mit seiner 1998 gegründeten Partei Thai Rak Thai (TRT); er wurde Premierminister einer Koalitionsregierung. Grundlegend für seinen Wahlerfolg waren zahlreiche größtenteils populistische Wahlversprechen, die er nach der Wahl zügig einlöste (u. a. Schuldenmoratorium für Kleinbauern, Entwicklungsfonds für ländliche Regionen, Aufbau eines kostengünstigen Gesundheitssystems). Ein umfangreiches Konjunkturprogramm, das vor allem beträchtliche öffentliche Investitionen beinhaltete, führte zu einem erheblichen Wirtschaftswachstum. Daneben wurde durch die Privatisierung

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Die Entwicklung ab 2014

Am 20. 5. 2014 verhängte die Armeeführung das Kriegsrecht, am 22. 5. 2014 übernahm sie auch die Regierungsgewalt und setzte die Verfassung außer Kraft. Eine Übergangsverfassung (am 22. 7.2014 in Kraft getreten) zementierte die Macht des Militärjunta-Organs Nationalrat für Frieden und Ordnung (englisch National Council for Peace and Order, NCPO) und seines Vorsitzenden General Prayuth Chan-ocha, der auch das Amt des Regierungschefs übernommen hatte. Der NCPO behielt im Rahmen der Übergangsverfassung die Oberhoheit über alle

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Kultur

Die zahlreichen, buddhistischen Tempelanlagen mit ihren mehrstöckigen Dächern, vielen Türmen und prachtvollen Verzierungen sind Zeugnisse aus den alten Königreichen Sukhothai und Ayutthaya. Neben der Architektur diente auch die Kunst mit ihren großen Wandmalereien und den zahlreichen, oft überlebensgroßen Buddhafiguren der Ausgestaltung der Tempelanlagen (Buddhistische Kunst). Die traditionelle thailändische Kunst zeigt

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Literatur

Krack, R., Kulturschock Thailand (14. Auflage, Bielefeld 2019)
Glass, N., Thailand. Ein Länderporträt
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Bildergalerie

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Buddha: Ayuthaya

Buddha: Im historischen Park Ayuthaya in Thailand

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Quellenangabe
Brockhaus, Thailand. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/thailand-20