Norwegen, amtlich norwegisch Kongeriket Norge [-ŋərikət-], deutsch Königreich Norwegen, Staat

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Geografie

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Landschaft

Norwegen grenzt im Süden an die Nordsee (einschließlich Skagerrak), im Westen an das Europäische Nordmeer (vor der mittelnorwegischen Küste als Norwegensee bezeichnet), im Norden an die Barentssee (Nordpolarmeer), im Nordosten an Russland (196 km lange Grenze zum Gebiet Murmansk) und Finnland (727 km) sowie im Osten an Schweden (1 619 km). Zu Norwegen gehören außerdem Svalbard (Spitzbergen), zu dem auch die Bäreninsel (Bjørnøya) zählt, und Jan Mayen.

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Klima

Das Klima wird durch die Breitenlage und die Lage innerhalb der Westwindzone bestimmt. Während der klimatische Nord-Süd-Gegensatz gering ist, ist der Unterschied zwischen dem unter dem Einfluss des Golfstroms stehenden Westen und dem

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Vegetation

Mittel- und Nordnorwegen gehören zum borealen Waldgürtel. An der Skagerrakküste und

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Landesporträt

Norwegen ist eine konstitutionelle Monarchie in Nordeuropa mit der Hauptstadt Oslo. Das Land im Westen Skandinaviens hat eine große Nord-Süd-Erstreckung und wird im Inneren durch Gebirge (Skanden) mit rauem Klima geprägt. Die Atlantikküste ist durch

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Neben den Norwegern leben als Minderheiten Samen (rd. 60 000; vor allem in Finnmark), die zum Teil ihre traditionelle Lebensweise als Fischer und Rentierzüchter fortführen, und die Nachkommen früherer Einwanderer aus

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Religion

Die Verfassung (zuletzt geändert im Mai 2012) garantiert allen Bürgern mit Ausnahme des Königs Religionsfreiheit (Artikel 4 und 16 [zuvor Artikel 2 und 4]). Eine Sonderstellung nimmt die wichtigste und größte Religionsgemeinschaft, die evangelisch-lutherische Norwegische Kirche (»Norske Kirke«) mit ihrer traditionell engen Bindung an den norwegischen

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Politik und Recht

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Politik

Gemäß der Verfassung vom 17. 5.1814 (seither mehrfach und zum Teil grundlegend geändert) ist Norwegen eine konstitutionelle Monarchie, erblich im

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge entstand aus dem Danebrog und wurde durch Gesetz vom 10. 12. 1898 festgelegt. Im roten Tuch liegt

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Parteien

Zu den einflussreichsten Parteien zählen die sozialdemokratisch ausgerichtete Det norske Arbeiderparti

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Gewerkschaften

Gewerkschaften haben in Norwegen eine große Bedeutung; über die Hälfte der

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Verwaltung

Norwegen ist in 18 Provinzen (Fylker) und nachgeordnet in 426 Gemeinden

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Militär

Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee (Dienstzeit 12 Monate) beträgt rund 24 000 Mann. Im Verteidigungsfall kann neben den obligatorischen

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Recht

Die Gerichtsordnung ist dreistufig aufgebaut. Eingangsinstanz sind die Bezirksgerichte (Tingsretter). Erste Rechtsmittelinstanz sind die 6 Appellationsgerichte (Lagmannsretter), letzte Instanz ist

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Bildungswesen

Die norwegische Bildungspolitik ist stark vom Bemühen um Chancengleichheit und Zugang zu Bildung für alle geprägt. Oberstes Verwaltungsorgan im Bildungswesen ist das Ministerium für Bildung und Forschung. Regierung und norwegische Nationalversammlung

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Medien

Die Pressefreiheit ist in der Verfassung von 1814 garantiert. Die Medien mit einem starken öffentlich-rechtlichen Sektor sind frei und können ungehindert senden und berichten. Drei Konzerne, Schibsted, A-pressen und Edda Media, haben eine starke Stellung

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Das relativ dünn besiedelte Land gründet seinen Wohlstand vor allem auf die natürlichen Ressourcen (Erdöl und -gas, Fisch, Holz und Wasserkraft). In den Nachkriegsjahrzehnten erfolgte eine rasche Industrialisierung. Der Anteil der Industriebeschäftigten ist jedoch stark zurückgegangen, da die Wirtschaft immer stärker auf dem tertiären Sektor beruht. Mit einem

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Bodenschätze

Norwegen weist aufgrund seiner geologischen Struktur zahlreiche Erzlagerstätten auf (sulfidische Eisenerze, Kupfer, Silber, Titan), die seit der frühen Neuzeit zur Entstehung von Bergbauorten in meist peripherer Lage geführt haben (Kongsberg, Røros, Sulitjelma, Knaben). Wegen Erschöpfung der Lagerstätten und fehlender Konkurrenzfähigkeit auf

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Energiewirtschaft

Norwegen hat mit 23 403 kWh pro Einwohner den – nach Island –

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Industrie

Die Industrialisierung Norwegens setzte wegen Fehlens von Kohle erst um 1900 ein, als die ersten Wasserkraftwerke entstanden. Die Beschäftigung in der Industrie ist stark rückläufig. Im produzierenden Sektor einschließlich Bergbau sind (2016) rd. 21 %

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Dienstleistungssektor

Der tertiäre Sektor hat (2016) einen Anteil am BIP von 65,8 %, in ihm sind rd. 77 % der Erwerbstätigen beschäftigt. Der Großraum Oslo ist mit

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Landwirtschaft

Der primäre Sektor (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei) erwirtschaftet (2016) einen Anteil von 2,5 % des BIP; er beschäftigt rd. 2 % der Erwerbstätigen. Trotz dieser relativ geringen wirtschaftlichen Bedeutung wird vor allem die Landwirtschaft massiv subventioniert, u. a. mit der Zielsetzung, das Siedlungsmuster in der Peripherie zu erhalten. Allein die direkten Subventionen liegen bei rund 60 % des Produktionswertes der Landwirtschaft. Dieser hohe Grad an Subventionierung ist in Europa (mit Ausnahme der Schweiz) einzigartig; hinzu kommen noch indirekte Subventionen (z. B. Regionalförderung), die ebenfalls hoch sind,

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Verkehr

Die geografische Ausdehnung, die geringe Bevölkerungsdichte, die schwere Zugänglichkeit weiter Gebiete und klimatische Einflussfaktoren erschweren den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Die Streckenlänge der Staatsbahnen (NSB) beträgt 4 154 km; davon sind 2 552 km elektrifiziert; nur 247 km sind zweigleisig befahrbar. Oslo hat seit 1909 eine Eisenbahnverbindung

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Geschichte

Die Vor- und Frühgeschichte ist Norwegen mit anderen Ländern Nordeuropas gemeinsam.

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Wikingerzeit bis zur Kalmarer Union

Bis in das 9. Jahrhundert hinein zerfiel das Gebiet der Norweger in Teilkönigreiche sowie in »Landschaften« unter der Führung einer bäuerlichen Aristokratie, die durch Kriegszüge und Handel in England, Irland und dem Frankenreich zu beträchtlichem Reichtum gekommen war. Die Expansion der Norweger während der Wikingerzeit (Ende 8. Jahrhundert bis Mitte 11. Jahrhundert) umfasste Teile Mittel- und Nordenglands, Schottlands, die Orkney- und Shetlandinseln, die Hebriden, die Insel Man und die Küstenregionen Irlands, die Färöer und schließlich Island und Grönland. – Ausgehend von seinen Stammgebieten im

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Die dänisch-norwegische Union

Während Schweden sich seit der Mitte des 15. Jahrhunderts gewaltsam aus der Union zu lösen begann, wählte 1450 der norwegische Reichsrat Christian I. von Dänemark zum König (Unionsvertrag von Bergen). Bis 1814 wurde Norwegen von dänischen Königen aus dem Hause Oldenburg regiert. Obwohl Norwegen Selbstständigkeit zugesichert war, wurde es immer mehr zum dänischen Vasallenstaat ohne politische Befugnisse, doch mit eigenen Gesetzen und Gerichten. 1536 wurde die Reformation in Norwegen eingeführt, im selben Jahr die

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Die schwedisch-norwegische Union

Im Frieden von Kiel (14. 1. 1814) erreichte der schwedische Kronprinz Karl Johann (Karl, Herrscher, Schweden) von Dänemark die Abtretung Norwegens mit Ausnahme von Island, Grönland und den Färöern. Jedoch beschloss eine gewählte Versammlung in Eidsvoll am 17. 5. 1814 eine liberale Reichsverfassung und wählte den dänischen Statthalter, Prinz Christian Friedrich (später auch als Christian VIII. König von Dänemark),

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Von der Unabhängigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Die Entwicklung der folgenden Zeit führte zur Auflösung der Union. 1899 beschloss das Storting, die norwegische Flagge trotz Einspruchs des Königs ohne Unionszeichen einzuführen. Ebenso hatte die wachsende norwegische Außenschifffahrt die Frage einer diplomatischen Vertretung Norwegens im Ausland zu einer Belastungsprobe für die Union werden lassen. 1905 wurde das Gesetz zur Errichtung eigener Konsulate vom Storting angenommen, vom König aber nicht genehmigt. Als daraufhin Oskar II. das

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Nachkriegszeit und Ablehnung der EU-Mitgliedschaft

Nach dem Ende der deutschen Besetzung mussten sich Quisling und andere Kollaborateure vor Sondergerichten verantworten. Wirtschaftlich konnte sich Norwegen rasch erholen und entwickelte sich dank der Erdöl- und Erdgasfunde in der Nordsee zum Industrie- und Wohlfahrtsstaat.

Innenpolitisch brachten die Wahlen

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Entwicklung bis zur Gegenwart

Nach dem Rücktritt der Sozialdemokratin Brundtland (Oktober 1996) dominierten ab 1997 bürgerliche und Mitte-rechts-Koalitionsregierungen unter Ministerpräsident K. M. Bondevik (Christliche

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Kultur

Greifbar wird eine eigenständige norwegische Kultur in der Wikingerzeit, als Harald I. Schönhaar das Königreich gründete. Dass die Wikinger nicht nur blutrünstige Seefahrer, sondern auch kunstfertige Zimmerleute waren, beweisen ihre Tempel, Königshallen oder das berühmte Osebergschiff. Ihre Nachfahren machten sich ihre Fähigkeiten für die sakrale Kunst beim Bau der hölzernen Stabkirchen zunutze. Davon zeugen

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Literatur

Fellinger, J., Norwegen. Im Slalom durch den Sittenparcours des hohen Nordens
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Quellenangabe
Brockhaus, Norwegen. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/norwegen-20