Aids (AIDS) [eɪdz; Kurzwort für englisch acquired i

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Entdeckung

1981 wurde in den USA das Auftreten einer bei Erwachsenen üblicherweise nicht vorkommenden Lungenentzündung sowie eine Häufung des seltenen Kaposi-Sarkoms bei homosexuellen Männern beschrieben. Allen Patienten war eine

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Virologie

HIV (Abkürzung für englisch human immunodeficiency virus) gehört

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Aufbau

HIV hat eine isometrische Hülle, die von 72 Glykoproteinfortsätzen (englisch knobs) besetzt ist, und

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Vermehrung

Die Vermehrung (Replikationszyklus) von HIV beginnt mit der Bindung des Virus an die Zelle. Es kommt zu einer Verschmelzung der Virushülle mit der Zellmembran (Fusion). Nach Freisetzung

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Untergruppen

Bei HIV-1 werden die Untergruppen M, N und O unterschieden, von denen die Untergruppe M am häufigsten ist, die ihrerseits in die Subtypen A bis J unterteilt wird. Die Subtypen der Untergruppe M haben sich weltweit mit regional jeweils unterschiedlichen Verbreitungsmustern ausgebreitet, während die Untergruppen N und O seit 1997 im

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Epidemiologie

Die weltweite HIV-Epidemie weist insgesamt große regionale Unterschiede – oftmals auch in geografisch eng benachbarten Gebieten – auf, wobei jeweils unterschiedliche Übertragungswege im Vordergrund stehen können. Als gesichert gilt, dass sich HIV weltweit verbreitet hat und die Ausbreitung von HIV in Ländern, in denen effektive Prävention und Gesundheitsvorsorge angeboten werden, am ehesten verhindert und die Epidemie damit verlangsamt werden kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet drei Verteilungsmuster von HIV: In Pattern-1-Ländern ist die Ausbreitung im Wesentlichen beschränkt auf umschriebene Risikogruppen wie Männer,

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Übertragungswege

Eine HIV-Infektion kann durch freies Virus (z. B. in der Blutbahn) sowie durch infizierte Zellen erfolgen. HIV ist zwar in zahlreichen Organen, Geweben und Körperflüssigkeiten nachweisbar, für eine Infektion relevant sind allerdings nur Blut, Samen- und Scheidenflüssigkeit. Mögliche Eintrittspforten sind v. a. die Blutbahn, Schleimhäute der Geschlechtsorgane, des Mastdarms und des Mundes sowie großflächige Hautschädigungen (z. B. infolge entzündlicher Hauterkrankungen).

Übertragungen durch Küssen und Kontakt mit Speichel,

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Schutzmöglichkeiten

Die Übertragungswege der HIV-Infektion sind bekannt und damit besteht die Möglichkeit, Infektionsrisiken zu vermeiden oder zu vermindern. In verschiedenen Ländern (u. a. in den USA) verstärkt geförderte Kampagnen zur sexuellen Enthaltsamkeit zielen darauf ab, das Infektionsrisiko durch Sexualkontakte während eines bestimmten Lebensabschnitts (insbesondere bei Jugendlichen) zu verringern.

Durch die Anwendung von Kondomen und das Praktizieren von Safer Sex (z. B. Vermeidung von ungeschützten penetrierenden Sexualkontakten oder Blutkontakten, keine Ejakulation in den Mund) können Infektionsrisiken durch Sexualkontakte

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Krankheitsverlauf

Alle bislang bekannten Typen von HIV können bei infizierten Menschen eine Immunschwäche auslösen. Als ursächlich für den Verlust v. a. von CD4-Zellen (Helferzellen) gelten die direkte Zellschädigung durch HIV, die Beseitigung infizierter Zellen durch zelltoxische T-Lymphozyten, die Bindung von HIV-Antikörperkomplexen an CD4-Zellen (Funktionsminderung), die Auslösung des programmierten Zelltodes (Apoptose) und weitere Prozesse, die zu einem Funktionsverlust des Immunsystems führen.

Die Zeitdauer, mit der sich nach der Infektion eine Immunschwäche entwickelt, wird von einer Reihe von Kofaktoren beeinflusst, zu denen das Alter

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Diagnostik und Meldepflicht

Die Diagnose »HIV-Infektion« hat für Betroffene erhebliche Konsequenzen, wobei neben psychischen und sozialen Folgen auch juristische (z. B. versicherungsrechtliche) Aspekte zu bedenken sind. Aufgrund der Tragweite einer HIV-Diagnostik (auch wenn sie negativ ausfallen sollte) besteht in Deutschland Einigkeit darüber, dass sie entsprechend den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation nur in Verbindung mit einer ausführlichen Aufklärung und Beratung vor dem Test und nach Mitteilung des Testergebnisses durchgeführt werden darf. In jedem Fall ist das ausdrückliche Einverständnis der untersuchten Person erforderlich, andernfalls kann die Durchführung

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Behandlung

Eine HIV-Infektion ist nicht heilbar. Auch mit den derzeit verfügbaren antiviralen Kombinationstherapien kann das Virus nicht aus dem Körper und die HIV-Erbinformation nicht aus dem Zellkern entfernt werden, jedoch ist eine wesentliche Verlängerung der Überlebenszeit (im Vergleich zur unbehandelten HIV-Infektion) möglich.

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Antiretrovirale Medikamente

Die Vermehrung (Replikation) von HIV kann an verschiedenen Ansatzpunkten gehemmt werden. Die heute verfügbaren antiretroviralen Medikamente lassen sich in fünf Substanzklassen einteilen:

  • Nukleosidanaloga (nukleosidische reverse Transkriptase-Inhibitoren, NRTI), z. B. Zidovudin, Didanosin, Stavudin, Lamivudin oder Abacavir. Mit dem Medikament Azidothymidin (AZT, heutige Bezeichnung Zidovudin) wurde erstmals 1987 eine gezielt gegen HIV gerichtete antiretrovirale Therapie möglich.
  • Nichtnukleosidanaloga (nicht nukleosidische reverse Transkriptase-Inhibitoren, NNRTI), z. B. Nevirapin oder Efavirenz.
  • Nukleotidanaloga (nukleotidische reverse
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Weitere Therapieansätze

Überwiegend im experimentellen Stadium befinden sich immuntherapeutische Ansätze, die das Ziel verfolgen, die körpereigene Immunantwort gegen

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Gesellschaftliche und politische Reaktionen

Aids löste v. a. zu Beginn des Auftretens zum Teil schockartige Reaktionen aus. Der Glaube, die moderne Medizin habe Infektionskrankheiten endgültig unter Kontrolle gebracht, wurde nachhaltig erschüttert. Unkritische Hochrechnungen der anfänglichen HIV-Ausbreitung rechneten z. B. für Deutschland mit mehreren Mio. Infizierten innerhalb weniger Jahre. Da Aids als Krankheit eng mit Tabubereichen wie (Homo-)Sexualität sowie Drogenkonsum verbunden wurde und die Betroffenen und Gefährdeten weithin als gesellschaftliche Randgruppen stigmatisiert wurden (und werden), kamen auch

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Literatur

Aids-Hilfe: HIV u. AIDS: Ein Leitfaden für Ärzte, Helfer u. Betroffene (3
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Quellenangabe
Brockhaus, Aids. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/aids