Kanada, amtlich englisch und französisch Canada [ˈkænədə, englisch; kanaˈ

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Landesporträt

Kanada ist eine föderale parlamentarische Demokratie und eine konstitutionelle Monarchie im Commonwealth mit der Hauptstadt Ottawa. Entsprechend seiner Verfassung ist das nordamerikanische Land ein Bundesstaat mit der britischen Königin als nominellem Staatsoberhaupt. Mit seinen fast zehn Millionen km² ist

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Geografie

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Landschaft

Kanada grenzt im Nordwesten (Alaska) und Süden an die USA, im Westen an den Pazifik, im Osten an den Atlantik, der Kanadisch-Arktische Archipel liegt im Nordpolarmeer. Mit 9 984 670 km2 (davon 755 180 km2 Binnengewässer) ist Kanada nach Russland das zweitgrößte Land der Erde; die größte Nord-Süd-Erstreckung beträgt 4 600 km, die größte Ost-West-Erstreckung 5 500 km.

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Der Huronsee an der Südgrenze Kanadas

Morgendämmerung am Huronsee in Ontario; durch den See verläuft die Grenze zwischen den USA und Kanada.

Etwa

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Klima

Bestimmend für das Klima sind 1) die nördliche Lage; große Teile Kanadas gehören arktischen und subarktischen Bereichen an, nur der Süden ist gemäßigt; 2) die ausgedehnte Landmasse bewirkt ein

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Vegetation

Die natürliche Vegetation gliedert sich entsprechend dem Klima in einen artenreichen Mischwald im Südosten, u. a.

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Tierwelt

In Südkanada unterscheidet sich die Tierwelt noch nicht wesentlich von der der angrenzenden USA. Eigenständiger wird sie vor allem nach Norden zu, in den ausgedehnten borealen Nadelwäldern und in der subarktischen und arktischen Zone. Viele der hier vorkommenden Arten leben, zum Teil in anderen Unterarten, auch in den gleichen Klimazonen im Norden Europas und Asiens. Besondere Beachtung verdienen die Säugetiere, von denen Huf- und Raubtiere am

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Kanada ist ein Einwanderungsland mit einer multikulturellen Bevölkerungsstruktur. Die meisten Kanadier sind Weiße britisch-irischer oder französischer Abstammung. Englisch und Französisch sind die Muttersprachen von 58,9 % bzw. 21,3 % der Bevölkerung. Die Frankokanadier gehen auf die französischen Immigranten

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Religion

Die Verfassung (Artikel 2) garantiert die Religionsfreiheit. Alle Religionsgemeinschaften sind rechtlich gleichgestellt. – Etwa 67 % der Bevölkerung sind Christen: Rund 39 % werden dem Katholizismus zugerechnet (davon 38,8 % der römisch-katholischen Kirche), über 15 % gehören den größten protestantischen

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Politik und Recht

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Politik

Nach dem am 17. 4. 1982 in Kraft getretenen Constitution Act, der die letzten staatsrechtlichen Bindungen an Großbritannien aufhob sowie Grundrechte und -freiheiten verbürgt, ist Kanada ein Bundesstaat mit parlamentarischer Regierungsform innerhalb des Commonwealth. Staatsoberhaupt ist die britische Königin

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge wurde am 15. 2. 1965 eingeführt. Sie zeigt in der Mitte des roten Tuchs ein weißes Quadrat mit einem roten Ahornblatt. – Das Wappen, 1921 vom britischen König Georg V. verliehen, zeigt

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Parteien

Einflussreichste Parteien im Rahmen des parlamentarischen Regierungssystems sind die Liberal Party

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Gewerkschaften

Größter Dachverband ist der Canadian Labour Congress (CLC; gegründet 1956) mit

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Militär

Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee beträgt rund 66 000, die der paramilitärischen Kräfte (insbesondere Küstenwacheinheiten) 4 500

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Verwaltung

Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien (Yukon Territory, Nunavut

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Recht

Das Gerichtssystem ist einheitlich gegliedert. Alle Provinzen sowie der Bund (nur für beschränkte, gesetzlich festgelegte Zuständigkeiten) haben je eine Tatsachen- und Berufungsinstanz unter verschiedenen Bezeichnungen. Der auf Bundesebene mit zwei

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Bildungswesen

Die Zuständigkeit für das Bildungswesen liegt bei den Provinzen und Territorien; für die Bildung der in Reservaten lebenden Indianer und Inuit ist die Bundesregierung zuständig. Koordinierende Funktion hat der Council of Ministers of Education, Canada (CMEC). –

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Medien

Die Medienlandschaft wird von Reporter ohne Grenzen zu den freiesten der Welt gezählt. Aufgrund der Größe des Landes haben öffentlich-rechtliche Rundfunksender eine große Bedeutung. Es gibt mehr als 1100 Radiostationen. Zeitungen sind meist nur regional verbreitet. Presse:

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Die Wirtschaft Kanadas gründet sich auf ein ergiebiges und vielseitiges natürliches Potenzial, wie Bodenschätze, Holz- und Fischreichtum, fruchtbare Böden sowie günstige Energiegewinnung an Flüssen. Hinzu kommen eine moderne verarbeitende und spezialisierte Industrie sowie ein schnell wachsender Dienstleistungsbereich. Die Wirtschaft ist nach dem

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Landwirtschaft

Im primären Sektor arbeiteten 2018 1,5 % der Erwerbstätigen; die Agrarprodukte sind trotz geringen Anteils der Landwirtschaft am BIP (1,6 %) ein wichtiger Devisenbringer. Hauptanbaufrüchte sind Weizen (auf rund 20 % des Ackerlandes), Raps, Mais, Gerste, Kartoffeln, Sojabohnen, Luzerne, Hafer sowie Futtermittel. Ferner besteht eine umfangreiche Viehzucht. Insgesamt werden etwa 64,8 Mio. ha landwirtschaftlich genutzt, davon sind 45,1 Mio. ha Ackerland. Hauptanbaugebiete besonders

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Bodenschätze

Durch umfangreiche und vielseitige Rohstoffvorkommen nimmt der kanadische Bergbau weltweit eine Spitzenstellung ein. In der Förderung von Pottasche und Uran sowie bei Asbest, Nickel, Zink, Gips, Platin, Kobalt, Aluminium,

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Energiewirtschaft

Kanada besitzt eine breite Palette an Energieträgern und ist trotz eines hohen Eigenverbrauchs Energieexporteur. 2017 lag der Primärenergieverbrauch bei 348,7 Mio. t.

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Industrie

Im produzierenden Gewerbe (einschließlich Bauwirtschaft) sind (2018) 19 % der Erwerbstätigen beschäftigt; sie erwirtschaften einen Anteil am BIP von rund 27 %.

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Dienstleistung

Mit (2018) 78,8 % der Erwerbstätigen und rund 70 % Anteil am BIP hat sich der Dienstleistungssektor besonders seit den 1960er-Jahren zum dominierenden Wirtschaftssektor entwickelt. Standorte, insbesondere auch der

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Verkehr

Angesichts der Größe und der wirtschaftlichen und sozialen Struktur kommt dem Verkehrssystem eine überragende Bedeutung für die ökonomische Entwicklung des Landes zu. Da sich Bevölkerung und Wirtschaft im südlichen Teil des Landes konzentrieren, besteht hier ein relativ dichtes Verkehrsnetz, von dem aus Verbindungen zu den Siedlungen und Wirtschaftsstandorten im Norden ausgehen.

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Geschichte

Die Vor- und Frühgeschichte ist Kanada mit anderen Teilen Nordamerikas (Geschichte) gemeinsam.

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Französische Herrschaft

Die ersten Einwohner des Gebiets, das heute Kanada bildet, waren Indianer (First Nations) und Inuit. Um 1000 erreichten normannische Seeleute (Leif Eriksson) die Ostküste Kanadas (L'Anse aux Meadows), die dann erst 1497 von G. und S. Caboto wiederentdeckt wurde (Neufundland und

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Britische Kolonialisierung

Am 7. 10. 1763 verlieh Großbritannien per königliche Proklamation dem französisch besiedelten Sankt-Lorenz-Strom-Gebiet den Status einer Provinz (Provinz Quebec), deren Verwaltung in den Händen eines Gouverneurs lag. Die zunehmende Unruhe in ihren alten Kolonien veranlasste 1774 die britische Regierung, dem neu erworbenen Territorium durch ein Gesetz (Quebec Act) weitere Zugeständnisse zu machen; die Kolonie wurde um die Gebiete nördlich des Ohio und östlich des Mississippi erweitert. Mit der Gewährung von Religionsfreiheit und Anerkennung der französischen Verfassungsstrukturen gewann

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Dominion of Canada

Kanada nahm einen schnellen Aufschwung unter Regierungschefs wie John Alexander Macdonald (* 1815, † 1891; 1867–73 und 1878–91), Alexander Mackenzie (* 1822, † 1892; 1873–78) und W. Laurier (1896–1911). Der Eisenbahnbau (1885 Fertigstellung der ersten kanadischen Transkontinentalbahn) erschloss die Prärieprovinzen (Kornkammer) und belebte Schifffahrt, Industrie und Ansiedlung. Goldfunde

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Das unabhängige Kanada

Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1920er-Jahren geriet Kanada 1929/30 in den Sog der Weltwirtschaftskrise. Bei den Wahlen von 1930 siegten die Konservativen. Die von ihnen 1930–35 getragene Regierung unter Premierminister Richard Bedford Bennett (* 1870, † 1947) suchte – beeinflusst von der Politik des »New Deal« in den USA – durch Reformen die wirtschaftliche und soziale Situation der Bevölkerung zu verbessern: Einwanderungsstopp, Arbeitslosenunterstützung, Erhöhung der Zölle und Agrarpreise zugunsten der Landwirte. Die Wirtschaftskrise begünstigte die Entstehung neuer Parteien, u. a. in Alberta (Social Credit

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Multikulturelle Gesellschaft

Nach dem Wahlsieg der Konservativen von 1984 wurde B. Mulroney Premierminister (bis 1993). 1990 verweigerten einige Provinzen dem (bereits 1987 ausgehandelten) Meech-Lake-Abkommen, das Quebec einen Sonderstatus garantieren sollte, ihre Zustimmung. In einem Referendum am 26. 10. 1992 lehnte die Bevölkerung in Quebec, in fünf anglokanadischen Provinzen und dem Yukon Territory den im August 1992 von den Regierungen des Bundes, der Provinz und Vertretern der Urbevölkerung vereinbarten Kompromiss zur Verfassungsreform (Charlottetown Accord) ab, der eine größere Selbstständigkeit der Provinz sowie die Stärkung der

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Kanada im 21. Jahrhundert

Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. 9. 2001 setzte Kanada im Dezember 2001 ein Antiterrorgesetz (Bill C-36) in Kraft (u. a. Maßnahmen zur Überprüfung von Immigranten). Im Rahmen der Antiterrorkoalition beteiligte es sich ab Oktober 2001 mit Kriegsschiffen an der von den USA geführten Militäraktion in Afghanistan und ab Anfang 2002 mit einem Truppenkontingent an der dortigen internationalen Friedenstruppe (ISAF).

Nach dem Rücktritt Chrétiens im Dezember 2003 folgte ihm der einen Monat zuvor zum

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Kultur

Kanada versteht sich als multikulturelle Gesellschaft und grenzt sich diesbezüglich bewusst gegen die Vereinigten Staaten ab, deren Gesellschaft als »Schmelztiegel« (melting pot) beschrieben wird. Multikulturalismus bedeutet, dass jeder ethnischen Gruppe die Erhaltung ihrer kulturellen Identität ermöglicht werden soll, ohne dass eine kulturelle Angleichung der Minderheiten an die Mehrheit erzwungen wird. Französische und britische Siedler, die auf

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Literatur

Auer, K., Srenk, A., Kanada - Westen (13. Auflage, Dormagen 2017)
Senne, L., Kanada
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Quellenangabe
Brockhaus, Kanada. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/kanada