Island [isländisch »Eisland«], amtlich Ísland [ˈliðvεldið ˈiːsland]

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Landesporträt

Island ist eine parlamentarische Republik im äußersten Nordwesten Europas. Parlament und Regierung sitzen in der Hauptstadt Reykjavík. Die Fläche der nordatlantischen Vulkaninsel beträgt 103 000 km2, weniger als ein Drittel Deutschlands. Unter dem Einfluss

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Geografie

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Landschaft

Island liegt, dem untermeerischen Mittelatlantischen Rücken aufsitzend, etwas südlich des nördlichen Polarkreises an der Grenze zwischen Atlantik und Europäischem Nordmeer; die Ausdehnung beträgt von Westen nach Osten rund 500 km, von Norden nach Süden rund 300 km, die Küste ist 4 970 km lang. Der Landschaftscharakter ist im inneren Hochland der einer polaren Kältewüste, im randlichen Tiefland der des subpolaren Wiesenlandes. Vulkane, Geysire, Canyons, Gräben und Erdspalten, Schnee und Eis, Wasserreichtum, Bodenerosion sowie in den Randzonen steile Küsten und grüne Wiesen

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Klima

Islands ozeanisches Klima ist viel milder als sein Name »Eisland« suggeriert. Der relativ warme Irmingerstrom (ein Teil

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Vegetation

Island hat heute keine geschlossene Pflanzendecke und ist – zum großen Teil anthropogen bedingt  – weitgehend waldlos. Von einst über 30 % Waldfläche ist weniger als

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Tierwelt

Nachdem die Eisdecke postglazial abgeschmolzen war, haben es nur wenige Tierarten geschafft, auf der abgelegenen Insel heimisch zu werden. Von den Landsäugetieren ist nur der

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Island hat (2018) 350 000 Einwohner; Bevölkerungswachstum wird erwartet. Es ist das am dünnsten besiedelte Land Europas (3,4 Einw./km2). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten 20 % der Isländer

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Religion

Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit bei gleichzeitiger Verankerung der Lutherischen Kirche von Island als Staatskirche. Diese wurde

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Politik und Recht

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Politik

Nach der Verfassung vom 17.6.1944 (mehrfach modifiziert) ist Island eine parlamentarische Republik. Staatsoberhaupt ist der auf 4 Jahre direkt vom Volk gewählte Präsident (Wiederwahl zulässig). Der Präsident vertritt das Land nach außen, ernennt die Mitglieder

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Nationalsymbole

Die 1913 entworfene und 1915 eingeführte Nationalflagge zeigt im blauen Tuch das rote, weiß umrandete skandinavische Kreuz. Die Farbgebung erinnert an Norwegen, dem sich Island durch die gemeinsame

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Parteien

Wichtige Parteien sind die konservative Independence Party (gegr. 1929, marktwirtschaftlich orientiert), die Progressive Party

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Gewerkschaften

Die Mitgliederstärke der isländischen Gewerkschaften ist seit Jahren relativ stabil. 2014

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Militär

Island ist Gründungsmitglied der NATO, unterhält aber kein eigenes Militär. Zur Überwachung der

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Verwaltung

Island ist administrativ in 8 Regionen gegliedert, hauptsächlich zu statistischen Zwecken.

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Recht

Island gehört dem vom übrigen Europa abweichenden Skandinavischen Rechtskreis (Nordischer Rechtskreis) an. Das isländische Recht ist geprägt

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Bildungswesen

Das Schulsystem beginnt mit dem Kindergarten als fakultativem Angebot für Kinder von 1 bis 6 Jahren.

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Medien

Die Verfassung garantiert die Pressefreiheit. Die Medienlandschaft ist breit gefächert. Neben den staatlichen Medien hat das Unternehmen »365 miðlar« eine

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Island gehört mit einem Bruttonationaleinkommen (BNE) von (2018) 52 103 US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung zu den nordeuropäischen Ländern mit sehr hohem materiellen Wohlstand. Die stabilitäts- und wachstumsorientierte Marktwirtschaft Islands konnte ab den 1980er-Jahren Erfolge aufweisen. Von der weltweiten Finanzmarktkrise 2008

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Landwirtschaft

In der Landwirtschaft herrscht die Viehhaltung aus klimatischen Gründen vor. Wichtigste Produkte sind Schaffleisch, -felle und -wolle sowie Milch, Milchprodukte und Rindfleisch. Dabei ist die Zahl der Schafe, die den Sommer über frei im Binnenland weiden und im Herbst in einer gemeinsamen

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Bodenschätze

Mineralische Bodenschätze (z. B. Schwefel, Rhyolith) sind wegen schwieriger Erschließung von geringer

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Energiewirtschaft

Island hat mit (2016) über 17,5  t Rohöleinheiten (RÖE) pro Kopf den höchsten Primärenergieverbrauch aller OECD-Staaten. Davon wird aber ein großer Teil in energieintensiven Industriebetrieben eingesetzt, die sich wegen der niedrigen Strompreise mit ausländischer

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Industrie

Unter den exportorientierten Industriezweigen nimmt die Fischindustrie den ersten Platz ein. Entlang den Küsten sind

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Tourismus

Zu einer wichtigen Erwerbsquelle Islands hat sich der Tourismus entwickelt. 2010 besuchten 488 600 Touristen Island, 2017 bereits 2 224 600. Das

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Verkehr

Island hat keine Eisenbahn; das Straßennetz umfasst rund 13 000 km (davon 4 400 km Nationalstraßen)

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Geschichte

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Von Erstbesiedelung bis Landnahme

Der griechische Seefahrer Pytheas aus Massalia erreichte Island vermutlich um 330

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Entstehung und Entwicklung des Freistaats

Im Jahr 930 beriefen die Siedler ein für die gesamte Insel zuständiges Parlament, das Althing auf Thingvellir in Südwestisland. Es tagte jeweils zwei Wochen im Juni. Zugang zum Althing hatten alle freien Männer, die über ein bestimmtes Mindestvermögen verfügten. Politisch einflussreich war

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Unter norwegischer und dänischer Herrschaft

Nicht zuletzt wegen der Abhängigkeit von norwegischen Getreidelieferungen mussten die Isländer 1262 in einem Vertrag (Gamli sáttmáli) die Oberhoheit des norwegischen Königs akzeptieren. Mit der Einführung eines auf isländische Verhältnisse zugeschnittenen norwegischen Rechts (Jónsbók, 1281) übernahm der König endgültig die Exekutive und die richterliche Gewalt. Das Rechtssprecheramt wurde abgeschafft, das Althing zu einem Organ königlicher Rechtspflege gemacht und die Goden durch königliche Beamte

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Die unabhängige Republik

Nach einer Volksabstimmung (Mai 1944) löste Island seine Union mit Dänemark; erster Staatspräsident der am 17. 6. 1944 gegründeten Republik Island wurde S. Björnsson (1944–52). 1946

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Island und Europa

Im Januar 1993 ratifizierte das isländische Parlament den Vertrag über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), im Januar 1994 schloss Island mit der EU ein Abkommen über Fischerei und Umweltschutz und wurde 1995 Mitglied des Ostseerates. 2001 trat in Island das Schengener Abkommen in Kraft.

In dem von häufig wechselnden Koalitionskabinetten regierten Island bildeten 1991 die Unabhängigkeitspartei (SF) und die Sozialdemokratische Partei (AF) die Regierung unter Ministerpräsident Davíð Oddsson (* 1948, SF), der dreimal wiedergewählt wurde. Seit 1995 stand er an der Spitze

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Kultur

Nordisch-heidnische Überlieferungen und Bräuche, die über viele Jahrhunderte nur wenig veränderte Sprache und die vom Festland aus Einfluss nehmende europäische Lebensweise formten Islands Kultur. Neben christlichen und staatlichen Feiertagen gehören dazu der Tag der isländischen Sprache (Dagur íslenskrar tungu), das nordgermanische Opferfest Þorrablót und der polytheistische Ásatrú-Kult. Alte Handwerkskünste wie Silberhandwerk, Weben und Stricken, Holzschnitzen werden gepflegt und bewahrt.

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Konzerthaus Harpa in

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Literatur

Magnusson, K., Gebrauchsanweisung für Island (München 2018)
Ragnarsson, Ó., Landin, B., Island  (München 2018)
Bollason, A.
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Quellenangabe
Brockhaus, Island. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/island