Französische Literatur, Bezeichnung für Literatur in französischer Sprache.

Nach der Gliederung

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Von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert

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Älteste Zeugnisse

Die ältesten Zeugnisse der französischen Literatur sind dynastische und völkerrechtliche Texte (»Les serments de Strasbourg«) und im weitesten Sinne missionarische Texte, durch die der Bevölkerung das Evangelium in der jeweiligen (romanischen oder germanischen) Landessprache vermittelt werden sollte;

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Höfischer Roman, Heldenepos, Fabliaux

Um die Mitte des 12. Jahrhunderts bildeten sich als neue literarische Gattungen Versroman und Verserzählung aus, in deren Mittelpunkt die höfische Kultur und Lebenswelt des Hochmittelalters und die ritterliche Liebe stehen. Zwei Stoffkreise – ein antiker und ein keltischer – standen im Mittelpunkt dieser Gattung. Die Werke der klassischen Antike wurden den Vorstellungs- und Lebensformen der Zeit anverwandelt und

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Troubadourlyrik, Mirakel- und Mysterienspiele

Im 12. und 13. Jahrhundert nahm in Frankreich die Lyrik einen wichtigen Platz ein. Zur volkstümlichen Lyrik gehörten u. a. die episch gefärbten, romanzenartigen »Chansons d'histoire« und die »Chansons de toile«, die »Rondeaux« und »Virelais« (Tanzlieder), die »Rotrouenges« (Lieder mit Kehrreim), »Pastourelles« (Liebeslieder der Hirten) und die »Reverdies« (Frühlingslieder). Durch die Höfe,

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14./15. Jahrhundert – Hinwendung zur Lebenswirklichkeit

Mit dem wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg des städtischen Bürgertums entwickelten sich seit dem Ende des 13. Jahrhunderts von der aristokratisch-höfischen Kultur abweichende Lebensformen, die literarisch dargestellt wurden. Von der höfischen Poesie unterschied sich die Dichtung des späten Mittelalters durch die (teils satirische) Hinwendung zur Lebenswirklichkeit und eine Akzentuierung des Sinnenhaften und des derb Sinnlichen. Deutlich geprägt durch den Wandel von Lebenshaltung und Weltanschauung im späten Mittelalter ist der allegorische Rosenroman (»Roman de la Rose«), dessen (unvollendeter) erster Teil zwischen 1225 und

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16. Jahrhundert: Renaissance und Humanismus

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Die Anfänge der humanistischen Kultur

Mit dem Eingreifen französischer Könige in die politischen Auseinandersetzungen in Oberitalien seit dem Ende des 15. Jahrhunderts wuchs das Interesse der französischen Eliten an der italienischen Renaissancekultur, am Renaissancehumanismus und an der antiken Kultur. Franz I. zog italienische

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Die Anfänge der neufranzösischen Lyrik

Die Lyrik der Renaissance begann gleichfalls mit Übersetzungen. C. Marot, der die erste französische Psalmenübersetzung vorlegte (als Anhänger der Reformation war er Verfolgungen ausgesetzt), steht mit seinen eigenen lyrischen Werken zwischen mittelalterlichen Traditionen und der Formensprache

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Das Drama der Renaissance

Nach dem Vorbild der Antikenrezeption in der italienischen Renaissance wurde auch in Frankreich das antike

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Die Prosa

In der Erzählprosa wurden ebenfalls Formen der italienischen Renaissancedichtung übernommen. So verweist das in Novellenform gehaltene »Heptaméron« (herausgegeben 1559) der Margarete von Navarra (der Schwester Franz' I.) auf das Vorbild des »Decamerone« von Boccaccio. Humanistisch gebildet und neuplatonischem

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17. Jahrhundert: Zeitalter der Klassik

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Historische und kulturelle Grundlagen

Die Regierung Heinrichs IV. hatte nach den konfessionellen Auseinandersetzungen des 16. Jahrhunderts eine Periode inneren Friedens eingeleitet, der nach der Ermordung des Königs 1610 jedoch eine Zeit erneuter politischer Instabilität gefolgt war. Die Politik Richelieus und (nach

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Die Salons und ihre Literatur

Eine wichtige Funktion für die Entwicklung des klassischen Stils hatten die das kulturelle Leben entscheidend mitprägenden, meist von adligen Damen begründeten Salons (zum Beispiel der Marquise Catherine

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Die Herausbildung der klassischen Doktrin

Die Bezeichnung »barock« für die französische Literatur des 17. Jahrhunderts ist problematisch. Für die Salonkultur trifft sie zu, ebenso für das Theater der ersten Jahrzehnte, das von komplizierter dramatischer Aktion, extremen Handlungsumschwüngen, unwahrscheinlichen Episoden und einer Mischung der Stile gekennzeichnet war (u. a. A. Hardy, T. de

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Das klassische Drama

Die Aufführung des »Cid« von P. Corneille (1637; deutsch »Der Cid«) hatte einen literarischen Streit wegen Nichtbeachtung der klassischen Regeln ausgelöst, der u. a. in der Académie française ausgetragen wurde; mit den folgenden Stücken (darunter »Horace«,

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Die Literatur neben dem klassischen Drama

Eine Zusammenfassung der klassisch-rationalistischen Dichtungskonzeption nahm N. Boileau-Despréaux in dem Lehrgedicht »L'art poétique« (1674; deutsch »Die Dichtkunst«) vor. Das Plädoyer für eine vernunftgeleitete Poesie sowie die Nachahmung der idealtypisch verstandenen »Natur« und Antike entsprang dabei der Überzeugung von der zeitlosen Gültigkeit eines ästhetischen Modells.

Ein wichtiger Repräsentant der klassischen französischen Literatur war auch J. de La Fontaine; obwohl das zeitgenössische Publikum v. a. seine erotischen Dichtungen schätzte, ging er in die Weltliteratur ein als Erneuerer der Fabel: Er übertrug die antiken Quellen in

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Die Vorboten der Aufklärung

In der Querelle des anciens et des modernes, der von C. Perrault 1687 ausgelösten Literaturdebatte, erklärten zahlreiche Autoren die ästhetischen Normvorstellungen der klassischen Doktrin als unvereinbar

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18. Jahrhundert: Aufklärung und Klassizismus

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Historische und gesellschaftliche Grundlagen der Aufklärung

Im Rückgriff auf rationalistische und skeptische Traditionen und vor dem Hintergrund absolutistischer Willkürherrschaft sowie scheiternder innenpolitischer Reformansätze verstärkte sich während des 18. Jahrhunderts die politische und philosophische, soziale, religiöse und allgemein kulturelle Kritik.

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Drama und Roman bis 1750

Die französische Literatur blieb im 18. Jahrhundert weitgehend der Formensprache der Klassik treu, erfüllte sie aber mit neuem Gehalt, zum Teil löste sie sich auch von den ästhetischen Traditionen. Im Bereich der Tragödie sprach sich A. Houdar de La Motte gegen Versform und Einheitsregeln sowie die Beschränkung auf ein Figurenrepertoire der antik-mythologischen Überlieferung

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Die Blütezeit der Aufklärung

C. de Montesquieu plädierte mit seinem Briefroman »Lettres persanes« (1721; deutsch u. a. als »Persische Briefe«) durch die Gegenüberstellung von orientalischen und europäischen Wertvorstellungen für kulturelle Toleranz; gleichzeitig deutete er durch die Haremsrevolte in der Heimat der beiden persischen Reisenden die Befreiung der Frau aus den Fesseln des Patriarchats an. Er prägte das neuzeitliche historische Denken, indem er (anders als z. B. noch Bossuet) Geschichte nicht mehr als Schauplatz göttlicher Vorsehung, sondern aus geografischen und gesellschaftlichen Bedingungen heraus verstand. Ebenso basiert seine Staatstheorie

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Der Klassizismus der Revolutionszeit

Die französische Literatur während der Französischen Revolution und bis in die Zeit des Empire war – u. a. entsprechend der

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Von 1800 bis zum Ersten Weltkrieg: Von der Romantik zur Moderne

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Vorromantik

Die Französische Revolution hatte – außer der politischen – eine gesellschaftliche Neuordnung bewirkt, die der aristokratisch geprägten Salonkultur ein Ende setzte. Schriftsteller, die der liberalen Opposition zugehörten, verließen das Frankreich Napoleons I. und schrieben über die Exilerfahrungen. Die berühmteste Emigrantin, Germaine de Staël, leitete in ihrem Werk »De la littérature ...« (1804; deutsch »Über Literatur ...«) aus

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Romantik

Die eigentlich romantischen Schriftsteller sammelten sich seit den 1820er-Jahren in den Cénacles zunächst um C. Nodier, später um V. Hugo. Die Lösung von den Normen der Klassik war verbunden mit einer Konzeption der Literatur als eines Mediums, durch das die zeitgenössische Befindlichkeit in ihren Widersprüchen darstellbar wurde. Es war die Erfahrung des Verlusts der alten Ordnungen, zum Teil auch des Fortschrittsglaubens der Aufklärung, die die Suche nach einer neuen (philosophisch, religiös oder humanitär verstandenen) Idealität auslöste. Das neue Dichtungs- und Selbstverständnis wurde

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Die realistischen Romane

Die Romane Stendhals und H. de Balzacs, die sowohl historischen als auch zeitgenössischen Hintergrund haben, stehen am Beginn des großen realistischen Romans der französischen Literatur. Realistische Züge kennzeichnen auch die Novellen Mérimées, die vielfach romantische Motive und zum Teil exotische Milieus verarbeiten. In »Carmen« (1845; deutsch) schuf er den archetypischen Charakter einer Verführerin und »femme fatale«,

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Die Lyrik des Parnasse

Gegen eine für religiöse, moralische oder politische Zielsetzungen engagierte Literatur und auch gegen die Indienstnahme der Literatur für außerliterarische Zwecke setzte T. Gautier das Prinzip des L'art pour l'art

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Naturalismus

Seit der Jahrhundertmitte wurde der Positivismus A. Comtes mit seinem an der naturwissenschaftlichen Methode orientierten Bemühen um den Nachweis der Gesetzmäßigkeit aller Erscheinungen zur leitenden Theorie in verschiedenen Disziplinen (z. B. in der Religionswissenschaft E. Renans und der Historiografie H. Taines). Der positivistische Ansatz,

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Symbolismus und Décadence

Als Gegenbewegung zu Positivismus und Naturalismus entwickelte sich die symbolistische Dichtung. Sie wollte kein Abbild der Wirklichkeit bieten, sondern hinter den äußeren Erscheinungen zeichenhaft verborgene Seins- und Bewusstseinsschichten evozieren: An die Stelle begrifflich definierbarer Ideen trat die Vieldeutigkeit der Symbole; der Dichter will dunkel andeuten (französisch »suggérer«), nicht benennen. Charakteristika symbolistischer Poesie sind v. a.

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Literarische Tendenzen der Jahrhundertwende

Gleichermaßen gegen den positivistisch-deterministischen Zeitgeist wie die laizistische Politik der Dritten Republik formierte sich gegen Ende des Jahrhunderts die Bewegung des Renouveau catholique (zunächst v. a. mit L. Bloy, Huysmans, P. Claudel, C. Péguy, Jammes), die auf eine Erneuerung von Literatur und Gesellschaft aus dem Glauben heraus zielte. Sie verband sich zum Teil mit Bestrebungen nach nationaler

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Vom Ersten Weltkrieg bis 1945

Das Erlebnis des Ersten Weltkriegs, des Zusammenbruchs traditionell-abendländischer Wertvorstellungen, führte zur entscheidenden Zäsur in den politischen und gesellschaftlichen Positionen wie auch in den literarischen Richtungen. Für den Pazifismus und die Völkerverständigung engagierte sich R. Rolland, der von der neutralen Schweiz aus das Traktat »Au-dessus de la mêlée« (1914; deutsch »Über dem Kampfgetümmel«) veröffentlichte, wofür er in Frankreich, wo sich die meisten Schriftsteller und Intellektuellen der patriotischen »union sacrée« (dem »heiligen Bündnis«) anschlossen, heftig kritisiert wurde. Unmittelbares Erleben der Grauen des Krieges

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Die literarische Entwicklung seit 1945

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Die Lyrik

Nach 1945 nahm die Lyrik zunächst die Anregungen von Dadaismus und Surrealismus auf: Experimentell ausgerichtet war der »Lettrisme«, eine Art konkreter Poesie, die sich durch die Verselbstständigung lautlicher und grafischer Elemente der bildenden Kunst

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Die Dramatik

In der Dramatik waren nach 1945 zwei gegensätzliche Tendenzen zu unterscheiden: Zum einen die traditionellen Mustern folgenden Stücke, dazu gehören die Dramen aus dem Umfeld des Existenzialismus und die theaterwirksamen Werke J. Anouilhs. Völlig neue Wege beschritt dagegen das Theater des Absurden. Es zeigte – als

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Der Roman

Wie das Theater des Absurden stellte auch der Nouveau Roman die Kohärenz der Welt infrage, was sich in neuartigen Erzähltechniken niederschlug. An die Stelle einer zusammenhängenden Handlung tritt ein vielschichtiges Netz von Bezügen. Traditionelle Romanfiguren treten höchstens am Rande in Erscheinung. Konstitutiv für die Darstellung ist eine (u. a. durch die phänomenologische Methode angeregte) rein deskriptive Technik; die oberflächenhaft-registrierende Beschreibung eröffnet keine Deutungen und Bedeutungen im herkömmlichen

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Nouvelle critique

Wichtige Impulse für die zeitgenössische französische Literatur gingen von der Literaturkritik aus. Bereits in den literaturtheoretisch-essayistischen Werken von G. Bataille, M. Blanchot und G. Bachelard war der im engeren Sinn

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Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts

Nach dem »terreur théorique« öffnete sich die französische Literatur in den 1970er-/80er-Jahren. Im Gegensatz zur hermetischen Selbstbezogenheit des Nouveau Roman wurden wieder Geschichten erzählt (Le Clézio, Sylvie Germain). Aus der seit dem Autorenkino existierenden engen Verbindung zwischen Literatur und Film etablierten sich Kriminalroman (Jean-Claude Izzo, * 1945, † 2000; Daniel Pennac, * 1944; Jean-Christophe Grangé, * 1961; Fred Vargas; Didier Daenickx, * 1949), Science-Fiction und Comic als breite Gegenkultur. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Film und Literatur äußerten sich in einem unkonventionellen Stil und einer verkürzten

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Quellenangabe
Brockhaus, Französische Literatur. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/französische-literatur