Erdöl, englisch Petroleum [pəˈtrəʊlɪəm]. Erdöl ist ein flüssiges, natürlich vorkommendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen und

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Zusammensetzung

Erdöl ist je nach Herkunft unterschiedlich zusammengesetzt. Es enthält flüssige, aber auch gelöste gasförmige und feste Kohlenwasserstoffe, darunter v. a. Alkane, Cycloalkane

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Entstehung und Lagerstätten

Ursprung: Die ältesten Erdöllagerstätten stammen aus dem Präkambrium. Der Ursprung des Erdöls ist noch nicht restlos geklärt. Wegen der chemischen Zusammensetzung gilt jedoch als ziemlich sicher, dass es von organischen Stoffen stammt, die im Meer (Salz- oder Brackwasser) gebildet wurden. Früher glaubte man, dass nur in Randmeeren mit behinderter Bodenwasserzirkulation, also dort, wo Faulschlamm entsteht (d. h. unter anaeroben Verhältnissen), die Voraussetzungen für die Bildung von Erdöl gegeben sind. Hier ist das Wasser am Meeresboden

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Gewinnung

Erdölexploration: Bei der Suche nach Erdöllagerstätten werden geologische und geophysikalische Methoden (Aufschlussverfahren) angewandt. Um die Gebiete einzugrenzen, in denen nach Lagerstätten gebohrt wird, finden zunächst seismische Untersuchungen statt. In den 1980er-Jahren ist dafür die 3-D-Seismik entwickelt worden, mit der man den Aufbau des Untergrundes bis in Tiefen von 5 000 bis 6 000 m in dreidimensionaler Genauigkeit erkunden kann. Das Prinzip beruht darauf, dass Schallwellen an den

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Transport und Verarbeitung

Transport: Das geförderte Erdöl wird in Separatoren auf dem Erdölfeld von niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen (Erdölgas) befreit, außerdem von Wasser (eventuell nach Zusatz von Demulgatoren) sowie gegebenenfalls von mitgefördertem Sand. Über See, zwischen den großen Kontinenten (Naher Osten nach Europa, Asien und Amerika; Afrika nach Europa und Amerika; Lateinamerika nach Nordamerika) wird Erdöl mit Tankern beziehungsweise kombiniert in Rohrleitungen

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Wirtschaft

Förderung: Mit dem Aufkommen des Automobils und seiner massenhaften Verbreitung und dem Wachsen der petrochemischen Industrie nahm die Bedeutung des Erdöls seit Beginn des 20. Jahrhunderts dramatisch zu. Neben den traditionell wichtigen Produzenten USA und Russland zählen zu den bedeutenden Förderländern: ab 1900 Indonesien und Mexiko, nach 1914 Irak, Iran, Venezuela und nach dem Zweiten Weltkrieg Saudi-Arabien, Kuwait, Kanada, Katar (1950), Algerien (1952), Nigeria (1958), Oman (1963), China (1960er-Jahre), Norwegen und Großbritannien (1970er-Jahre). Der Anteil der Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC

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Reserven und Ressourcen

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) schätzt das Gesamtpotenzial an konventionellem Erdöl auf rd. 334 Mrd. t. Neben dem Teil, der bislang über die Jahre hinweg gefördert wurde (kumulierte Förderung), zählen zum Gesamtpotenzial die Reserven und Ressourcen. Reserven sind diejenigen Ölmengen, die aus heutiger Sicht wirtschaftlich und technisch abgebaut werden können. Als Ressourcen

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Erdöl und Politik

Durch seine steigende wirtschaftliche Bedeutung im 20. Jahrhundert wurde das Erdöl auch zu einem wichtigen Faktor politischer Entwicklungen und internationaler Konflikte. Der hohe Finanzbedarf und die technischen Besonderheiten des Erdölmarktes hatten bereits vor 1914 zur Bildung großer, kapitalkräftiger Konzerne geführt. Während des Ersten Weltkrieges wurde dann die militärstrategische Bedeutung des Rohstoffs offensichtlich. Zum einen ließen die erstmals eingesetzten benzinbetriebenen Panzer und Flugzeuge den Erdölverbrauch des Militärs drastisch ansteigen; zum anderen waren die kriegführenden Mächte aufgrund der langen Kriegsdauer gezwungen, mehr Erdöllagerstätten

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Geschichtliches

Natürlich an der Erdoberfläche austretendes Erdöl und das beim Verdampfen der flüchtigen Anteile zurückbleibende Bitumen wurden schon vor etwa 4 000 Jahren genutzt. Die alten Chinesen z. B. bohrten nach Erdöl und verwendeten es für Beleuchtungszwecke. In Mesopotamien diente Bitumen u. a.

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Werke

Weiterführende Literatur:

Geology of petroleum, hg. v. H. Beckmann, 8 Bde. (Stuttgart 1–21976–95);
Ferdinand Mayer: Petro-Atlas Erdöl u. Erdgas (3
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Quellenangabe
Brockhaus, Erdöl. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/erdöl