Die deutsche Einheit ist das Zentralproblem der Deutschen Frage nach 1945.

Die

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Der Ausgangspunkt: Die Spaltung Deutschlands 1945–49

Der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 stellte die tiefste Zäsur in der deutschen Geschichte dar und zerstörte die deutsche Einheit. Auf dem Boden des mit der militärischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg zusammengebrochenen und in vier Besatzungszonen aufgeteilten Deutschen Reiches war

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Provisorium und gesamtdeutscher Anspruch: die westliche Sicht

Die Politik der Bundesregierung in der Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland stand vor der doppelten Aufgabe der Reorganisation des Staates und der inneren Demokratisierung der Gesellschaft. Während die erste Aufgabe in die engere Gründungsphase fiel, setzte die innere Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft in den 1960er-Jahren ein. Die Bundesrepublik Deutschland verfügte von Beginn an über andere Legitimationsgrundlagen als das Deutsche Reich. Sie war nicht national fundiert, sondern wurde zu einem Teil der westlichen Integrationszone im Ost-West-Gegensatz. Die um 1950 einsetzende Phase

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Sozialistischer Staat, sozialistische Nation: die Sicht der DDR

Die DDR änderte ihre Positionen zur deutschen Einheit mehrmals, jeweils abhängig von der internationalen Lage. Die erste Verfassung der DDR vom 7. 10. 1949 beanspruchte gesamtdeutsche Geltung. Danach bestand die deutsche Einheit weiterhin fort, Wiedervereinigung war keine Aufgabe (Artikel 1: »Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik«). Die DDR sah sich in ihrer Gründungsphase voll identisch mit dem 1945 nicht untergegangenen deutschen Staat. Sie fasste ihre eigene Staatsordnung als Kern des wieder zu organisierenden deutschen Staates auf.

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Die Deutschlandpolitik der Bundesrepublik

Die Politik von Bundeskanzler Konrad Adenauer (1949–63) zielte darauf, die Bundesrepublik Deutschland fest in den Westen einzubinden. Die Durchsetzung der Westbindung war dabei innenpolitisch nur deshalb mehrheitsfähig, weil Adenauer dafür als Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung warb. Die Westintegration galt als Bedingung einer »Politik der Stärke«, der die Kohäsionskräfte des kommunistischen Ostblocks nicht widerstehen könnten (»Magnettheorie«). Zwischen der offiziellen Politik der Westbindung und der Haltung der Bevölkerung zur deutschen Einheit bestanden aber große Unterschiede. In den 1950er-Jahren dachten die Deutschen

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Die Deutschlandpolitik der DDR

In ihrer Gründungsphase erhob die DDR ausdrücklich einen gesamtdeutschen Anspruch. Die Bundesrepublik Deutschland wurde als westdeutscher Separatstaat bezeichnet. Fernziel war die Ausdehnung des Systems der DDR unter dem Vorzeichen eines gemeinsamen Antifaschismus auf das gesamte Deutschland. Der Antifaschismus bildete die wichtigste Legitimationsideologie der DDR. Besonders in den bildungsbürgerlichen Schichten wirkte er als »Loyalitätsfalle« (Annette Simon). Dabei wurde der Faschismusbegriff der SED zeitlich und räumlich

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Staatsbewusstsein, Zusammengehörigkeit, Identität

Die Versuche der Selbstanerkennung der Bundesrepublik Deutschland als souveräner Staat nahmen in den 1960er-Jahren zu (»Ende der Nachkriegszeit«, Ludwig  Erhard). In der Zeitschrift »Hochland« debattierten 1967/68 konservative Publizisten über den Abschied vom »Provisorium Bundesrepublik Deutschland« und über eine eigene Nationalität. Demnach fehlte der Bundesrepublik Deutschland zur vollen Staatlichkeit nicht der Anschluss fehlender Teile (»Kernstaatstheorie«), sondern die Ergänzung ihres Wesens durch die Anerkennung eines eigenen Staatsvolks (»Teilstaatsthese«, Burghard Freudenfeld;  *1918). Dass die Bundesrepublik Deutschland ein Provisorium auf dem Weg zur deutschen

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Der Weg zur deutschen Einheit (1989/90)

Trotz einer verschärften Repression in der DDR erhöhte sich, begleitet von allgemein sinkender innerer Akzeptanz des SED-Regimes seitens der Bevölkerung, in den 1980er-Jahren der Abwanderungsdruck (steigende Zahl der Ausreiseanträge, unverminderte Zahl von Flüchtlingen über die innerdeutsche Grenze). Es

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Innere Einheit

Die Bundestagswahl vom 2. 12. 1990 stellte ein gesamtdeutsches Referendum über die deutsche Einheit dar, das die regierende Koalition aus CDU/CSU und FDP unter Bundeskanzler Helmut Kohl deutlich gewann. Relativ schnell waren zwar 1990 das Wirtschafts-, Rechts- und Sozialsystem (wenn auch teilweise vorerst in modifizierter Form) auf die fünf »neuen« Länder übertragen und der Prozess der organisatorischen Eingliederung der Parteien und Gewerkschaften der DDR in entsprechende westdeutsche Organisationen abgeschlossen worden. Die Probleme der inneren Einheit betrafen weniger das politische System als

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Literatur

Die Gestaltung der deutschen Einheit. Geschichte, Politik, Gesellschaft, hg. v. E. Jesse u. a. (1992);
Deutschland. Eine Nation – doppelte Geschichte. Materialien zum deutschen Selbstverständnis, hg. v. W. Weidenfeld (1993);
S. Meuschel: Legitimation u. Parteiherrschaft. Zum Paradox v. Stabilität u. Revolution in der DDR 1945–1989 (31993);
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Quellenangabe
Brockhaus, Deutsche Einheit. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/deutsche-einheit