Afghanistan, amtlich: Paschto Da Afġānistān Islāmī Dschomhoriyat, Dari Dschomhuri-ye Eslāmi-ye Afghānestān

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Landesporträt

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Die Flagge von Afghanistan ist in drei vertikale Bahnen

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Geografie

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Landschaft

Afghanistan grenzt im Norden an UsbekistanTadschikistan und China, im Osten und Süden an Pakistan, im Westen an Iran und im Nordwesten an Turkmenistan.

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Hindukusch. Die baumlosen, kargen Gebirgszüge liegen überwiegend in Afghanistan.

Der zentrale Hindukusch, ein glazial überformtes Hochgebirge, teilt Afghanistan in eine Nord- und eine Südregion. Im Osten erreicht es Gipfelhöhen von 5000 bis über 7000 m über dem Meeresspiegel

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Klima und Vegetation

Bei mittleren Sommertemperaturen von 30 °C und mittleren Wintertemperaturen von 2 °C im Norden und 7 °C im Süden ist das Klima kontinental; die Extreme

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Angaben über die Bevölkerung beruhen aufgrund der Flüchtlingswellen in den letzten Jahrzehnten auf Schätzungen und unterliegen zudem großen Schwankungen. Die Bevölkerung des Vielvölkerstaates besteht aus etwa 55 (andere Angaben: über 200) unterschiedlich großen Volksgruppen. Größte und bedeutendste

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Religion

Der Islam, zu dem sich mit über 99 % nahezu die gesamte Bevölkerung bekennt, ist Staatsreligion. 85–90 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime (überwiegend der hanefitischen Rechtsschule). Die Hazara, viele Tadschiken (Zentrum Herat)

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Politik und Recht

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Politik

Nach der am 4. 1. 2004 von der Großen Ratsversammlung (Loya Jirga) verabschiedeten Verfassung (seit 16. 1. 2004 in Kraft) ist Afghanistan eine islamische Republik mit Präsidialsystem. Staatsoberhaupt und Regierungschef mit weitgehenden Vollmachten ist der auf fünf Jahre gewählte Präsident, seit 2014 A. Ghani. Eine Wiederwahl ist möglich. Dem Präsidenten stehen zwei für die gleiche Zeit

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Nationalsymbole

Die am 28. 1. 2002 angenommene und am 5. 2. 2002 offiziell eingeführte neue schwarz-rot-grüne Flagge zeigt im roten Mittelstreifen

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Militär

Nach Beendigung der Talibanherrschaft wurde unter Leitung der amerikanischen Streitkräfte mit dem Aufbau der Afghan

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Verwaltung

Afghanistan ist in 34 Provinzen (Welayat) unter Leitung von Gouverneuren (von

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Recht

Grundlage des Rechtssystems ist neben der Verfassung das Petersberger Abkommen von 2001. Danach gelten alle bestehenden Rechtsvorschriften, soweit ihnen nicht völkerrechtliche Verpflichtungen Afghanistans

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Bildungswesen

Die Verfassung stellt die Ausgestaltung des Bildungswesens in die Richtlinienkompetenz des Staates und erlegt diesem eine besondere Verantwortung für die Förderung der islamischen religiösen Erziehung auf. Das 1996–2001 faktisch nicht bestehende Schulsystem befindet sich (begonnen in Kabul

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Medien

Die Verfassung von 2004 gewährt zwar Meinungs- und Pressefreiheit, das politische und gesellschaftliche Umfeld behindert jedoch eine freie journalistischen Arbeit. Im Vergleich mit den Nachbarstaaten

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Nach fast vier Jahrzehnten Krieg zählt Afghanistan mehr denn je zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Das meist niedrigen Wirtschaftswachstum beruht vor allem auf außenfinanzierten Infrastruktur- und Entwicklungsprojekten durch eine internationalen

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Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist eine wichtige Stütze der afghanischen Wirtschaft. Darin arbeiten ein Viertel der Erwerbstätigen, allerdings

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Bodenschätze

Die jahrzehntelangen Kriegseinwirkungen und die unzureichende Verkehrserschließung behinderten bislang die Entwicklung des

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Industrie

Die Industrie ist wenig entwickelt und durch die Zerstörung von Produktionsanlagen,

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Tourismus

Afghanistan war in den 1960er- bis 1970er-Jahren eines der beliebtesten Tourismusziele

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Verkehr

Die geografischen Bedingungen Afghanistans (Binnenland, Gebirgslandschaft) beeinträchtigen die Verkehrserschließung. Da Eisenbahnen nahezu ganz fehlen, sind Straßen

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Geschichte

Das Gebiet von Afghanistan – in der westlichen Historiografie u. a. als militärisches

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Vorgeschichte

Die Vorgeschichte Afghanistans ist wenig erforscht, die Chronologie der Kulturstufen nicht gesichert. Erste Höhlenfunde, die auf mittelsteinzeitliche Jäger und

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Afghanistan im Altertum

Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde die Region des heutigen Afghanistans vom Perserkönig Kyros II. erobert. Bis 331 v. Chr. war es Bestandteil des Achaimenidenreiches,

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Verbreitung des Islam

Seit dem 7. Jahrhundert wurde mit den arabischen Eroberungszügen der Islam westlich und nördlich des Hindukusch verbreitet, das Gebiet südöstlich des Hindukusch aber erst im 10. Jahrhundert islamisiert. Auf die Dynastie der Tahiriden (821–873) in Meschhed, die noch Bagdad verpflichtet war, folgten die Saffariden

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Der Aufstieg der Paschtunen und ihre Reichsgründungen (16.–19. Jahrhundert)

Seit dem 16. Jahrhundert begehrten die paschtunischen Stämme, die südlich des Hindukusch lebten, in verschiedenen Kriegen gegen die umliegenden Imperien auf. 1672 erlitten die Moguln eine schwere Niederlage gegen paschtunische Stämme und konnten nur

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Die Zeit der angloafghanischen Kriege

Die Kolonialmächte Russland und Großbritannien (Britisch-Indien) verschoben seit Beginn des 19. Jahrhunderts kontinuierlich ihre Grenzen in Richtung Afghanistan. Da die Briten eine Annäherung des Landes an Russland befürchteten, zogen sie zweimal gegen Afghanistan in den Krieg (1. und 2. angloafghanischer Krieg, 1838–42; 1878–80) und besetzten große Teile des Landes. Im Januar

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Die afghanische Monarchie von Habib Ullah bis Sahir Schah (1901–73)

Habib Ullah (1901–19) verfolgte einen moderateren Kurs, setzte aber kaum eigene Akzente; im Ersten Weltkrieg blieb Afghanistan neutral. Im 3. angloafghanischen Krieg (1919) erreichte Emir Aman Ullah (1919–29; seit 1926 König) im Vertrag von Rawalpindi (8. 8. 1919) die staatliche Unabhängigkeit seines Landes. 1921 schloss Afghanistan einen Freundschaftsvertrag mit Sowjetrussland und stellte diplomatische Beziehungen zu Großbritannien her. Beeinflusst von den Ideen des türkischen Reformpolitikers Atatürk und dessen Anhängern in Afghanistan, den »Jungafghanen« um Mahmud

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Vom Sturz Sahir Schahs bis zur Machtergreifung der Kommunisten

Der Sturz Sahir Schahs durch einen Militärputsch seines Vetters M. Daud Khan am 17. 7. 1973 leitete eine neue Phase ein. Daud Khan rief die Republik aus und ernannte sich

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Sowjetische Invasion

Unter Berufung auf den am 5. 12. 1978 mit Afghanistan unterzeichneten Freundschaftsvertrag marschierten auf Befehl L. I. Breschnews Ende Dezember 1979 sowjetische Truppen in Afghanistan ein, um den Einfluss der UdSSR in Afghanistan zu sichern und Amin auszuschalten; dieser wurde am 27. 12. 1979 gestürzt und ermordet. Karmal, der 1978 als Botschafter nach Prag abgeschoben worden war, wurde 1980 neuer Staats- und Regierungschef sowie Parteivorsitzender. Er verfolgte einen gemäßigteren, strikt prosowjetischen Kurs. Im

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Bürgerkrieg der Mudjahedin

Im Februar 1989 verhängte Najibullah den Ausnahmezustand über das Land (bis Mai 1990) und konstituierte einen Militärrat. Am 23. 2. 1989 bildeten die sieben sunnitischen Mudjahedin-Gruppierungen im pakistanischen Rawalpindi eine Gegenregierung mit Sibghatullah Mojaddedi (* 1922 oder 1925) als Präsidenten. Am 6. 3. 1990 scheiterte ein Putschversuch des Verteidigungsministers Shahnawaz Tanai gegen Najibullah. Durch eine Verfassungsänderung im Mai 1990 sagte sich Afghanistan endgültig vom sozialistischen Entwicklungsweg los (Verankerung islamischer Grundsätze). Die 1987

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Afghanistan unter den Taliban

1994 griffen die vor allem von Pakistan und Saudi-Arabien unterstützten radikalislamischen paschtunischen Taliban (»Religionsstudenten«) als neue militärisch-politische Kraft in den afghanischen Bürgerkrieg ein. Auch dem strategischen Interesse verschiedener Erdölfirmen (z. B. die amerikanische Union Oil Company of California [Unocal], die argentinische Bridas Corporation), die um den Bau einer Erdgaspipeline von Turkmenistan nach Pakistan konkurrierten, kam die Ausbreitung der Taliban entgegen.

Die Taliban, die sich vor allem aus Koranschülern (afghanischen Flüchtlingen) im pakistanischen Grenzgebiet rekrutierten, bemächtigten sich zunächst Kandahars im

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Der 11. September und der Sturz der Taliban

Am 9. 9. 2001 fiel Massud, der militärische Führer der Nordallianz, einem Attentat zum Opfer. Zwei Tage später, am 11. 9. 2001, erfolgten in den USA die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und auf das Pentagon. Die Forderung

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Staatlicher Neubeginn

Der Sturz der Taliban bedingte eine politische Neuordnung Afghanistans unter internationaler Vermittlung. Die vom 27. 11. bis 5. 12. 2001 unter Leitung der UNO auf dem Petersberg bei Bonn tagende Afghanistan-Konferenz, an der sich wichtige politische und ethnische (Exil-)Gruppierungen Afghanistans beteiligten, erreichte ein Rahmenabkommen für eine Interimsordnung mit Übergangsregierung, Wahlen und einer verfassunggebenden Loya Jirga. Zum Präsidenten der provisorischen Regierung

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Machtkämpfe und weitere Konflikte

Die Präsidentschaftswahl im August 2009 war von zahlreichen Unregelmäßigkeiten begleitet. Aufgrund von Betrugsvorwürfen erklärte die Wahlbeschwerdekommission Hunderttausende von Stimmen für ungültig. Schließlich wurde für Karsai ein Stimmenanteil von 49,67 % ermittelt. Die Wahlkommission setzte für den 7. 11 2009 einen Stichentscheid zwischen Karsai und dem stärksten Herausforderer, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah (*  1960), an. Dieser erklärte seinen Verzicht auf die Stichwahl, da er deren ordnungsgemäße Durchführung als nicht gesichert ansah. Daraufhin wurde Karsai zum Wahlsieger erklärt. Die Parlamentswahlen

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Kultur

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Literatur

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Quellenangabe
Brockhaus, Afghanistan. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/afghanistan