Äthiopien, amharisch Ityop'ya, deutsch Demokratische Bundesrepublik Äthiopien, Staat in Nordostafrika mit

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Landesporträt

Äthiopien ist eine bundesstaatliche Republik in Nordostafrika mit Addis Abeba als Hauptstadt und einziger Metropole. Das höchstgelegene Land Afrikas wird von einem gebirgigen Hochland bestimmt. Es läuft nach Westen in eine Savannen- und nach Osten in eine Steppenlandschaft aus. Das bevölkerungsreiche Binnenland

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Geografie

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Landschaft

Äthiopien grenzt im Nordosten an Eritrea, im Osten und Südosten an Dschibuti und Somalia, im Süden an Kenia, im Westen an die Republik Südsudan und im Nordwesten an die Republik Sudan

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Klima

Die erheblichen klimatischen Unterschiede innerhalb von Äthiopien sind in erster Linie durch die Höhe bedingt.

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Vegetation

Dem Höhenanstieg entsprechen Klima- und Vegetationsstufen: Bis 1 800 m über dem Meeresspiegel reicht die tropisch heiße Kolla; sie

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat mit über 80 Nationalitäten und ethnischen Gruppen; entsprechend hoch ist auch die Zahl einheimischer Sprachen und Dialekte. Die Oromo (35 %), die vorwiegend im Zentrum und Süden des Landes leben, die Somal

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Religion

Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und folgt dem Prinzip der Trennung von Staat und Religion. Die dominierenden Religionen sind das Christentum (Christen überwiegend äthiopisch-orthodoxer Konfession) und der Islam (Sunniten

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Politik und Recht

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Politik

Die am 22.8.1995 in Kraft getretene Verfassung definiert Äthiopien als parlamentarische Republik mit bundesstaatlicher Ordnung. Sie garantiert den verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen weitgehende Autonomie und räumt den auf der Grundlage ethnischer Kriterien (Sprachregionen und Siedlungsgebiete) gebildeten Regionalstaaten (Kilil) das Recht auf Austritt aus dem Staatsverband

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge ist horizontal in Grün über Gelb über Rot gestreift mit dem Wappen in

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Parteien

Einflussreichste Kraft innerhalb eines breit gefächerten Parteienspektrums ist das Bündnis Ethiopian People's Revolutionary Democratic Forces (EPRDF;

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Gewerkschaften

Die Confederation of Ethiopian Trade Unions (CETU) ist Dachverband von acht

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Militär

Die nationalen Streitkräfte Ethiopian National Defense Forces (ENDF) umfassen rund 138 000

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Verwaltung

Äthiopien ist in 9 Regionalstaaten sowie die beiden Stadtregionen der Hauptstadt

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Recht

Der Gerichtsaufbau besteht aus Bundesgerichten mit einem Obersten Bundesgerichtshof und dem

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Bildungswesen

Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 6. bis 14. Lebensjahr. Das Schulsystem ist gegliedert

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Medien

Der Staat dominiert die Medienlandschaft, insbesondere den Rundfunk, und hat mit dem staatlich kontrollierten Anbieter »Ethio Telecom« das Telekommunikationsmonopol. Mit einem restriktiven Medienrecht und strafrechtlichen

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Infolge von Bürgerkrieg und immer wiederkehrenden katastrophalen Dürreperioden zählt Äthiopien weltweit zu den am wenigsten entwickelten Ländern. Das Bruttonationaleinkommen (BNE) beträgt (2017) 740 US-$ je Einwohner; über ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der absoluten Armutsgrenze. Schon vor der äthiopischen

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Landwirtschaft

Rd. 76 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, die 42,3 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Es überwiegen kleinbäuerliche Betriebe, die für

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Bodenschätze

An Bodenschätzen werden bisher in geringen Mengen Gold, Platin und Salz

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Energiewirtschaft

Um die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, hat Äthiopien damit begonnen, das bestehende

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Industrie

Die Industrie (überwiegend in Addis Abeba konzentriert) ist von geringer Bedeutung;

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Tourismus

Äthiopien ist von jeher vor allem Ziel kulturell interessierter Touristen. Die »Historische Route« gehört zu den Hauptattraktionen

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Verkehr

Aufgrund des gebirgigen Charakters ist die Verkehrserschließung unzureichend und schwierig. Es existiert nur ein weitläufiges Straßennetz, dennoch fließt über die nur

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Geschichte

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Entstehung des Staatsnamens

Äthiopien, griechisch Aithiopia, hebräisch Kusch, bezeichnete ursprünglich das Land südlich des ersten Nilkatarakts (Assuan), also etwa das heutige Nubien (Südägypten, Nordsudan). In

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Das antike Reich Aksum

Lange vor Christi Geburt waren einzelne südarabische Gruppen, u. a. die Habaschat, auf die westliche Seite des Roten Meeres hinübergezogen. Sie fanden dort eine, u. a. durch Spuren dichter Besiedlung archäologisch nachgewiesene, altansässige, offenbar mehrheitlich kuschitischsprachige Bevölkerung vor, die sich bereits in staatlichen Gemeinwesen organisiert hatte (Punt). Die

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Bewahrung der Unabhängigkeit

Im 16. Jahrhundert drangen der islamische Emir von Harar, Ahmed Granj (eigentlich Ahmed B. Ibrahim al-Ghazi), und nach Zusammenbruch von dessen Herrschaft die nicht christlichen Oromo in Äthiopien ein. Mithilfe der Portugiesen unter C. da Gama (einem Sohn V. da Gamas) gelang es dem äthiopischen Herrscher 1541–43, die Muslime

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Regentschaft von Haile Selassie I.

Nach dem Tod von Kaiserin Zauditu (1916–30) bestieg Ras Teferi Makonnen 1930 als Kaiser Haile Selassie I. den Thron. Der italienische Angriff auf Äthiopien im Oktober 1935 unterbrach die Ansätze zu einer politischen und wirtschaftlichen Modernisierung. Mit der Eroberung von

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Niedergang der Monarchie und Errichtung einer sozialistischen Militärherrschaft

Die Armut großer Teile der Bevölkerung, nach 1970 noch verstärkt durch Hungersnöte in Dürregebieten des Landes, sowie das autokratische Regierungssystem des Kaisers lösten v. a. in den unteren Rängen der Armeeführung und bei den jungen Intellektuellen große Unzufriedenheit aus. Im Februar 1974 zwang das Militär Haile Selassie zur Umbildung seiner Regierung. Im September 1974 übernahm das Militär die Macht, setzte den Kaiser ab, hob die

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Demokratischer Reformprozess

Im Mai 1991 wurde Addis Abeba eingenommen und die Regierung gestürzt. Mengistu Haile Mariam floh nach Simbabwe. Neuer Staatspräsident wurde im Juli 1991 Ato Meles Zenawi, Führer der Ethiopian People's Revolutionary Democratic Front (EPRDF). Die EPLF bildete im Juni 1991 eine eigene Regierung für Eritrea, das seitdem faktisch unabhängig war. In der Volksbefragung 1993 votierten 98,8 % der Eritreer für die Proklamation eines unabhängigen Staates. Am 3.5.1993 erkannte die Regierung Äthiopiens die Souveränität ihrer ehemaligen Provinz an. 1995 unterzeichneten Eritrea und

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Kultur

Das koptische Urchristentum hat deutliche Spuren in der äthiopischen Kunst und Kultur hinterlassen. Verteilt im Land finden sich Überreste alter Hochkulturen wie die steinernen Stelen in den Ruinen des antiken Reiches Aksum, die im 13. Jahrhundert entstandenen Felskirchen von Lalibela und die Palast- und Kirchenbauten des 17. bis 19. Jahrhunderts in Gonder. Die Altstadt von Harar, eine der heiligen Städte des Islam, geht auf eine muslimische Stadtgründung aus dem 7. Jahrhundert zurück.

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Literatur

Barbl, P., Äthiopien 1960–2010. Landwirtschaft, Bevölkerung und Ernährung (München 2014)
Prunier, G.,
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Bildergalerie

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Äthiopien. Der hochgelegene Bale-Mountains-Nationalpark im Süden Äthiopiens gilt als »Hotspot der Biodiversität«, d.h., hier ist die Artenvielfalt besonders hoch.

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Nationalpark Simien

Der etwa 180 km² große Nationalpark Simien im Norden des Landes liegt in einer eindrucksvollen Berglandschaft, die Höhen bis über 4500 m erreicht. Der seit 1996

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Quellenangabe
Brockhaus, Äthiopien. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/äthiopien