italienische Kunst. Die italienische Kunst bezeichnet die Kunst auf der Apenninenhalbinsel und Sizilien, entstanden seit dem frühen Mittelalter auf einem an griechischem,

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Frühes Mittelalter und Romanik

Baukunst: Bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts hielt die italienische Baukunst am Typ der frühchristlichen Basilika fest, daneben tradierte sie auch den für Baptisterien üblichen Zentralbau. Zu den wenigen erhaltenen Beispielen des frühen 11. Jahrhunderts gehört der Dom in Torcello (1008 ff.), der dem ravennatischen Typus der querschifflosen Säulenbasilika mit offenem Dachstuhl folgt. Die lang gestreckte Lagerung der Baumassen ohne plastische Wandgliederung unterscheidet sich nicht von frühchristlichen Bau- und Raumvorstellungen, die auch in den landschaftlich stark unterschiedenen Sonderformen des späten 11. und des

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Gotik (Duecento und Trecento)

Baukunst: Durch die Zisterzienser gelangten schon im 12. Jahrhundert französisch-gotische Formelemente (Rippengewölbe, Spitzbogen) nach Italien (Chiaravalle, heute zu Mailand, 1172 ff.). Von diesem schon vereinfachten Konstruktionssystem geht die Bettelordensarchitektur aus, mit der Italien einen eigenständigen, der französischen Kathedralgotik entgegengesetzten Beitrag zur Gotik leistete: Statt des steil aufstrebenden Gliederbaus entstanden Saalkirchen oder Basiliken von hallenartiger Weite mit geschlossenen Wandflächen für ausgedehnte Freskenzyklen und häufig offenem Dachstuhl. Schon bei den frühen Bauten (Assisi, San Francesco, 1228–53; Bologna, San Francesco, 1236 ff.) sind Horizontale und Vertikale

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Frührenaissance (Quattrocento)

Während die zeitgenössische Literatur von Petrarca bis Vasari die Wende zur Neuzeit bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts sah, wird heute gewöhnlich der Beginn der Renaissancekunst in die ersten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts gelegt, als das Bemühen um bildliche Darstellung der physischen Realität (anstelle der metaphysischen des Mittelalters) zur Entdeckung wissenschaftlicher Methoden führte (Linearperspektive, Anatomie, Farbgebung). Mithilfe logischer Gesetzmäßigkeiten wird Natur nicht in ihrer zufälligen Vielfalt, sondern in ihrem idealen Charakter wiedergegeben, die Einheit in der Vielfalt und damit die

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Hochrenaissance

In der kurzen Zeitspanne der Hochrenaissance von etwa 1490 bis um 1510/20 wurde Rom, wo Bramante, Michelangelo und Raffael Aufträge für Papst Julius II. ausführten, zum künstlerischen Zentrum. Sie ist sowohl Zusammenfassung der Ziele des 15. Jahrhunderts als auch mächtiger Neuanfang. Die Darstellung der sichtbaren Welt als stereometrische perspektivische Ordnung wird um die Erfassung der organischen Natur erweitert. Für die Suche nach der vollkommenen Form, in der alle seelische und organische Bewegung aufgeht, ist das »Non finito«, das unvollendete Werk, bei

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Manierismus

Im Manierismus entfalteten sich die bereits im Formenschatz der Hochrenaissance neben der klassischen Norm angelegten Ausdrucksmöglichkeiten zu vielfältigen, zum Teil widersprüchlichen Strömungen. Die Bewertung des Disegno als schöpferisches Prinzip öffnete den Weg zu künstlerischem Subjektivismus, Ästhetizismus und Intellektualismus. Der virtuose Umgang mit den Errungenschaften der Hochrenaissance bis zum bewussten Bruch mit den Regeln der Proportion und der Perspektive führte zuweilen zu ekstatischen Übersteigerungen in Bewegung und Ausdruck und einer dynamischen Entgrenzung des Räumlichen. Die Kunst des Manierismus ist nicht einfach

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Barock

Die Entstehung der barocken Kunst in Rom um 1600 ist dem bewussten Rückgriff auf die klassische Tradition der Hochrenaissance zu verdanken. Obgleich in Opposition zum Manierismus stehend, nutzt sie doch dessen Mittel zur Ausdruckssteigerung und Bewegungsdynamik.

Baukunst: Die großen städtebaulichen Planungen um 1600 in Rom gaben Anstöße, Plätze, Straßenzüge, Gebäude, Brunnenanlagen und Treppen in neuer Weise aufeinander zu beziehen. C. Maderno griff in seinem Werk Baugedanken Michelangelos und Vignolas auf (Sant'Andrea della Valle, 1608–25; Fassade von C. Rainaldi um 1665) und wurde

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Klassizismus und 19. Jahrhundert

Obwohl Rom weiterhin Anziehungspunkt für Künstler aus aller Welt blieb, verlor die italienische Kunst dieser Epoche ihre dominierende Rolle.

Baukunst: Den Klassizismus vertraten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im frühen 19. Jahrhundert L. Vanvitelli (Palazzo Reale, Caserta bei Neapel, ab 1751), G. Piermarini, der in

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Moderne und Gegenwart

Den Anschluss an die europäische Avantgardekunst fand Italien durch die kämpferische Bewegung des Futurismus, die 1909 von dem Dichter F. T. Marinetti begründet wurde, und nahm damit erneut Einfluss auf die internationale Kunstentwicklung.

Baukunst: Mit den Gebäuden für die Kunstgewerbeausstellung in Turin im Jahr 1902 von Raimondo D' Aronco (* 1857, † 1932) und Annibale Rigotti (* 1870, † 1968) leistete Italien wichtige Beiträge zur Jugendstilarchitektur, weitere Vertreter sind Giuseppe Sommaruga (* 1867, † 1917) und Ernesto Basile (* 1857, † 1932). Hauptvertreter der futuristischen Architektur im frühen 20. Jahrhundert

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Quellenangabe
Brockhaus, italienische Kunst. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/italienische-kunst