Prostitution [lateinisch prostitutio, zu prostituere, eigentlich »vorn hinstellen«] die, -, gewerbsmäßige Ausübung sexueller Handlungen.

Üblich ist die weiblich-heterosexuelle Prostitution, gefolgt von der männlich-homosexuellen und der transvestitischen Prostitution. In den modernen westlichen Gesellschaften

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Kulturgeschichte

Die Vorläufer der Prostitution entstanden aus kulturellen beziehungsweise rituellen Bräuchen. Die Gastprostitution kommt aus Ägypten, Indien, Vorder- und Mittelasien: Ehefrau beziehungsweise Tochter hatten als Eigentum des Mannes Order, mit dessen Gast zu verkehren, wofür sich dieser mit einem Geschenk erkenntlich zeigte. Eine weitere Frühform ist die Tempelprostitution, die sich seit dem 14. Jahrhundert v. Chr. v. a. im Mittleren Osten als Bestandteil von Fruchtbarkeitskulten entwickelte. »Heilige Hochzeit« hieß jene rituelle Paarung zwischen dem Priester und der Priesterin beziehungsweise zwischen der Priesterin und einem

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Die Entwicklung seit 1945

Die Zunahme der Prostitution nach 1945 in den europäischen Industriegesellschaften beruhte anfangs v. a. auf der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage; »Überlebensprostitution« war Alltag vieler Frauen. Im Zuge der Motorisierungswelle entwickelte sich die Autoprostitution (»Straßenstrich«) zu einer der lukrativsten Formen der Prostitution in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wirtschaftlicher Aufschwung, verändertes Konsumverhalten und eine gewandelte Einstellung zur Sexualität (»sexuelle Revolution«) führten seit Mitte der 1960er-Jahre im Gegenzug zum

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Prostitution und Prostituiertenselbsthilfebewegung

In vielen westlichen Ländern wurden ab etwa Mitte der 1970er-Jahre verstärkt die rechtliche Diskriminierung von Prostituierten als auch die damit verbundene Doppelmoral thematisiert und durch sich gründende Prostituiertenprojekte angeprangert. Die Debatte konzentrierte sich jedoch vorrangig auf weibliche Prostituierte, die Situation männlicher Prostituierter und Stricher blieb lange weitgehend unbeachtet. Am 2. Juni 1975 besetzten in Frankreich

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Gesundheitliche und soziale Aspekte

In Deutschland waren Prostituierte auf Grundlage des bis 31. 1. 2000 geltenden Gesetzes zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten (GeschlG) in der Regel verpflichtet, sich regelmäßig auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen.

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Zur rechtlichen Situation

Die rechtliche Situation von Prostituierten hat sich in Deutschland einschneidend verändert. Am 1. 1. 2002 trat nach jahrelanger Diskussion das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (Prostitutionsgesetz – ProstG) in Kraft. Durch das ProstG soll die soziale und rechtliche Benachteiligung von Prostituierten abgebaut werden. Prostitution gilt nicht mehr als sittenwidrig. Vereinbarungen zwischen Prostituierten und ihren Kunden begründen nunmehr eine rechtswirksame Forderung ( § 1 ProstG), können aber nicht abgetreten werden (§ 2 ProstG). Arbeitsverträge als Prostituierte und somit der Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege, Arbeitslosen- und

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Erklärungsmuster und Entstehungstheorien

In der Prostitutionsdiskussion untersuchte man anfänglich v. a. die Frage, warum Frauen in die Prostitution gehen. Die Motivation der Kunden sowie der männlichen Prostituierten wurde erst in jüngster Zeit hinterfragt. Lange dominierten die im 19. Jahrhundert entstandenen biologisch-medizinischen, psychologischen und milieutheoretischen

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Quellenangabe
Brockhaus, Prostitution. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/prostitution