Erziehung, ein Grundbegriff der Pädagogik neben Bildung, Sozialisation, Unterricht und Lernen; dennoch fehlt eine unstrittig geteilte Auffassung von ihr. Einerseits anthropologischer Grundsachverhalt, ist sie andererseits regelmäßig neu und mit Blick

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Dimensionen des Erziehungsbegriffs

1) In seiner inhaltlichen Offenheit dient der Begriff als eine Leitmetapher für die politische Rhetorik, die öffentliche und alltägliche Kommunikation. In diesem Zusammenhang haben Auseinandersetzungen über Erziehung den Zweck, ein gesellschaftliches und kulturelles Selbstverständnis zu finden, wobei Fragen sozialer und kultureller Verbindlichkeiten, der nötigen Offenheit, Integration und Normativität zur Debatte stehen. Erziehungsdiskurse verbinden das kulturelle Gedächtnis mit der Frage nach Zukunftsfähigkeit; überspitzt formuliert sollen sie die Mitglieder der Gesellschaften erziehen und verfolgen eine volkspädagogische Funktion.

Obwohl der Erziehungsbegriff nicht deckungsgleich in

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Leistung von Erziehung

Spricht man vom Phänomen der Erziehung, so meint man Handlungen, die allerdings auch sprachlich erfolgen können, durch Hinweise, Lob und Tadel, oftmals durch versteckte Botschaften; daran schließt sich eine jüngere Definition von Erziehung als »moralischer Kommunikation« an (J. Oelkers). Doch hat weniger das gesprochene Wort Gewicht, als vielmehr die Erfahrung, überhaupt angesprochen und somit als Person anerkannt und für bedeutsam gehalten zu werden. Zugleich kommt es auf gemeinsame Verständigung über die erfahrene und erlebte Wirklichkeit an.

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Geschichte der Erziehung

Angesichts der Vielschichtigkeit des Sachverhalts und des Fehlens einer einheitlichen Vorstellung konzentriert sich die wissenschaftliche Beschäftigung – besonders in der geisteswissenschaftlichen Pädagogik – auf historische Entwürfe; sie will damit vermeiden, ein »Wesen« von Erziehung zu behaupten, sucht aber zugleich Bestimmungen, welche das Verständnis von Erziehung anregen und bereichern: Die Auseinandersetzung über Erziehung reicht weit in die Antike zurück; Erziehung beginnt dort zwar im häuslichen Zusammenhang, wird aber mit dem öffentlichen Leben der Polis oder mit militärischen Aufgaben verbunden. Aus der althebräischen Tradition

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Struktur und Prozess der Erziehung

Erstaunlicherweise gehört die Erziehung zu den von der Erziehungswissenschaft vernachlässigten Themen; Wissen und Theorien über sie lassen sich eher aus der Entwicklungspsychologie und der Soziologie gewinnen. Gleichwohl vollzieht sich mit der Durchsetzung des Konstruktivismus in den Humanwissenschaften wie mit der Rezeption neurowissenschaftlicher Befunde eine Umorientierung, die zu einer Neuinterpretation und Stärkung des bislang philosophisch und geisteswissenschaftlich entwickelten, durch Einzelerfahrungen gestützten Wissensbestandes führen kann; experimentelle Forschung bestätigt nämlich ältere, zuweilen spekulativ behauptete Vorstellungen von Erziehung. Entscheidend wird aber sein, ob die

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Erziehung und ihre Wirkung

Erziehung sieht sich also beschränkt darauf, Lern-, Entwicklungs- und auch Bildungstätigkeit zu ermöglichen; dies muss sie auch tun, im Falle professioneller Erziehung ist sie dafür nachweispflichtig. Gleichwohl verfügt sie über den Ausgang des Geschehens nicht so weit, dass ein messbarer Erfolg in jedem Fall eintreten kann. Das bedeutet nicht, dass sie keine relevanten Wirkungen hervorruft; sie lassen sich nur nicht eindeutig den Akteuren zurechnen. Der Zögling realisiert nämlich auf seine Art die Absichten des Erziehers, vielleicht sogar durch den Widerspruch

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Werke

Weiterführende Literatur:

K. Mollenhauer: Vergessene Zusammenhänge. Über Kultur u. Erziehung (1983);
S. Bernfeld:
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Quellenangabe
Brockhaus, Erziehung. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/erziehung