Bildung, ein Grundbegriff insbesondere der Philosophie und Pädagogik, der als Begriff im deutschen Sprachgebiet seit dem 18. Jahrhundert nachgewiesen ist. Er gehört zu den historisch-kulturellen Besonderheiten der deutschen Sprache, alltagssprachlich und wissenschaftlich

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Bildung als Selbstkonstruktion des Menschen

Bildung als Begriff der Verständigung über Ziele und Wege des Aufwachsens von Individuen ist zwar erst im 18. Jahrhundert in der dann fortwirkenden Gestalt entstanden, die Sache selbst ist selbstverständlich älter, als Aufwachsen, Erziehung und Lernen bekannt, als Paideia in der Antike erörtert und insofern auch in andere Sprachen übersetzbar (z. B. »education« oder »formation«). Die spezifische deutsche Tradition der Rede von Bildung setzte im 18. Jahrhundert ein, sie überformte eine bereits vorliegende mystisch-theologische und naturphilosophische Redeweise, in der Erziehung als Werden zur

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Bildung als Zielkategorie institutionalisierter Lehr- und Lernprozesse

Bildung wurde in dieser Orientierung an der Welt, an der Gattung und an den möglichen, besseren, Zukünften der Gesellschaft in Deutschland zugleich zum Reflexionsraum, in dem auch die Ordnung des Bildungswesens erörtert wird, d. h. der gesellschaftlichen Einrichtungen zur Gestaltung und Normierung des Verhältnisses der Generationen in der historisch-gesellschaftlichen Zeit. Die Prinzipien des Bildungsbegriffs geben dabei gleichzeitig die Normen der Organisation vor: Allgemeinheit in der Rekrutierung, ohne Beschränkung auf die alteuropäische Gelehrtenbildung, Repräsentation der Welt in den Curricula, Erzeugung von Differenz

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Bildung als gesellschaftlicher Leitbegriff

Bildung wird damit über die Schule hinaus zu einem Thema der Selbstverständigung der Gesellschaft über sich selbst, über ihre Zukunft und die Lebensform, die sie mit Bildung zu erreichen hofft. Auch diese Funktion hatte Bildung bereits im Ursprung, und zwar in mehrfacher Hinsicht – politisch, sozial und kulturell.

Politisch bildeten Pläne zur »Nationalerziehung« schon im ausgehenden 18. Jahrhundert den Hintergrund der Bildungsdiskussion. Bildung war in der klassisch-idealistischen Epoche die Form der Verständigung der »Nation«, in der die moralisch argumentierende Öffentlichkeit die zentralen

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Bildung als wissenschaftlicher Grundbegriff

Bildung existiert aber nicht allein als soziale Tatsache, als Merkmal von Individuen und als Anspruch von Staat, Gesellschaft und Kultur, sondern auch als Leitbegriff und Thema in den Humanwissenschaften, v. a. in Philosophie und Pädagogik, aber auch in anderen Disziplinen. Dabei kann man nicht leugnen, dass Bildung in dieser theoretischen Rolle, als grundlegende Kategorie, selbst eine wechselvolle Geschichte hat. Um 1800 noch eher unbefragt der Leitbegriff, wurde Bildung schon im 19. Jahrhundert zum Problem, v. a. wegen der Affinität zu gesellschaftlichen Ideologien, aber

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Werke

Weiterführende Literatur:

C. Menze: Wilhelm v. Humboldts Lehre u. Bild vom Menschen (1965);
E. Lichtenstein: Zur Entwicklung des Bildungs-Begriffs v. Meister Eckhart bis Hegel (1966);
H.-J. Heydorn: Zu
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Quellenangabe
Brockhaus, Bildung. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/bildung