Erinnerungskultur, Begriff der Kulturwissenschaften, der sich vor dem Hintergrund einer sich bereits seit den

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Dimensionen

Erinnerungskultur hebt zum einen auf den kulturellen Codierungs- und Vermittlungsprozess ab, innerhalb dessen sich eine bestimmte Gesellschaft mit den Themen der Vergangenheit und den Möglichkeiten des Erinnerns befasst; hier stehen also Medien und andere Felder kultureller Überlieferung, Traditionsbezüge und Bildung im Mittelpunkt der Betrachtung. Zum anderen können auch ganze Gesellschaften als »Erinnerungskulturen« bestimmt werden, wodurch die Bedeutung von spezifischen Erinnerungen und der Bezug auf bestimmte Vergangenheiten als Grundlage beziehungsweise Bezugsbereich, gegebenenfalls sogar als Unterscheidungsmerkmal einer bestimmten Kultur oder Gesellschaft in

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Erinnerung, Gedächtnis und Kultur

Mit dem Begriff Erinnerungskultur werden im Grundsatz zwei Fragen bearbeitet: Welche Erinnerungen werden von Kulturen in welchen Lagen herangezogen und wie werden Erinnerungen tradiert, kulturell gestaltet, gepflegt und reflexiv bearbeitet? Kulturen können somit selbst als Speicher von Erinnerungen aufgefasst beziehungsweise anhand der Frage, wie sie Erinnerungen bearbeiten und weitergeben oder auch verdrängen, vergessen und »verrechnen«, klassifiziert werden. Hierfür hat der Ethnologe C. Lévi-Strauss bereits in den 1960er-Jahren die Unterscheidung »kalter« und »heißer» Gesellschaften vorgeschlagen, wobei Kulturen dann als »kalt« bezeichnet werden,

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Aktuelle Bezüge

Für die gegenwärtige Konjunktur des Begriffs und die damit verbundene öffentliche Aufmerksamkeit spielen fünf Aspekte eine Rolle:

1) Technologisch bringt die Umstellung der Speichermedien von Druckerzeugnissen auf elektronische Datenverarbeitung für den Umgang mit Erinnerung und Vergangenheit einerseits eine Ausweitung der vorhandenen Datenmengen und eine Vervielfältigung ihrer Nutzungsmöglichkeiten mit sich. Auf der anderen Seite verschärft sie aber die Diskussion um die Möglichkeiten einer nach bestimmten Kriterien sinnvollen Nutzung angesichts begrenzter Zeit und Ressourcen sowie entsprechender Möglichkeiten der Manipulation und einer dazugehörigen durch

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Quellenangabe
Brockhaus, Erinnerungskultur. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/erinnerungskultur