Algerien, arabisch Al-Djazair [-dʒa-], amtlich Al-Djumhurijja al-Djazairijja ad-Dimukratijja ash-Shabijja

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Landesporträt

Algerien ist eine präsidiale Republik in Nordwestafrika mit der Hauptstadt Algier. Das Land ist flächenmäßig der größte Staat des afrikanischen Kontinents. Hinter einer schmalen Küstenebene erhebt sich der Tellatlas, der durch die Hochebene der Schott vom

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Geografie

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Landschaft

Algerien ist das flächenmäßig größte Land Afrikas. Es grenzt im Nordwesten an Marokko, im äußersten Westen an Westsahara, im Südwesten an Mauretanien und Mali, im Südosten an Niger, im Osten an Libyen und Tunesien. Nordalgerien ist in drei küstenparallele Landschaftsräume gegliedert, an die

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Klima

Die Klimazonen folgen den küstenparallelen Landschaftsräumen. Das mediterrane Klima der Küstenregion mit warmen, niederschlagsreichen Wintern und heißen, trockenen

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Vegetation

An der Küste gedeiht das Hartlaubgestrüpp der Macchie, in den Küstenketten

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt (2017) 17 Einwohner je km2. Die Bevölkerung, die sich zu etwa drei Vierteln aus Arabern und zu einem Viertel aus Berbern (u. a. Kabylen, Tuareg) zusammensetzt, lebt zu rund 95 % im Norden

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Religion

Die Verfassung hebt in der Präambel die Bedeutung des Islam als fundamentalen Bestandteil der algerischen nationalen Identität hervor und bestimmt ihn in Artikel 2 als Staatsreligion. Die Ausübung der jüdischen und

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Politik und Recht

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Politik

Nach der Verfassung vom 7. 12. 1996 (am 28. 11. 1996 durch Referendum gebilligt, revidierte Fassung vom 6. 3. 2016) ist Algerien eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Der Islam ist Staatsreligion. Staatsoberhaupt,

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge ist hälftig senkrecht grün-weiß geteilt. In der Mitte des Flaggentuchs befindet sich in Rot ein aufgehender Halbmond, in

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Parteien

Die Verfassung fixiert ein Mehrparteiensystem. Zu den einflussreichsten Parteien gehören Front de Libération Nationale (FLN; gegründet 1954; ehemalige

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Gewerkschaften

Der Gewerkschaftsdachverband ist die Union Générale des Travailleurs Algériens (UGTA); daneben

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Militär

Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee umfasst 130 000 Mann. Die Dienstzeit beträgt 18

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Verwaltung

Algerien ist in 48 Bezirke (Wilajate) mit beschränkter Selbstverwaltung untergliedert, an

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Recht

Das in der französischen Kolonialzeit geschaffene Recht ist nach einer Übergangszeit

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Bildungswesen

Es besteht allgemeine Schulpflicht im Alter von 6 bis 15 Jahren. Das Schulsystem

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Medien

Die Aufhebung des Ausnahmezustands 2011 verringerte den staatlichen Druck, auch sind seit 2012 private Rundfunksender erlaubt. Dennoch darf

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Trotz innenpolitischer Unruhen und dem von 1992 bis 2011 geltenden Ausnahmezustand ist Algerien nach wie vor ein wichtiger Industriestaat der arabischen Welt. Die dominierenden Wirtschaftszweige sind die Förderung und Weiterverarbeitung von

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Landwirtschaft

Obwohl 85 % der Landesfläche aus Wüste bestehen und nur 3,5 % als Ackerland und für Dauerkulturen genutzt werden, arbeiten (2017) 12,8 % der Erwerbstätigen im Agrarbereich. Ein schmaler Landstreifen zwischen Mittelmeer und dem

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Bodenschätze

Die wichtigsten Bodenschätze sind Erdöl und Erdgas. Algerien besitzt aber auch –

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Energiewirtschaft

Seit Beginn der 1970er Jahre ist die Energiewirtschaft der Motor der algerischen Wirtschaft. Rund 96 % der jährlichen Exporteinkünfte entfallen auf die Ausfuhr von

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Industrie

Nach Erlangung der Unabhängigkeit 1962 war der Aufbau der industriellen Fertigungskapazitäten ein Schwerpunkt der algerischen Entwicklungsstrategie. In den 1970er Jahren

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Dienstleistung

Im Dienstleistungssektor erwirtschaften (2017) 40,2 % der Erwerbstätigen 44,1 % des BIP. Besonders große Bedeutung haben hier der Handel, der öffentliche Dienst, die Kommunikationstechnik, das Bildungs- und Gesundheitswesen.

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Verkehr

Algerien ist im Küstenbereich und teilweise auch im Atlasgebirge verkehrsmäßig gut erschlossen. Nach Süden hin dünnt das Verkehrsnetz stark aus. Nur die dort

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Geschichte

Eine einheitliche Geschichte des heutigen Algerien, das ursprünglich von zahlreichen, politisch

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Von der Frühzeit bis zur Osmanenherrschaft

Seit dem 12. Jahrhundert v. Chr. gehörten kleine Teile des Landes, besonders an der Küste, zum phönikischen, später zum karthagischen Machtbereich (Karthago). Unter den Namen Numidien und Mauretanien bildeten größere zusammenhängende Teile des heutigen Algerien zwei der fruchtbarsten Provinzen des Römischen Reiches.

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Französische Kolonialherrschaft

1830 nahmen die Franzosen schließlich die Hauptstadt ein und setzten die Eroberung bis zur Julirevolution fort. Zur selben Zeit entstand den Franzosen in Abd el-Kader, dem Emir von Maskara, ein starker Gegner. Seit 1834 währten die Kämpfe mit wechselndem Erfolg, bis Abd el-Kader sich nach seiner vernichtenden Niederlage am Isly (1844) 1847 den Franzosen ergeben musste. Bereits 1837 konnten die Franzosen

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Unabhängigkeit und Bürgerkrieg

Der FLN formierte sich zur Einheitspartei. 1963 wurde Ben Bella zum Staatspräsidenten gewählt, 1965 jedoch durch einen Putsch unter Führung des Oberbefehlshabers der Armee, H. Boumedienne, gestürzt. Unter dem Leitbild eines »islamischen Sozialismus« setzte dieser als Staatschef und Vorsitzender des Revolutionsrats (1965–77) die von Ben Bella begonnene Politik der Verstaatlichung von Industrieunternehmen fort. In einer »Nationalen Charta« (Grundlage der Verfassung von 1976) wurden der

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Die Ära Bouteflika

Nach dem Rücktritt Zérouals wurde im April 1999 (bei vorgezogenen Neuwahlen) A. Bouteflika zum neuen Staatspräsidenten gewählt (2004 im Amt bestätigt), der die Modernisierung der algerischen Gesellschaft ankündigte und einen Friedensplan zur Beendigung des Bürgerkrieges unterbreitete (u. a. Legalisierung von islamistischen Gruppen, die dem bewaffneten Kampf abschwören), der vom Parlament im Juli 1999 und durch eine Volksabstimmung im September 1999 gebilligt wurde. Im Vorfeld der Parlamentswahlen vom 30. 5. 2002 kam es zu massiven gewalttätigen Auseinandersetzungen v. a. in den Berbergebieten, bei denen mehr

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Kultur

In Algerien treffen die Berberkultur, die arabisch-islamische und die französische Kultur aufeinander. Die alte Kultur der Berber hat sich besonders bei den Tuareg im Süden des Landes und bei den Kabylen im Norden erhalten. Charakteristische Merkmale sind die festungsartigen Siedlungen mit ihren Gebäuden aus Stampflehm oder Lehmziegeln, die kunstvoll verzierten

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Literatur

McDougall, J., A history of Algeria (Cambridge 2017)
Sikharulidze, T., Algeriens Dekolonisation. Der
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Bildergalerie

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Tassili N'Ajjer

Im trockenen Bergland von Tassili N'Ajjer im Südosten von Algerien finden sich zahlreiche Felsbilder aus der Jungsteinzeit. Die Region

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Quellenangabe
Brockhaus, Algerien. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/algerien