Tschechoslowakei, tschechisch Československo [ˈtʃεskɔslɔvεnsk

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Die Entstehung der Tschechoslowakei (1848–1918)

Mit der Märzrevolution von 1848/49 erfasste der tschechische Nationalgedanke in den Ländern der böhmischen Krone immer größere Kreise der tschechischen Bevölkerung, v. a. in Böhmen und Mähren, woraus sich langfristig Spannungen mit dem deutschsprachigen Bevölkerungsteil entwickelten, der seine politische Vorrangsstellung nicht verlieren wollte. Die tschechische Nationalbewegung wurde zunächst allein

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Die Erste Republik (1918–39)

Die Pariser Vorortverträge von Saint-Germain-en-Laye (10. 9. 1919) und Trianon (4. 6. 1920) bestätigten die staatsrechtliche Zugehörigkeit von Böhmen, Mähren(-Schlesien), der Slowakei und der Karpato-Ukraine zur Tschechoslowakei; hinzu kam das »Hultschiner Ländchen« (Hlučín), das Deutschland an den neuen Staat abtreten musste. Um das Gebiet von Teschen kam es zu einem bewaffneten Grenzstreit mit Polen (1920 gelöst). Mit etwa 20 % der ehemaligen Gesamtfläche der Doppelmonarchie war die Tschechoslowakei zu deren größtem Nachfolgestaat (rund 140 000 km2) geworden, in dem 1920 neben den dominierenden

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Das »Protektorat Böhmen und Mähren« und der »Schutzstaat« Slowakei (1939–45)

Dem Protektorat wurde nach dem Protektoratsvertrag (15. 3. 1939) eine autonome Selbstverwaltung mit einem Präsidenten (Hácha) und eine eigene Regierung unter strikter Oberaufsicht des Reichsprotektors (K. Freiherr von Neurath, W. Frick) zugestanden. Diese Protektoratsregierungen unter Alois Eliáš

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Staatlicher Neuanfang und gesellschaftspolitische Transformation (1945–48)

Gestützt auf diesen Vertrag bildete der Sozialdemokrat Z. Fierlinger am 5. 4. 1945 in Kaschau – im Hinterland der vorrückenden sowjetischen Truppen – eine Koalitionsregierung aus demokratischen Sozialisten, Kommunisten und Bürgerlichen; das von ihr proklamierte »Kaschauer Programm« kündigte v. a. die Errichtung eines Wohlfahrtsstaates und die Verstaatlichung

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»Volksdemokratie« und kommunistische Herrschaft (1948–89)

Nachdem die Nationalversammlung am 9. 5. 1948 eine Verfassung nach sowjetischem Vorbild angenommen hatte, fanden am 30. 5. 1948 Wahlen statt, die der KP auf der Basis einer Einheitsliste die absolute Mehrheit sicherten. Die Tschechoslowakei wurde eine »Volksdemokratie«, in der die KP fortan die alleinige Führung besaß, und die übrigen, noch bestehenden Parteien im Rahmen der Nationalen Front ihre politische Eigenständigkeit verloren (u. a. 27. 6./27. 9. 1948 Vereinigung der Sozialdemokraten mit der KP). Beneš verweigerte der neuen Verfassung seine Zustimmung und trat am 7. 6.

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Revolution, Demokratisierung, Föderalisierung (1989/90–92)

Mit Massendemonstrationen, die zunächst (Ende Oktober 1989; Prag und Brünn) von der Polizei brutal zerstreut wurden, erzwangen Studenten und Volk im November 1989 den Dialog zwischen Regierung und Oppositionsgruppen und forderten tief greifende Umgestaltungen in der Gesellschaft (»sanfte« [»samtene«] Revolution; Höhepunkt: Generalstreik am 27. 11.; friedliche Revolution). Kristallisationskern und Sprachrohr der

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Quellenangabe
Brockhaus, Tschechoslowakei. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/tschechoslowakei