Slowakei, slowakisch Slovenskoamtlich Slowakische Republik, slowakisch Slovenská republika,

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Landesporträt

Die Slowakische Republik ist ein relativ kleiner Binnenstaat im östlichen Mitteleuropa. Größte Stadt des Landes ist die Hauptstadt Bratislava. Im Süden und Osten erstrecken sich Tieflandgebiete. Die waldreichen Karpaten (Karpaty) bedecken weite Teile des Landes; höchstes Teilgebirge sind die Hohe

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Geografie

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Landschaft

Die Slowakische Republik grenzt im Norden an Polen, im Osten an die Ukraine, im Süden an Ungarn, im Südwesten an Österreich und im Westen an die Tschechische Republik mit der Morava (deutsch March) als Grenzfluss im südlichsten Abschnitt.

Den größten Teil des

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Klima

Das Klima ist gemäßigt kontinental, mit nach Osten zunehmender Kontinentalität. Reliefbedingt treten dabei auf engem Raum große

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Vegetation

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Buchenurwälder in den Karpaten. In den Bergen der Karpaten wachsen die letzten großflächigen Buchenurwälder Europas. Zehn Teilgebiete sind im Grenzgebiet von Slowakei und Ukraine seit 2007 von der

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Von den Bewohnern der Slowakischen Republik sind 80,7 % Slowaken, 8,5 % Ungarn und 2,0 % Roma. Ihr Anteil wird anderen Quellen zufolge auf bis zu 11 % geschätzt. Außerdem leben kleine Gruppen von Deutschen, Tschechen, Polen und Ukrainern in der Republik. Amtssprache

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Religion

Die Verfassung der Slowakischen Republik garantiert die Religionsfreiheit (Artikel 24) und hebt ausdrücklich die Nichtgebundenheit des Staates an Ideologien oder Religionen (Artikel 1) hervor. Grundlage der Beziehungen zwischen Staat und Kirche sind zwei Verträge: der Vertrag zwischen Regierung und Heiligem Stuhl von 2000 und

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Politik und Recht

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Politik

Die Slowakische Republik ist seit 1.1.1993 eine unabhängige Republik mit parlamentarisch-demokratischem Regierungssystem. Die am 3.9.1992 in Kraft getretene Verfassung gewährleistet die international anerkannten Grund- und Menschenrechte und regelt unter anderem den Minderheitenschutz.

Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der auf 5 Jahre direkt gewählte Präsident

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Nationalsymbole

Die Nationalflagge wurde mit der Unabhängigkeit 1993 angenommen. Sie ist in den panslawischen Farben Weiß über Blau

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Parteien

Slowakische Parteien und Bewegungen (aufgeführt nach dem Jahr ihrer Gründung) sind unter anderem: die konservative »Christlich-Demokratische Bewegung« (KDH; gegründet 1990), die nationalistische »Slowakische Nationalpartei« (SNS; gegründet 1990), die »Partei

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Gewerkschaften

Rund 17 % der Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich organisiert. Dachverband der Branchengewerkschaften ist

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Militär

Die Streitkräfte der Slowakischen Republik bestehen aus Bodentruppen, Luftstreitkräften und Spezialkräften

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Verwaltung

Seit der Verwaltungs- und Kommunalreform von 1990 sind staatliche Verwaltung und kommunale Selbstverwaltung klar voneinander getrennt. Administrative Verwaltungseinheiten sind Bezirk (kraj)

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Recht

Die ordentliche Gerichtsbarkeit ist außer für Zivil- und Strafsachen auch für den umfassenden gerichtlichen Verwaltungsrechtsschutz zuständig. Sie ist dreistufig aufgebaut und wird von 54 Kreisgerichten (die

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Bildungswesen

Drei- bis Fünfjährige werden in der fakultativen Vorschule (materská škola) auf den Schulbesuch vorbereitet. Von 6–16 Jahren besteht allgemeine neunjährige Schulpflicht. Der Besuch staatlicher Schulen ist gebührenfrei.

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Medien

Die Medienlandschaft präsentiert sich vielfältig und pluralistisch. Der privatwirtschaftliche Anteil ist hoch, besonders im Presse- und Fernsehbereich.

Presse: Die meistgelesenen Tageszeitungen sind

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Wirtschaft

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Wirtschaft

In der ersten tschechoslowakischen Republik (1918–39) war der slowakische Landesteil vergleichsweise unterentwickelt, ein Agrarland mit wenig Industrie. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte der erste Fünfjahrplan der sozialistischen Tschechoslowakei eine beschleunigte Entwicklung der Schwerindustrie in Gang, die mit einem massiven Ressourcentransfer (Kapital, Rohstoffe, Fachleute) in die Region verbunden war (u. a. Aufbau der

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Landwirtschaft

Die Slowakei war bis 1945 weitgehend ein Agrarland. Bis 1961 wurden die landwirtschaftlichen Betriebe fast vollständig kollektiviert, doch unter den 1991 geschaffenen gesetzlichen Rahmenbedingungen wurde der

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Bodenschätze

Der früher intensive Bergbau spielt nur noch eine untergeordnete Rolle (rund 0,5 % des BIP). Die ehemals reichen Erzlagerstätten im Slowakischen Erzgebirge sind weitgehend

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Energiewirtschaft

In den Kernkraftwerken Jaslovské Bohunice (nördlich von Trnava, vier Reaktorblöcke à 440 MW, davon zwei 2006 bzw.

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Industrie

Neben der traditionellen Nahrungsmittel- und holzverarbeitenden Industrie (u. a. Zellulosewerk in Ružomberok) entstanden nach 1946 Betriebe der Schwerindustrie mit metallverarbeitenden Industriebranchen und Petrochemie, darunter

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Tourismus

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Štrbské Pleso, Tatra. Ein idyllischer Bergsee in der Hohen Tatra (Slowakei). Der gleichnamige Ort ist ein beliebter Kur- und Wintersportort.

Touristische Anziehungspunkte sind sieben Welterbestätten,

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Verkehr

Die Slowakische Republik verfügt über ein dichtes Eisenbahnnetz. Die Autobahn Prag–Brünn–Bratislava–Budapest

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Geschichte

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Mittelalter

Seit Ende des 5. Jahrhunderts kamen in mehreren Migrationswellen Westslawen in das Mittelgebirgsland der späteren Slowakei. Sie gerieten nach 567 unter awarische Herrschaft, gehörten zeitweilig wohl zum Reich des Samo (etwa 625–660) und waren danach wieder Teil des Awarenreichs. Nach

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Von der habsburgischen Herrschaft bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Nach dem Übergang der ungarischen Krone an das Haus Habsburg 1526 und dem Vorrücken der Osmanen gewann die von türkischer Besetzung verschont gebliebene Slowakei an militärischer Bedeutung. Bratislava stieg 1536 zur Hauptstadt (bis 1784) und später zur Krönungsstadt auf (bis 1830).

Von dem unter türkischer Oberhoheit stehenden Fürstentum Siebenbürgen gingen immer wieder Versuche aus, Teile der Slowakei zu okkupieren: I. Bocskay und G. Bethlen von Iktár konnten sich die Ostslowakei unterwerfen, wobei ihnen die religiöse Intoleranz der

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Unter kommunistischer Herrschaft (1945–89)

Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen wurde die Slowakei 1945 wieder ein Teil der (ab 1948 kommunistisch regierten) Tschechoslowakei. 1945/46 kam es zur Vertreibung der (Karpaten-)Deutschen und Zipser Sachsen. Obwohl im Regierungsprogramm von Košice (deutsch Kaschauer Programm) vom 5.4.1945 die Landesselbstverwaltung zugesichert und im Grundgesetz vom 9.5.1948 sowie in

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Der unabhängige Staat

Am 17.7.1992 proklamierte der Nationalrat die Unabhängigkeit der Slowakischen Republik; staatsrechtlich vorbereitet durch die Verfassung vom 1.9.1992, trat sie am 1.1.1993 mit der Auflösung der ČSFR in Kraft. Am 15.2.1993 wurde Michal Kováć (* 1930, † 2016, HZDS) zum Staatspräsidenten gewählt. In der Folgezeit blieb die innenpolitische Situation v. a. vom Machtkampf zwischen Kováć und Mečiar (gestürzt am 11.3.1994) bestimmt. Die Wahlen vom 30.9./1.10.1994 bestätigten erneut die HZDS, Mečiar wurde bis 1998 Ministerpräsident einer Koalition, die u. a. aus HZDS und »Slowakischer Nationalpartei« (SNS)

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Außenpolitik zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Ende 1999 erhielt die Slowakische Republik Kandidatenstatus, Anfang 2000 begannen die Verhandlungen über den Beitritt zur Europäischen Union; mit ihrem Abschluss im Dezember 2002 wurde die Aufnahme für 2004 festgesetzt. In einem Referendum am 18.5.2003 votierte eine überdeutliche Mehrheit der

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Kultur

Die slowakische Kultur entstand in einem Schmelztiegel anderer slawischer, ungarischer, österreichischer und deutscher Einflüsse. Zeugnisse spezifisch slowakischer Kunst und Architektur sind z. B. romanische Burgen (Zipser Burg) oder die Holzkirche in Hervatov.

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Zipser Burg (Spišský hrad). Die riesige Zipser Burg ist eine ausgedehnte Burganlage oberhalb des Städtchens Spišské Podhradie (früher Kirchdrauf).

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Literatur

Nicák, M., Tamcke, M. (Hgg.), 500 Jahre Reformation in der Slowakei (Münster 2019)
Štefančík, R., Christlich-demokratische Parteien in
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Quellenangabe
Brockhaus, Slowakei. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/slowakische-republik