Serbien, amtlich serbisch Република Србија [re'publika 'srbija], deutsch Republik Serbien, Staat

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Landesporträt

Die Republik Serbien ist ein Binnenstaat im Westbalkan. Sie ist eine parlamentarische Demokratie mit (2019) 6,96 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 77 474 km2 (etwas kleiner als Tschechien). Regierung und Parlament sitzen in der Hauptstadt Belgrad. Serbien betrachtet

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Geografie

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Landschaft

Der Binnenstaat grenzt im Norden an Ungarn, im Osten an Rumänien und Bulgarien, im Süden an die Republik Nordmazedonien und das Kosovo (mit dem Nachbarland Albanien, im Südwesten an Montenegro, im Westen an Bosnien und

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Klima und Vegetation

Das Landesinnere ist von gemäßigt kontinentalem Klima mit kalten Wintern und warmen, feuchten Sommern geprägt und trägt im Süden mediterrane Züge. Die Temperaturmittel im

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Serbien hatte nach der offiziellen serbischen Statistik zum 1.1.2019 (ohne die Bevölkerung des Kosovo) 6,96 Millionen Einwohner. Damit ist die Gesamtpopulation in den letzten zehn Jahren kontinuierlich geschrumpft; dieselbe Tendenz wird für die nächsten beiden Jahrzehnte prognostiziert. 

Rund 83 % der

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Religion

Die Verfassung der Republik Serbien garantiert Religionsfreiheit und bindet die religiöse Tätigkeit an den allgemeinen staatlichen Gesetzesrahmen (Artikel 43 und 44). Es besteht der Verfassungsgrundsatz der Trennung von Staat und Religion, der eine Staatsreligion beziehungsweise die Privilegierung einer bestimmten Religionsgemeinschaft seitens des Staates ausdrücklich ausschließt (Artikel 11). Grundlage der staatlichen Religionspolitik ist das 2006 verabschiedete Religionsgesetz. Es

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Politik und Recht

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Politik

Serbien erklärte sich nach der Unabhängigkeitserklärung Montenegros (3. 6. 2006) durch Parlamentsbeschluss vom 5. 6. 2006 gemäß Verfassungscharta der Staatenunion Serbien und Montenegro zum Rechtsnachfolger beider Staaten. Seither gilt die per Referendum vom 28./29. 10. 2006 angenommene neue Verfassung, die Serbien als parlamentarische Republik charakterisiert und in der der Kosovo als integraler Bestandteil des Landes bezeichnet wird.

Staatsoberhaupt ist der auf 5 Jahre direkt gewählte Staatspräsident; seine Amtszeit ist auf

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Nationalsymbole

Die Staatsflagge besteht aus drei gleichen horizontalen Streifen in den panslawischen Farben Rot über Blau über Weiß mit

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Parteien

Serbien hat ein stark aufgefächertes Parteiensystem, das durch häufige Abspaltungen und Fusionen charakterisiert ist. Zu den Wahlen bilden die verschiedenen Parteien

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Gewerkschaften

Etwa ein Fünftel der Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich in mehreren Dutzend Branchengewerkschaften organisiert.

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Militär

Nach dem Ende der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro im Jahr 2006 wurden

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Verwaltung

Die Republik Serbien gliedert sich in das Zentralserbien mit 17 Verwaltungsbezirken

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Recht

Die Verfassung von 2006 garantiert die Unabhängigkeit der Rechtsprechung. Der Hohe Justizrat als oberstes Organ des Gerichtswesens hat

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Bildungswesen

Es besteht allgemeine Schulpflicht für Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren, die durch den Besuch der achtjährigen

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Medien

Die wirtschaftliche Konzentration im Medienwesen ist hoch, die Verbindungen zur Politik sind zum Teil sehr eng. Mit der in der Verfassung garantierten Pressefreiheit steht es nicht gut. Die freien Medien werden trotz Justizreform und Korruptionsbekämpfung immer noch

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Die Verwicklung des Landes in die jugoslawischen Bürgerkriege, internationale Sanktionen, die NATO-Luftschläge 1999 und andauernde politische Instabilität ließ die Wirtschaftsleistung des Landes bis 2000 auf weniger als die Hälfte der Leistung

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Landwirtschaft

Die Landwirtschaft beschäftigt knapp 20 % der Erwerbstätigen und erwirtschaftet ca. 10 % des BIP. Etwa drei Viertel

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Bodenschätze

Unter den Energierohstoffen hat der Abbau von Braunkohle, v. a. im Kolubarabecken und bei Kostolac an

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Energiewirtschaft

Die Grundlage der Energieerzeugung bilden die Braunkohlevorkommen und die Importe von

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Industrie

Begünstigt durch die zahlreichen Bodenschätze hatte nach dem Zweiten Weltkrieg in Serbien ein umfassender Industrialisierungsprozess eingesetzt

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Verkehr

Die trotz des südlich von Donau und Save zumeist gebirgigen Reliefs gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur Serbiens gehörte zu den Hauptzielen der NATO-Luftangriffe

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Geschichte

Die ersten ethnisch als Serben zu bezeichnenden  Bewohner waren illyrische, thrakische und keltische Stämme. Im 3. Jahrhundert v. Chr. begannen die Römer von der Küste her die Unterwerfung der späteren Provinz Dalmatia (Dalmatien) und Moesia superior (Mösien). Im 7. Jahrhundert n. Chr. wanderten aus dem Nordosten die südslawischen Serben ein, die vom 8. bis 12. Jahrhundert fast ununterbrochen unter bulgarischer oder byzantinischer Herrschaft standen, seit 1123 unter der der Nemanjiden. Großžupan Stephan Nemanja (1168–96) erreichte nach 1180 die Unabhängigkeit seines Fürstentums Raszien (heute die geografische Region zwischen

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Serbische Königreiche bis zum Mittelalter

Die ersten ethnisch als Serben zu bezeichnenden  Bewohner waren illyrische, thrakische und keltische Stämme. Im 3. Jahrhundert v. Chr. begannen die Römer von der Küste her die Unterwerfung der späteren Provinz Dalmatia (Dalmatien

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Osmanische Herrschaft

Auch während der osmanischen Oberherrschaft lebte der Unabhängigkeitswille fort in den Uskoken (wörtlich: Flüchtlinge; militärisch organisierte Freischärler), in den serbischen Bergstämmen Montenegros und in der serbisch-orthodoxen Kirche. Seit dem 17. Jahrhundert regte sich Widerstand in der Form des Räuberkriegertums der Heiducken. Ab 1690 wanderten viele Serben wegen osmanischer Repressalien nach Südungarn und (schon

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Das unabhängige Serbien

Das Fürstentum Serbien stellte sich im Russisch-Türkischen Krieg auf die Seite Russlands und erklärte dem Osmanischen Reich den Krieg; im Frieden von San Stefano erlangte es seine endgültige Unabhängigkeit. Der Berliner Kongress

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Der jugoslawische Staat

Am 1.12.1918 kam es zur Bildung eines Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen, das Serbien (seit 1919/20 mit der Wojwodina), Montenegro und alle südslawischen Gebiete Österreich-Ungarns umfasste. Dieser Staat, der sich seit 1929 »Jugoslawien« nannte, blieb belastet durch die Hegemonie Serbiens sowie Spannungen vor allem zwischen Serben und Kroaten. Die Verständigung miteinander im »Sporazum« genannten Abkommen vom 26.8.1939 kam zu spät; der Zweite Weltkrieg stand vor der Tür. Nach der Zerschlagung und Aufteilung Jugoslawiens im April 1941 durch die Achsenmächte

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Demokratisierung Serbiens

Die Festnahme und Auslieferung von S. Milošević an das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag durch den serbischen Ministerpräsidenten Djindjić (1.4. beziehungsweise 28.6. 2001) wie allgemein dessen Kurs schneller Vergangenheitsbewältigung vertieften die Spannungen zum jugoslawischen Präsidenten Koštunica bis zu einem regelrechten Machtkampf, der seit dem Auszug der DSS aus der serbischen Regierungskoalition (August 2001)  – u. a. im Zusammenhang mit einem umstrittenen Arbeitsgesetz – an Schärfe zunahm. Ende

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Serbien und das Kosovo

Bereits im November 2005 hattenVerhandlungen über den künftigen Status der unter UN-Verwaltung stehenden serbischen Provinz Kosovo begonnen. Den vom UN-Vermittler Martti Ahtisaari im März 2007 vorgelegten Plan einer »überwachten Unabhängigkeit« des

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Die Republik Serbien und die EU

Wegen des Streits um das künftige Verhältnis zur EU zerbrach 2008 die ohnehin fragile Koalitionsregierung, Koštunica erklärte im März d. J. seinen Rücktritt. Neuwahlen am 11.5.2008 erbrachten einen Sieg für die proeuropäische Wahlallianz von Tadić; die Regierungsbildung gestaltete sich jedoch schwierig. Erst nach wochenlangen Verhandlungen bildeten die proeuropäischen Kräfte und die SPS eine Koalitionsregierung, die am 7.7.2008 vom serbischen Parlament bestätigt wurde. Neuer Ministerpräsident wurde der parteilose Politiker Mirko Cvetković. Anfang Mai 2008 schloss die EU mit Serbien ein Stabilisierungs-

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Kultur

An der Grenze zwischen Orient und Okzident ging es für das serbische Volk neben nationaler Behauptung bzw. politischer Dominanz immer auch um die Bewahrung einer eigenständigen Kultur.

Die serbische Literatur geht auf die christlichen Missionare Kyrill I. und Method und deren kyrillische Schrift zurück. Gemäß Verfassung (2006) wird in der Republik Serbien offiziell kyrillisch, im Alltag jedoch oft lateinisch geschrieben. 2018 startete

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Quellenangabe
Brockhaus, Serbien. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/serbien