Krieg [mittelhochdeutsch kriec »Krieg«, althochdeutsch chrēg auch »Anstrengung«, »Streben«; »Hartnäckigkeit«], bewaffnete

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Probleme der Begriffsbestimmung

Der Begriff des Krieges wird meist als Gegensatz zum Friedensbegriff verwendet, es existiert jedoch keine allgemeingültige Definition des Begriffes Krieg. Vielmehr ist,

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Völkerrechtliche Aspekte

In der vorherrschenden völkerrechtlichen Definition wird unter Krieg eine mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzung zwischen wenigstens zwei Parteien verstanden, von denen wenigstens eine als reguläre Armee oder bewaffnete Streitkraft agiert und wenigstens eine einen erkennbaren Zweck oder ein solches Ziel in Bezug auf die andere(n) verfolgt (z. B. Gewinn von Territorium oder von materiellen Ressourcen, Durchsetzung einer Weltanschauung, Vertreibung oder Vernichtung des »Feindes«). Dabei beginnt ein Krieg zu dem Zeitpunkt, in dem mit dem Eintritt des Kriegszustandes

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Kriegstypologie

Es kann zwischen bestimmten Austragungsmedien unterschieden werden, in denen Kriege stattfinden: Land-, See- und Luftkrieg; weiterhin mit Blick auf den Umfang des Kriegsgeschehens zwischen lokalen oder Klein-, Bürger- und Grenzkriegen bis hin zum totalen und zum Weltkrieg. Für die Entwicklung seit 1945 ist die Unterscheidung von zwischenstaatlichen und innerstaatlichen Kriegen grundlegend. Die innerstaatlichen Kriege werden unterteilt in Antiregimekriege, in denen es

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Kriegsursachen

In der Kriegsursachenforschung werden drei Analyseebenen unterschieden: die individualistische, die gesellschaftliche und die systemische.

Mit dem Individuum als Auslöser von Kriegen befassen sich die Aggressionstheorie, die Verhaltensforschung, die Anthropologie, die Lerntheorie und die Psychoanalyse. Dabei werden die Neigungen und Triebe sowie der Machtwille des Menschen, aber auch Faktoren wie räumliche Enge oder Armut als

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Historische und ideengeschichtliche Entwicklung

Die Frage der sittlichen Berechtigung des Krieges bewegt die Menschheit seit Jahrtausenden. Der Krieg wurde schon in der Antike einerseits als unvermeidbare, schicksalhafte Kraft (»Der Krieg ist der Vater aller Dinge, aller Dinge König«, Heraklit) und Bewährungsprobe für die Tapferkeit betrachtet, andererseits als Gefahr für die Menschheit angesehen und wegen seiner Gewalttätigkeit und verheerenden Folgen verworfen.

Auch in der christlichen Tradition ist die Einstellung zum Krieg ambivalent. Sie reicht von der Ablehnung jeglicher Gewalt in der Bergpredigt bis zur Lehre

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Art und Umfang der Kriege seit 1945

Hinsichtlich Art und Umfang der Kriege weltweit weist die empirische Kriegsforschung für 1945–2005 insgesamt 226 Kriege (mit weit über 20 Mio. Toten) aus, von denen 70 % innere, 17 % zwischenstaatliche sowie 5 % Dekolonisationskriege waren und 8 % Mischformen darstellten. Die Zahl der durchschnittlich pro Jahr geführten Kriege ist bis Anfang

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Veränderte Rahmenbedingungen

Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts haben sich auch die Rahmenbedingungen des weltweiten Kriegsgeschehens deutlich gewandelt. Bereits zuvor vorhandene Entwicklungen – wie die wachsende Bedrohung durch terroristische Netzwerke, kriminelle Banden oder den religiösen Fundamentalismus – sind seitdem vermehrt an die Stelle politisch motivierter Gewalt getreten. Auch die beschleunigte Globalisierung sowie die zunehmende Destabilisierung und der Zerfall von Staaten in vielen Weltregionen tragen auf der internationalen Ebene zur Veränderung der Ursachen kriegerischer Gewalt bei.

Besonders in den innerstaatlichen Gewaltkonflikten treten einige langfristige Entwicklungstendenzen des

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Krieg als Thema in Literatur, bildender Kunst und Musik

Von frühester Zeit an war Krieg Handlungsgrundlage oder -hintergrund in der Literatur, beginnend mit der »Ilias« des Homer und der Tragödie »Die Perser« des Aischylos, über die Historiendramen Shakespeares und J. J. C. von Grimmelshausens »Simplicissimus«-Roman bis zu den Dramen Schillers und H. von Kleists. In der Lyrik stehen neben Kampf- und Schlachtengesängen, unzähligen Soldaten- und Landsknechtsliedern sowie Aufrufen zu Kampf- und Opferbereitschaft auch schon seit früher Zeit Dichtungen, die Schmerz, Trauer, Tod und Verwüstung beschreiben oder die Sehnsucht nach Frieden ausdrücken. Diese

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Quellenangabe
Brockhaus, Krieg. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/krieg-20