Frieden [althochdeutsch fridu »Schutz«, »Sicherheit«], im allgemeinen Sprachgebrauch ein Begriff, der auf harmonische Beziehungen gleich welcher

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Friedensvorstellungen in der Antike

Vor diesem späten Wandel der sozioökonomischen Strukturen knüpften die unter dem Krieg leidenden Menschen ihre Hoffnungen auf Frieden an kosmologische oder theologische Konzepte, obwohl diese den »ewigen Frieden« vornehmlich im Jenseits verorteten. Die Harmonie der planetarischen Bewegungen etwa, die paradiesische Stimmigkeit der Schöpfung oder auch die Verträglichkeit der Artgenossen im Tierreich galten der Antike als Vorbilder für eine humane Friedensordnung. Doch gerade solche Parallelen machen die unvergleichliche Lage des Menschen bewusst, der für den Krieg wie für den Frieden allein

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Die Pax christiana

Die christliche Botschaft ist in ihrem Ursprung gegen diesen imperialen Frieden der Pax Augusta gerichtet. Wenn Jesus als »Friedensfürst« und sein Gott als »Gott des Friedens« bezeichnet werden, so sind hier Formeln gebraucht, die im Römischen Reich für den Kaiser Augustus in Umlauf waren. Die mit dem ernsthaften, auf das Heil des einzelnen Menschen bezogenen christlichen Wortgebrauch verbundene Absage an die herrschende weltliche Macht schließt aber die Bejahung einer diesseitigen öffentlichen Ordnung nicht aus. Sie ist auch ausdrücklich auf das

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Verrechtlichung des Friedens

In eine ganz andere Richtung weist die sich seit dem 10. Jahrhundert in Europa ausbreitende Bewegung des Gottesfriedens (Pax Dei), die gegen die autonome Rechtsausübung lokaler Gewaltträger gerichtet ist. Im Zeichen des Gottesfriedens werden besonders der Fehde zeitliche und räumliche Schranken gesetzt; gewisse Personen und Institutionen werden einer allgemeinen Rechtsprechung unterstellt. Außerdem werden im Namen einer göttlichen Waffenruhe (»Treuga Dei«) Kriegshandlungen zeitlich begrenzt. Auf

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Von der Friedensutopie zur Friedensbewegung

In der Bewertung des Friedens tritt mit I. Kants Schrift »Zum ewigen Frieden« (1795) eine Wende ein. Hatten politische Denker wie N. Machiavelli, Montesquieu und Rousseau immer schon auf die enge Verbindung zwischen dem Frieden in der Welt und der Mitbestimmung der Gesellschaft

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Frieden als politisches Projekt der Moderne

Als politisch realisierbare Zielvorstellung erscheint der Frieden erst, nachdem infolge der Industrialisierung und der Demokratisierung die traditionelle Staatenwelt durch die entstehende Gesellschaftswelt abgelöst wurde. Vor allem der in

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Frieden durch Demokratisierung und internationale Kooperation

Dabei traten die beiden wichtigsten, den Strukturwandel des internationalen Systems heraufführenden Strategien deutlich zutage: die Demokratisierung der Herrschaftssysteme und der Abbau der Systemanarchie durch die institutionalisierte Kooperation der Staaten in einer internationalen Organisation. Die Bedeutung beider wurde 1990 in der von den ehemaligen Gegnern im Ost-West-Konflikt nunmehr gemeinsam entworfenen »Charta von Paris für ein neues Europa« zur Grundlage der künftigen europäischen Friedensordnung erhoben. In der Tradition T. W. Wilsons hatten US-Präsident B. Clinton in der Demokratisierung der Herrschaftssysteme die wichtigste Sicherheitsstrategie der

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Frieden durch Konfliktprävention und gewaltfreie Konfliktregelung

Den westlichen Demokratien ist es möglich, den von ihnen angestrebten Strukturwandel in den tagtäglichen Prozessen der Außenpolitik nicht nur zu flankieren, sondern dadurch zu fördern, dass sie eine Politik der Konfliktlösung, der Abrüstung und der Rüstungskontrolle betreiben. Sie erzeugt weltweit ein Klima der Entspannung und vermag durch eine »Kultur der Vorbeugung« (Carnegie Commission) den Teufelskreis von politischem Einmischungsverbot in die inneren

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Bilanz

Den nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes in der Welt erreichten Grad

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Werke

Weiterführende Literatur:

W. Nestle: Der Friedensgedanke in der antiken Welt (1938);
H.-J.Schlochauer: Die Idee des ewigen Friedens (1953);
H. Hoffmann: Gottesfriede u. Treuga Dei (1964);
H. Fuchs: Augustin u. der antike Friedensgedanke (21965);
H. Saner: Kants Weg vom Krieg zum Frieden (1967);
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Quellenangabe
Brockhaus, Frieden. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/frieden