Um 1880 erreichte eine neue Richtung die deutsche Literatur, der Naturalismus. Er folgte zuerst dem Vorbild É. Zolas, später auch dem H. Ibsens und L. Tolstois. Themen waren v. a. die neuen, im Gefolge des Kapitalismus entstandenen gesellschaftlichen Probleme im Milieu der Unterdrückten und Unglücklichen. Bevorzugte Figuren waren die Dirne mit dem guten Herzen, ledige Mütter, das Kind als Opfer sozialer und familiärer Missstände; der Vater-Sohn-Konflikt wurde häufig gestaltet, Geisteskrankheit und Abnormität wurden mit klinischer Exaktheit dokumentiert, Polemik und unbedingter Wille zur Wahrheit bestimmten die Werke.

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Quellenangabe
Brockhaus, Naturalismus und Moderne. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/deutsche-literatur/von-der-mitte-des-19-jahrhunderts-bis-zum-ersten-weltkrieg/naturalismus-und-moderne