Bosnien und Herzegowina, amtlich bosnisch, serbisch und kroatisch Bosna i Hercegovina

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Landesporträt

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Bosnien und Herzegowina: Flagge

Die Flagge von Bosnien und

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Geografie

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Landschaft

Bosnien und Herzegowina grenzt im Norden, Westen und Süden an Kroatien, im Osten an Serbien und im Südosten an Montenegro;

Mit Ausnahme eines geringen Anteils an der Saveniederung im Norden (Posavina) und eines sich anschließenden Hügellandstreifens ist Bosnien und Herzegowina ein ausgesprochenes Gebirgsland, das einen Teil des Dinarischen Gebirges umfasst. Die Gebirgsregion gliedert sich in zwei stark kontrastierende Teilräume: das Bosnische Bergland und den

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Klima und Vegetation

Es herrscht vorwiegend gemäßigt kontinentales Klima, das lediglich im Süden und im Bereich der Adriaküste

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Gesellschaft

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Bevölkerung

Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus Angehörigen verschiedener Nationalitäten und Religionen zusammen, die bis zum Krieg 1992–95 in mosaikhaft durchmischten Siedlungsgebieten wohnten. Durch

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Religion

Das Religionsgesetz der Republik Bosnien und Herzegowina stellt alle Religionsgemeinschaften rechtlich gleich; als geschichtlich im Gebiet der Republik verwurzelte Religionsgemeinschaften werden die islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina, die serbisch-orthodoxe Kirche, die katholische Kirche und die jüdische Gemeinde anerkannt. Grundlage der Religionspolitik im Einzelnen bilden zwischen dem Staat und den

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Politik und Recht

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Politik

Nach den im Friedensabkommen von Dayton (Annex 4) fixierten Verfassungsgrundsätzen ist Bosnien und Herzegowina eine unabhängige, demokratische, föderative Republik, bestehend aus zwei relativ eigenständigen Gebietseinheiten (Entitäten), der bosniakisch-kroatischen Föderation Bosnien und Herzegowina (Abkürzung FBiH) und der Serbischen Republik (Republika Srpska, Abkürzung RS). Für den zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil der RS gelegenen Distrikt Brčko wurde durch Statut von 1999 der Status eines beiden Entitäten zugehörigen Kondominiums mit eigenen Institutionen und Kompetenzen geschaffen.

Die Zentralgewalt ist vornehmlich für Außen-, Außenhandels-,

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Nationalsymbole

Die Flagge zeigt auf blauem Tuch ein gleichschenkliges, rechtwinkliges Dreieck in Gold, dessen Schenkel der Höhe des Flaggentuchs entsprechen; der Mittelpunkt der

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Parteien

Wichtige Parteien sind die Sozialdemokratische Partei (SDP, multiethnisch), die Allianz unabhängiger

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Militär

Nach Zusammenlegung der Teil-Armeen beträgt die Gesamtstärke der Streitkräfte von Bosnien

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Verwaltung

Bosnien und Herzegowina besteht aus den weitgehend selbstständigen Teilen (Entitäten) Serbische

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Recht

Bosnien und Herzegowina sowie die beiden Entitäten verfügen über je einen Verfassungsgerichtshof. Daneben gibt es den 2002 gebildeten Staatsgerichtshof von

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Bildungswesen

Es besteht allgemeine Schulpflicht im Alter von 6 bis 15 Jahren. Das Schulsystem gliedert sich in eine neunjährige

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Medien

Die Medienlandschaft in Bosnien und Herzegowina ist vielfältig, aber vor allem von der ethnischen Teilung des Landes geprägt. Regierungen und politische Parteien üben großen Einfluss aus. 

Presse: Die

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Seit den 1950er-Jahren hatte die wirtschaftlich und sozial vormals stark zurückgebliebene Teilrepublik Bosnien und Herzegowina innerhalb Jugoslawiens eine erhebliche ökonomische Entwicklung erfahren, deren Basis reiche natürliche Ressourcen wie Waldbestände und Erzlagerstätten sowie Energiereserven in Form von Braunkohle und Wasserkraft bildeten. Trotz dieser Entwicklung und der Entstehung industrieller Zentren galt Bosnien und Herzegowina in seiner Gesamtheit als wirtschaftsschwache Region. Auch heute zählt

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Landwirtschaft

Der Anteil der Landwirtschaft am erwirtschafteten BIP ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen (2002: 18 %; 2014:

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Bodenschätze

An Energierohstoffen besitzt Bosnien und Herzegowina reiche Braunkohlenvorkommen im Gebiet von Tuzla und

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Energiewirtschaft

Die reichen Braunkohlen- und Lignitvorkommen werden für den Betrieb der Wärmekraftwerke

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Industrie

Auf der Grundlage umfangreicher natürlicher Ressourcen (Bodenschätze, Holz und Wasserkraft) setzte nach 1945 ein Industrialisierungsprozess ein, wobei dem Aufbau der Schwerindustrie Priorität eingeräumt wurde. Erst später

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Tourismus

Südlich von Sarajevo befindet sich das vormals bedeutendste Wintersportzentrum Jugoslawiens (Ort der XIV. Olympischen Winterspiele 1984), weiterhin gibt es einige Kurorte und Heilbäder mit Mineral- und Thermalquellen, insbesondere im Bosnischen Bergland.

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Bosnien und Herzegowina:

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Verkehr

Dem Verkehr erwachsen große Probleme aus den äußerst komplizierten Reliefverhältnissen (von Nordwest nach Südost streichende Gebirgszüge).

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Geschichte

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Altertum bis Erster Weltkrieg

Das ursprünglich auf das Gebiet am Oberlauf der Bosna begrenzte Gebiet Bosniens war seit dem Paläolithikum kontinuierlich besiedelt, wobei die neolithische Butmirkultur reiche Spuren hinterließ. Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. wanderten illyrische Stämme ein, die seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. unter griechische Kultureinflüsse gerieten. Ihre nach 400 auch keltisch beeinflussten Staatenbildungen fielen 156 v. Chr. unter die Oberhoheit Roms, das das wegen seines Erzreichtums (Gold, Silber, Blei) wertvolle Gebiet nach der Niederschlagung eines illyrisch-pannonischen Aufstandes (6–9 n. Chr.) der Provinz Illyricum beziehungsweise später Dalmatia

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Bosnien und Herzegowina als Teil Jugoslawiens

Während des Zusammenbruchs Österreich-Ungarns als Ergebnis des Ersten Weltkrieges (Ende Oktober/Anfang November 1918) proklamierte der Ende September gebildete bosnische Nationalrat am 30. 10. 1918 den Anschluss Bosniens und der Herzegowina an das geplante Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (proklamiert am 1. 12.;

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Unabhängigkeit und Bürgerkrieg

Nach den ersten Mehrparteienwahlen nach 1945 vom 18. 11./2. 12. 1990 zur Skupština (Parlament) und zum Staatspräsidium wurden, entsprechend der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung, die bosniakische Partei der Demokratischen Aktion (SDA),

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Verlauf des Krieges

Während die muslimischen Bosniaken (1991 Bevölkerungsanteil: 43,2 %) als staatstragende Volksgruppe am Erhalt Bosniens und Herzegowinas als dreinationalem (multiethnischem) Staat festhielten, orientierten sich die bosnischen Serben (bis 1995) inzwischen an der Idee der Sammlung aller Serben in einem Staat; bei einem Bevölkerungsanteil von 31,8 % (1991) erhoben sie einen Anspruch auf 65 % des Staatsgebiets. Zur Arrondierung ihrer Siedlungsgebiete besetzten die bosnisch-serbischen Verbände bis Oktober 1992 aufgrund ihrer militärischen Überlegenheit (schwere Waffen der ehemaligen jugoslawischen Bundesarmee) mehr als zwei Drittel des Territoriums von

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Kriegsende, Dayton-Abkommen und Wiederaufbau

Mit einem Handelsembargo gegen Jugoslawien und einem Waffenembargo gegen die Krieg führenden Parteien (durch EU und UNO), durch Entsendung von UN-Blauhelmtruppen (UNPROFOR) und mit dem Einsatz von NATO-Kampfflugzeugen suchten die internationalen Organisationen ein Ende des Krieges zu erreichen. Am 25./26. 4. 1994 wurde eine Internationale (Bosnien-)Kontaktgruppe gebildet; Mitglieder wurden die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

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Politische Konsolidierungsbemühungen

Insgesamt standen (bis 1999/2000) der erfolgreichen Umsetzung der militärischen Bestimmungen des Dayton-Abkommens aufgrund der fortbestehenden ethnischen Spannungen Defizite bei der Umsetzung der zivilen Bestimmungen in den Entitäten und im Gesamtstaat gegenüber. Dazu gehörten u. a. Abrüstung, Rückkehr der Flüchtlinge und Gebietsaustausch. Lediglich die Wiedervereinigung von Sarajevo (19. 3. 1996 realisiert) und Mostar (Kommunalwahlen, 30. 6. 1996) sowie die gegenseitige Anerkennung der ehemaligen Kriegsparteien (Ende September 1996 erfolgt) gelangen einigermaßen. Verschiedene Folgekonferenzen beschlossen u. a. massive internationale Hilfe beim Wiederaufbau. Verantwortlich für die Einhaltung des

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Außenpolitik

Im Januar 2001 vereinbarten Bosnien und Herzegowina sowie Jugoslawien, wieder enger zusammenzuarbeiten (v. a. auf den Gebieten von Handel und Verkehr; dazu u. a. Bildung einer zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe) sowie eine »Kommission für Wahrheit und

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Kultur

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Quellenangabe
Brockhaus, Bosnien und Herzegowina. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/bosnien-und-herzegowina