Weißrussland, Belorussland, weißrussisch Belarus, amtlich weißrussisch Respublika Belarus, deutsch Republik Weißrussland,

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Landesporträt

Weißrussland ist eine präsidiale Republik in Osteuropa mit der Hauptstadt Minsk. Das Land besteht überwiegend aus weiten Ebenen mit zahlreichen Seen und Sümpfen. Im Norden wird es von der Hügellandschaft des Weißrussischen Landrückens durchzogen. Das

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Geografie

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Landschaft

Weißrussland grenzt im Norden und Osten an Russland, im Süden an die Ukraine, im Westen an Polen und im Nordwesten an Litauen und Lettland

Weißrussland liegt im Westen der

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Klima

Weißrussland liegt im atlantisch-kontinentalen Übergangsbereich mit relativ milden und feuchten Wintern und kühlen, regnerischen Sommern. Besonders im Winter zeigt sich

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Vegetation

Über 40 % der Staatsfläche sind von Wäldern (überwiegend Mischwäldern) bedeckt. Im Norden dominieren als typische Vertreter der eurasischen Nadelwaldtaiga die Fichten, vergesellschaftet mit Birken; Kiefern sind überall vorherrschend. In einer mittleren Zone treten die

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Gesellschaft

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Bevölkerung

84 % der Bevölkerung sind Weißrussen. Zu den Minderheiten gehören Russen (8 %), Polen (3 %), Ukrainer, Tataren u. a. Nur gut 60 % der Weißrussen bezeichnen Weißrussisch als

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Religion

Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und schützt die Religionsausübung, wenn diese unter Respektierung der geistlichen, kulturellen und nationalen Traditionen des weißrussischen Volkes geschieht. Für die Regelung der Beziehungen zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften besteht seitens des Staates die Kommission für religiöse und nationale Angelegenheiten. Die dortige Registrierung bildet für die Religionsgemeinschaften die Voraussetzung zur Wahrnehmung der mit der Religionsfreiheit

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Politik und Recht

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Politik

Nach der am 15. 3. 1994 verabschiedeten Verfassung (mehrfach revidiert) ist Weißrussland eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der auf 5 Jahre direkt gewählte Präsident (einmalige Wiederwahl möglich). Erhält im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, ist im zweiten eine Stichwahl zwischen den beiden erfolgreichsten Bewerbern erforderlich. Für beide Wahlgänge ist eine Mindestbeteiligung von 50 % vorgesehen.

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Nationalsymbole

1995 wurden wieder Flagge und Wappen der ehemaligen Weißrussischen SSR ohne die Sowjetsymbole gültig, nachdem 1991–95 eine andere Flagge und ein anderes Wappen verwendet wurden. Die

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Parteien

Einflussreichste Parteien sind v. a. die Kommunistische Partei Weißrusslands (KPB, 1996 von

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Gewerkschaften

Seit 1990/91 ist in Weißrussland eine national eigenständige, pluralistische Gewerkschaftsbewegung entstanden.

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Verwaltung

Weißrussland ist administrativ in 6 Gebiete und die Hauptstadt Minsk gegliedert.

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Militär

Die Gesamtstärke der Wehrpflichtarmee (Dienstzeit 12–18 Monate) beträgt etwa 73 000 Mann;

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Recht

Die Zuständigkeit des seit 1994 bestehenden Verfassungsgerichts (12 Richter mit einer Amtszeit von 11 Jahren, je zur Hälfte vom Rat der Republik gewählt beziehungsweise

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Bildungswesen

Es besteht eine elfjährige allgemeine Schulpflicht ab dem 6. Lebensjahr. Die Grundlage des Bildungswesens bildet die allgemeinbildende Sekundarschule,

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Medien

In Weißrussland werden Meinungs- und Pressefreiheit unterdrückt. Die meisten Medien befinden sich in Staatsbesitz oder stehen unter staatlicher Kontrolle. Auch

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Wirtschaft

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Wirtschaft

Nach wie vor dominiert der Staat in sowjetischer Tradition stark die Wirtschaft; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird vorwiegend von Staatsbetrieben erwirtschaftet. Eine Marktwirtschaft ist nur in Ansätzen entwickelt. Nach dem

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Landwirtschaft

Die Landwirtschaft trägt bei abnehmender Bedeutung 7,6 % (2017) zum BIP bei, in Land- und Forstwirtschaft arbeiten 9,9 % der Erwerbstätigen. Im Agrarsektor dominieren weiterhin die aus der Sowjetzeit stammenden

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Bodenschätze

Der wichtigste Rohstoff Weißrusslands ist Kalisalz. Ein wichtiges Abbauzentrum liegt bei

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Energiewirtschaft

Wegen der geringen Ressourcen an Energierohstoffen ist Weißrussland fast vollständig auf

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Industrie

Der Anteil der Industrie (einschließlich Bergbau und Bauwirtschaft) am BIP liegt (2017) bei 31,6 %; 31,2 % der

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Dienstleistungssektor

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet einen Anteil von (2017) 47,6 % des BIP; in ihm arbeiten 59,0 % der Erwerbstätigen. Er umfasst vor allem die Bereiche Handel und

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Verkehr

Weißrussland ist ein wichtiges Transitland für den Personen- und Warenverkehr von den mitteleuropäischen Ländern nach Russland

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Geschichte

Die Herleitung des Namens Weißrussland (Belarus) ist umstritten. Der westliche Teil

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Frühzeit und Mittelalter

Die Besiedlung des Gebiets seit dem späten Paläolithikum vor circa 27 000 bis 24 000 Jahren und eine vollständige Besiedlung seit etwa 9 000 bis 5 000 Jahren

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Weißrussland und Polen-Litauen

Seit dem 13./14. Jahrhundert (beginnend mit dem litauischen Großfürsten Mindaugas) bildete Weißrussland das geografische Kernland des Großfürstentums Litauen, dessen Hauptstadt Nawahrudak (Nowogrudok) war und ab 1323 Wilna (Vilnius) wurde. Das Großfürstentum ging 1385/86 eine Personalunion mit dem Königreich Polen ein (Union von Krewo, Vermählung des litauischen

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Unter der Herrschaft des Zarenreiches

Im Verlauf der Teilungen Polens in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts kam Weißrussland zum Russischen Reich (1772 der östliche Teil mit Gomel, Mogiljow und Witebsk, 1793 der zentrale Teil mit Minsk, 1795 das restliche Territorium). Dieser Vorgang wurde von der russischen und sowjetischen Historiografie zumeist als »Wiedervereinigung«

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Eingliederung in die Sowjetunion

 Das nach dem Sturz des russischen Zaren 1917 unter der Führung der »Hramada« gebildete Weißrussische Nationalkomitee (»Rada«) wurde nach der Oktoberrevolution von 1917 von einem »Militärrevolutionären Komitee« der Bolschewiki zeitweilig verdrängt; unter deutscher

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Stalinismus und deutsche Besetzung

Wie in anderen Unionsrepubliken setzten Ende der 1920er-Jahre die Repressalien der stalinschen Diktatur gegen die nationale Intelligenz (u. a. an der Akademie der Wissenschaften und der weißrussischen staatlichen Universität) und gegen die Bauernschaft ein. Zwischen 1937 und 1941 ließ Stalin

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Die Weißrussische SSR 1945–91

Nach Kriegsende legte ein polnisch-sowjetischer Vertrag (16. 8. 1945) die Curzon-Linie mit geringen Abweichungen (Rückgabe des Gebiets von Białystok an Polen) als gemeinsame Grenze fest; daraufhin wurden rd. 1,5 Mio. Polen aus dem früher polnischen Territorium in die ehemaligen deutschen Gebiete des heutigen Polen umgesiedelt, umgekehrt verließen etwa 500 000 Weißrussen und

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Weißrussland als unabhängiger Staat

Nach dem gescheiterten Putsch orthodox-kommunistischer Kräfte in Moskau (19.–21. 8. 1991) rief der von den Kommunisten beherrschte weißrussische Oberste Sowjet am 25. 8. 1991 die Unabhängigkeit Weißrusslands aus (im September 1991 Umbenennung in »Republik Belarus«). Parlamentsvorsitzender wurde am 18. 9. 1991 der Atomphysiker Stanislau Schuschkewitsch (* 1934).

Am 8. 12. 1991 beteiligte sich Weißrussland an der Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), deren Verwaltungssitz Minsk wurde.

Zunehmend geriet Schuschkewitsch in Konflikt mit der orthodox-kommunistischen Mehrheit des Obersten Sowjets, da er im Gegensatz zu den restaurativen

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Außenpolitik

In der Außenpolitik hielt Lukaschenka an der engen Kooperation mit Russland fest (am 2. 4. 1996 formale Begründung einer russisch-weißrussischen »Gemeinschaft Souveräner Republiken«, Unterzeichnung von Unionsverträgen am 2. 4. 1997 und am 8. 12. 1999); begleitet von zeitweiligen Kontroversen zwischen Lukaschenka und dem russischen Präsidenten W. Putin einigten sich beide zwar auf

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Kultur

Weißrussland liegt im Übergangsbereich des polnischen, litauischen und russischen Kulturkreises. Die nationale Identität, Kultur und Sprache bildete sich erst relativ spät im 19. Jahrhundert heraus. Auch nach der Unabhängigkeit Weißrusslands (1991) ist das sowjetische und sozialistische Erbe präsent geblieben. Die weißrussische Sprache galt lange als unterentwickelt und wurde durch das Russische verdrängt, ab 2010 wird Weißrussisch vermehrt als nationale Sprache wahrgenommen. Daneben existiert

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Literatur

Hierasimowicz, K., Belarus 2.0. Weißrussische Geschichts- und Identitätsdiskurse im Zeitalter der
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Quellenangabe
Brockhaus, Weißrussland. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/weissrussland