Manipulation [französisch »(geschickte) Handhabung«, zu lateinisch manipulus, eigentlich »eine Hand voll«, von manus »Hand«

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Begriffsentwicklung

Im 18. Jahrhundert (z. B. in der »Encyclopédie« D. Diderots und J.-B. Le Rond d'Alemberts) diente der Begriff Manipulation zur Bezeichnung praktischer Handlungen (im Gegensatz zu »Theorie«); ferner konnten alle anderen Tätigkeiten damit bezeichnet werden, die mit der Hand ausgeführt wurden.

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Manipulation in den Verhaltens- und Sozialwissenschaften

In nahezu allen erfahrungsorientierten Wissenschaften werden Versuchsanordnungen hergestellt und modifiziert, im Wesentlichen mit der Absicht, Verhaltensänderungen u. a. Reaktionen der Untersuchungsobjekte (Menschen, Gruppen, Tiere) zu erforschen beziehungsweise in Abhängigkeit von den Vorgaben zu erklären. Eine solche Einflussnahme wird seit den 1920er-Jahren – im Anschluss an die Entwicklungspsychologen J. B. Watson und Harry Frederick Harlow (* 1905, † 1981), die mit Manipulation zunächst die Verselbstständigung von

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Biologische und medizinische Manipulation

Wenn durch gezielte Eingriffe Einfluss auf Gehirnfunktionen des Menschen genommen wird, spricht man von Gehirnmanipulation oder Psychochirurgie. Diese zunächst neutrale Handhabung des Begriffs erlangt eine neue Dimension, wenn damit Verhaltenskontrollen unterschiedlichen Ausmaßes verbunden sind, die von der medikamentösen Behandlung psychisch Kranker bis zu einer »Pazifizierung des Gehirns« (Stephen Lewis Chorover, * 1932, † 2015

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Medien, Wahrnehmung und Alltag

Alltagssprachlich hat sich im 20. Jahrhundert die sozialwissenschaftliche und kritische Dimension im Begriff der Manipulation durchgesetzt, wie sie bereits im Jahrhundert der Aufklärung mit anderen Begriffen (z. B. Sinnentäuschung, Priestertrug) angesprochen und wie sie seit den 1940er-Jahren in den USA im Zusammenhang der Forschungen zur öffentlichen Meinung und zur Massenkommunikation ausgearbeitet wurde. Hinzu kommt ein im Anschluss an die marxsche Ideologiekritik und die Medien- und Kulturtheorie der kritischen Theorie von der Studentenbewegung der 1960er-Jahre aufgenommener Verdacht, der die herrschenden Gruppen und Klassen

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Politische Funktion der Manipulation

Die Unterscheidung der Rhetorik zwischen Überredung, die manipulativ, und Überzeugung, die argumentativ operiere, kann nur aufrechterhalten werden, wenn die Zielsetzungen, Maßstäbe und Bezugsobjekte des Kommunikators den Adressaten bekannt sind und im Grundsätzlichen von beiden Seiten geteilt werden. Dort, wo ein hohes Maß an Information »aus zweiter Hand« notwendig ist, Dissens über die gemeinsamen Grundlagen besteht und eine große Asymmetrie der Machtmittel, der Kommunikationsanteile

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Werke

Weiterführende Literatur:

K. Arens: Manipulation (21973);
Grundfragen der Kommunikationsforschung, hg. v. W. Schramm (aus dem Amerikanischen, 51973);
F. Zöchbauer: Manipulation u. Macht (1975);
Manipulation der
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Quellenangabe
Brockhaus, Manipulation. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/manipulation