Konjunktur [mittellateinisch coniunctura »Verbindung«, ursprünglich »sich aus der Verbindung verschiedener Erscheinungen ergebende Lage«] die, -/-en, allgemein die Wirtschafts- oder Geschäftslage und deren Entwicklung, im engeren Sinn die zyklischen Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Die Volkswirtschaftslehre bezeichnet als Konjunktur die kurz- bis mittelfristigen Veränderungen des Auslastungsgrades der Produktionskapazitäten

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Konjunkturforschung

Die empirische Konjunkturforschung hat die Aufgabe, die aktuelle Konjunkturlage zu identifizieren (Diagnose) und ihre weitere Entwicklung abzuschätzen (Prognose). Beides wird sowohl von den möglichen Trägern der Konjunkturpolitik (Regierung, Zentralbank) als auch von wissenschaftlichen Einrichtungen (Forschungsinstitute, Beratungsgremien) durchgeführt und bezieht sich auf weltwirtschaftliche und binnenwirtschaftliche Einflussgrößen.

Zur Konjunkturdiagnose werden zunächst aussagefähige Konjunkturindikatoren benötigt. Zwar stellt

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Konjunkturtheorie

Die theoretische Konjunkturforschung (Konjunkturtheorie) untersucht, warum ein marktwirtschaftliches System in Schwingungen gerät und wie es diese Schwingungen verarbeitet.

Eine allgemein akzeptierte umfassende Konjunkturtheorie steht bis heute aus und ist wegen der Komplexität des Konjunkturphänomens auch nicht zu erwarten. Bei den verschiedenen diskutierten Erklärungsansätzen spielen v. a. zwei Fragen eine Rolle: Sind die konjunkturellen Schwankungen eine dem marktwirtschaftlichen System inhärente Eigenschaft (endogene Konjunkturerklärung) oder sind die beobachtbaren Schwankungen die Folge äußerer Einflussfaktoren (exogene Konjunkturerklärung)? Ist das marktwirtschaftliche System selbststabilisierend und werden die

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Konjunkturpolitik

Ziele: Die konjunkturpolitische Zielsetzung ist in Deutschland formal als gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht zur verfassungsrechtlichen Norm (Artikel 109, 115 GG) erhoben und in § 1 Stabilitätsgesetz konkretisiert worden. Bund und Länder sind gehalten, bei politischen Maßnahmen die »Stabilität des Preisniveaus«, einen »hohen Beschäftigungsstand« und das »außenwirtschaftliche Gleichgewicht« zu beachten. Damit kommt der Verstetigung des Wirtschaftsprozesses (im Sinne einer Verminderung von Über- beziehungsweise Unterauslastung des Produktionspotenzials) ein hoher Stellenwert zu. Gleichwohl entstehen drei Probleme.

Zum Ersten müssen die Ziele konkretisiert werden, d. h., es stellt sich die

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Literatur

G. Haberler: Prosperität u. Depression. Eine theoretische Untersuchung der Konjunkturbewegungen (aus dem Englischen, 21955);
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Quellenangabe
Brockhaus, Konjunktur. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/konjunktur