Film [englisch, von altenglisch filmen »Häutchen«], Filmkunst: mit fotografischen oder elektronischen

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Gattungen und Genres

Nach der Länge des Film unterscheidet man Kurz- (im Allgemeinen weniger

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Filmgeschichte

Die Geschichte des Films wird üblicherweise in die Zeit des Stummfilms

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Der Stummfilm (1895–1928)

Die allerersten Filme wurden 1890 in England, 1893 in den USA (New York) und 1894 in Russland vorgeführt; als Beginn der Filmgeschichte gilt jedoch das Jahr 1895. Am 1. November 1895 zeigten die Brüder M. und E. Skladanowsky im Berliner »Wintergarten« mit dem »Bioskop« ein Programm »lebender Photographien«; Vorführungen dokumentarischer Filme präsentierten die Brüder L. und A. Lumière im Pariser »Grand Café« ab dem 28. Dezember 1895, deren kombiniertes Aufnahme-

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Der Tonfilm (ab 1928)

Nachdem der Stummfilm Ende der 1920er-Jahre zu künstlerischer Vollendung gelangt war und ein Massenpublikum erobert hatte, drehte man ab 1926, in Europa ab 1929, Tonfilme. Dafür wurde die Umrüstung der Aufnahme- und Vorführapparaturen auf die neue Technik nötig, mit der man Sprache, Geräusche und Musik authentisch einfangen und wiedergeben konnte. Ein erster Welterfolg wurde der Tonfilm »Der Jazzsänger« (1927, von Alan Crosland, * 1894, † 1936; mit Al Jolson, * 1885, † 1950 in

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Der moderne Film (ab 1958)

Als Zäsur für den modernen Film gilt die Zeit Ende der 1950er-/Anfang der 1960er-Jahre – eine Zeit, die gekennzeichnet war durch eine grundsätzlich gesellschafts- und kulturkritische Mentalität, durch technische Neuerungen (leichtere Kameras und Tonbandgeräte) und eine Umwälzung konventioneller Formen des filmischen Erzählens (Bildgestaltung und Montage betreffend).

In Frankreich entstand eine neue Bewegung, die Nouvelle Vague, die das Autorenkino etablierte, sich für ein persönliches, authentisches Kino einsetzte und damit das

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Der digitale Film (seit 1990)

Seit den 1990er-Jahren stieg nicht nur der Aufwand vieler Hollywoodfilme, sondern nahm auch der Einsatz computergestützter Tricks

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Filmländer

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Frankreich

Das führende Filmland der Anfangsjahre war Frankreich. Hier fingen die Brüder Lumière als erste Alltagsszenen filmisch ein (»La sortie des usines Lumière« und »Die Ankunft des Zuges«, beide 1895); die ersten Spielfilme (oft mit irrealem Charakter) drehte jedoch G. Méliès (»Die Reise zum Mond«, 1902), der seine Märchen, Feerien und Dramen mit filmischen Tricks umsetzte.

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Henri-Georges Clouzot

Henri-Georges Clouzot prägte das französische Kino der Nachkriegszeit. Sein Film »Lohn der Angst« von 1953 gilt als cineastisches Meisterwerk.

Wichtige Werke waren in

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USA

Pioniere des amerikanischen Stummfilms waren Edwin S. Porter (* 1869, † 1941), der mit »Der große Eisenbahnraub« (1903) einen der ersten Western mit parallelem Geschehen und »Rettung in letzter Minute« schuf, sowie D. W. Griffith, der den amerikanischen Geschichtsfilm und das lyrische Filmmelodram begründete, in denen er besonders das Prinzip des spannungssteigernden Ineinandermontierens mehrerer Handlungsstränge nutzte. Sein Werk »Geburt einer Nation« (1915) vereinte viele der Möglichkeiten des damaligen Films.

Die Filmproduktion der USA wurde zunächst von nur wenigen Gesellschaften beherrscht, die sich 1908 zu

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Italien

Erste Bedeutung erlangte Italien schon in der Zeit des Stummfilms mit clownesken Komödien, monumentalen Historienfilmen wie »Quo vadis« (1913, von Enrico Guazzoni, * 1876, † 1949) oder »Cabiria« (1914, von Giovanni Pastrone, * 1883, † 1959) sowie Melodramen um entrückte Diven wie Lyda Borelli (* 1884, † 1959), Francesca Bertini (* 1888, † 1985) und Pina Minichelli (* 1890, † 1984).

Die wichtigsten Regisseure in den 1930er-Jahren waren Mario Camerini (* 1895, † 1981) mit »Männer, was für Schufte« (1932) sowie Alessandro Blasetti (* 1900, † 1987) mit »1860« (1934). Ansonsten dominierte das Kino

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Dänemark

Schon vor dem Ersten Weltkrieg produzierte die Firma Nordisk (gegründet 1906) Filme. Die bedeutendsten dänischen Regisseure waren Viggo Larsen (* 1880, † 1957), in den 1910er-Jahren August Blom (* 1869, † 1947), ab den

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Schweden

Ab 1908, als Charles Magnusson (* 1878, † 1948) die Svenska Biografteatern übernahm, zählte auch Schweden zu den führenden Filmländern und hatte zwischen 1916 und 1921 sein erstes Goldenes Zeitalter. Durch die Einbeziehung von Naturschauplätzen und eine psychologisch eindringliche Kammerspieldramaturgie entwickelte sich

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Finnland

Der erste finnische Film entstand 1907 (»Die Schmuggler«, von Louis Sparre, * 1863, † 1964). In den 1910er-Jahren entwickelte

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Deutschland

Pioniere des deutschen Films waren die Brüder Skladanowsky, die 1895 noch vor den Brüdern Lumière ihre Filme im Berliner Wintergarten präsentierten, und O. Meßter, der ab 1896 Spielfilme und Wochenschauen produzierte. Ab 1913 gab es durch den Einfluss von Theaterkünstlern den Versuch einer künstlerischen Veredelung des Films, mit einer Spezialisierung auf fantastisch-neuromantische Stoffe (»Der Andere«, 1913, von Max Mack, * 1884, † 1973; »Der Student von Prag«, 1913, von Stellan Rye, * 1880, † 1914; »Der Golem«, 1915, von P. Wegener). Gleichzeitig feierten die Sensationsfilme von

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Russland

Eine eigenständige Filmproduktion entwickelte sich schon in zaristischer Zeit ab 1896. Ab 1907 existierten Produktionsgesellschaften, die v. a. historische Dramen und Literaturverfilmungen herstellten.

1919 wurde ein Erlass über die Verstaatlichung des Filmwesens publiziert, der 1920 in Kraft trat. Obwohl in der Sowjetunion zunächst v. a. Agitationsfilme und Wochenschauen produziert wurden, experimentierte man hier auch radikal mit filmischen Ausdrucksmitteln. So arbeitete L. W. Kuleschow mit den Mitteln der Montage und zeigte, dass die Großaufnahme eines ausdruckslosen Gesichts, in unterschiedlichen szenischen Zusammenhang gestellt, jeweils eine

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Großbritannien

Der erste kommerzielle Film wurde 1896 in London vorgeführt; um die Jahrhundertwende gab es überall im Land Filmvorführungen, v. a. von Dokumentarfilmen und Komödien. Anfang des 20. Jahrhunderts experimentierte die »Schule von Brighton« mit Einstellungsformen, Kamerafahrten und Montage, so u. a. in »Rescued by Rover« (1905) von Lewin Fitzhamon (* 1869, † 1961) und Cecil Hepworth (* 1873, † 1953).

Auch in den 1910er-Jahren waren die Werke des Filmpioniers Cecil Hepworth erfolgreich (u. a. »Comin' Thro the Rye«, 1916); in den 1920er-Jahren v. a. die Filme von Herbert Wilcox

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Österreich

Der erste österreichische Film entstand 1908 (»Von Stufe zu Stufe«, von Heinz Hanus, * 1882, † 1972). In den 1910er-Jahren dominierten Komödien wie »Der Millionenonkel« (1913, von Hubert Marischka, * 1882, † 1959). In den 1920er-Jahren arbeiteten die aus Ungarn stammenden Regisseure A. Korda und M. Curtiz in Österreich, bevor sie

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Schweiz

Die Filmproduktion in der Schweiz hatte von Beginn an nur ein geringes Ausmaß, zudem gelten – wie in zahlreichen anderen Ländern auch – viele Stummfilme dieser Zeit als verloren. Einer der ersten schweizerischen Spielfilme war »Das arme Dorf« (1921, von dem aus Frankreich stammenden Jean Hervé, * 1884, † 1966) – einer der zahlreichen Bergfilme mit dokumentarischen Akzenten. Aufsehen

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Spanien

Schon 1886 gab es erste Filmvorführungen. Während der Stummfilmzeit wurden vor allem literarische und historische Stoffe adaptiert. Der erste Regisseur von auch internationaler Bedeutung war Segundo de Chomón (* 1871, † 1929).

Nach dem Aufkommen des Tonfilms konsolidierte sich die Filmindustrie in Spanien. 1932 drehte L. Buñuel

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Polen

Als erster polnischer Spielfilm gilt »Die Preußische Kultur« (1908), der vom Schulwesen in dem damaligen preußischen Teilungsgebiet erzählt. Die Filme der 1920er- und 1930er-Jahre basierten, neben Komödien und Melodramen, auf Literaturadaptionen. Ryszard Ordyński (* 1878, † 1953) verfilmte 1928 das Nationalepos »Pan Tadeusz« von A. Mickiewicz. Der erste polnische Tonfilm

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Tschechien

Die ersten tschechischen Filme entstanden bereits 1898, als Jan Křiženecký (* 1868, † 1921) mit einer von den Brüdern Lumière gekauften Apparatur Prager Straßenszenen drehte und vorführte.

In den 1910er-Jahren inszenierte Max Urban (* 1882, † 1959) eine Reihe von Melodramen. 1923 wurde in Prag das tschechische Filmmuseum gegründet.

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Ungarn

In den 1910er-Jahren setzte die ungarische Filmproduktion eher zaghaft ein, u. a. mit M. Curtiz (damals noch als Mihály Kertész), der 1912 mit »Heute und morgen« das erste künstlerische Filmdrama Ungarns drehte, sowie A. Korda (damals noch als Sándor Korda). Erst mit dem Aufkommen des Tonfilms gelangen ästhetisch überzeugende

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Brasilien

Die ersten Filme entstanden in den 1920er-Jahren, u. a. von Humberto Mauro (* 1897, † 1983), der 1933 für den ersten wichtigen Film (»Ganga Bruta«) verantwortlich zeichnete. In den 1940/50er-Jahren waren billig produzierte musikalische Komödien, die

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Japan

Schon 1896/97 drehte man dokumentarische Alltagsszenen, in Anlehnung an die Filme der Brüder Lumière. Ab 1912 gab es die bis heute gültige Zweiteilung in Gendai-geki (moderne Filme) und Judai-geki (historische Filme). Viele Stummfilme aus der Frühzeit des japanischen Films standen in der Tradition des modernen Shingeki-Theaters. Der übergroße Teil dieser Filme aus den 1910er- und frühen 1920er-Jahren gilt allerdings durch das große Erdbeben von 1923 als zerstört. Im Anschluss daran erfolgte eine Neuorientierung des japanischen Films. Für kurze

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China

Die chinesische Filmproduktion wird durch Importe ergänzt; die Vielsprachigkeit des Landes schafft Verständigungsprobleme auch für nationale Produktionen, die stilistisch – bei starker Orientierung an Gegenwartsfragen und Geschichtsthemen – eigenwillig sind.

Die ersten chinesischen Filme waren verfilmte Dramen, die ersten Unterhaltungsfilme entstanden Mitte der 1910er-Jahre (u. a. von Zhang Shichuan, * 1890, † 1954), die ersten Tonfilme in den frühen 1930er-Jahren (u. a. »Singmädchen Rote Päonie«, 1930,

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Indien

In der Zeit des Stummfilms wurde das indische Kino von Dhundiraj Govind Phalke (* 1870, † 1944) geprägt, einem Meister des mythologischen Films, dessen Tragödien die Menschen inmitten ihrer Götter und Göttinnen zeigten.

Nach dem Aufkommen des Tonfilms teilte sich das indische Kino auf in Hindifilme, die im Norden in Bombay produziert wurden, und in

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Weitere Filmländer

Zu den wichtigsten Regisseuren zählen aus Belgien: die Brüder Jean-Pierre (* 1951) und Luc Dardenne (* 1954); aus Portugal: M. de Oliveira und João César Monteiro (* 1934, † 2003)

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Quellenangabe
Brockhaus, Film (Filmkunst). http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/film-filmkunst