Ukraine

Die Ukraine ist ein Staat in Osteuropa mit (2021) rund 44 Mio. Einwohnern; Hauptstadt ist Kiew.

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Lagekarte der Ukraine

 

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Kyiv, Ukraine

 

Landesporträt

Die Ukraine ist eine Republik in Osteuropa mit der Drei-Millionen-Metropole Kiew als Hauptstadt. Der zweitgrößte Staat Europas wird im Süden von einer fruchtbaren Steppe und im Norden von Sümpfen und Wäldern geprägt. Das Klima ist kontinental. Sprachlich herrschen im Westen und in der Mitte das Ukrainische, im Osten und Süden das Russische vor.

Der Name Ukraine bedeutet »Grenzland«. Dort kreuzen sich seit der Antike westliche (lateinische) und östliche (griechische, russische) kulturelle Einflüsse. Vom Ende des 9. bis zum Anfang des 12. Jahrhundert war Kiew Mittelpunkt des ostslawischen Reichs der Rus. Später herrschten meist Polen und Russland. 1922 wurde die Ukraine Sowjetrepublik. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 erreichte sie eine dauerhafte staatliche Unabhängigkeit mit einem präsidial-parlamentarischen Regierungssystem (Parlamentarismus, Präsidialsystem).

Die hauptsächlich im Osten und Süden angesiedelte ehemals starke Montan- und Schwerindustrie kam weitgehend zum Erliegen. Dagegen boomt die IT-Branche. Weitere wichtige Wirtschaftssektoren sind die chemische Industrie, die Luftfahrt- und Rüstungstechnik sowie die Agrarwirtschaft.

Bedroht wird die staatliche Einheit seit 2014 durch Separatisten im Osten und die völkerrechtswidrige Einverleibung der Halbinsel Krim durch Russland. Außenpolitisch richtet sich die Ukraine heute deutlich nach Westen aus.

Geografie

Die Ukraine ist flächenmäßig das zweitgrößte Land Europas. Mehr als 90 % gehören zum Osteuropäischen Tiefland, das im Süden an das Schwarze Meer mit der Halbinsel Krim und an das Asowsche Meer stößt. Richtung Westen steigen weiträumige, 200–400 m hohe Landrücken (Platten) an. Im äußersten Westen erstreckt sich das Mittelgebirge der Waldkarpaten (bis 2061 m; Karpaten). Tiefe Täler zerschneiden die Landrücken und die Höhenzüge östlich des Dnjepr-Bogens.

Die Ukraine ist reich an Flüssen. Der mehrfach zur Bewässerung und Stromgewinnung aufgestaute Dnjepr ist der mächtigste Strom. Weitere große Flüsse sind Dnjestr, Südlicher Bug und Donez. Ganz im Südwesten liegen etwa 10 % des Donaudeltas auf ukrainischem Gebiet. Im Einzugsgebiet des Pripjet (Polesien) gibt es ausgedehnte Sumpfgebiete. Die Schwarzmeerküste wird durch zahlreiche Lagunen, Limane genannt, gegliedert. Die Mischwaldzone im Norden ist mit Mooren durchsetzt. Nach Süden folgen Waldsteppenzone und Steppenzone. Deren natürliche Vegetation ist durch den Ackerbau weitgehend verschwunden. Das Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 hat ein großes Gebiet radioaktiv verseucht.

Die Ukraine weist ein kontinentales Klima auf, das größtenteils warmgemäßigt, auf der Krim subtropisch ist. Von Nordwesten nach Südosten nehmen die Niederschläge ab und die Sommer werden wärmer. Umgekehrt wird der Winter von Westen und Süden Richtung Norden und Osten strenger.

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Karpaten. Der ukrainische Teil der Karpaten wird meist als Waldkarpaten bezeichnet.

 

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Krim. Felsenküste im Süden der Halbinsel im Schwarzen Meer.

 

Odessa Blick über die Hafenstadt; eines der großen Industrie-, Finanz- und Verkehrszentren der Ukraine und gleichzeitig Kurort und Seebad.

 

Gesellschaft

Die Ukraine hat rund 45 Mio. Einwohner. 1991, im Jahr der Unabhängigkeit, waren es noch 52 Mio. gewesen. Seitdem ging die Bevölkerungszahl zurück. Ursachen sind eine geringe Geburtenrate, Auswanderung und der Krieg im Osten, der seit 2014 rund 1,5 Mio. Menschen zu Vertriebenen gemacht hat. Da das Einkommensniveau sehr niedrig ist, arbeiten heute mindestens 5 Mio. Ukrainer im Ausland, meist in Staaten der EU, bevorzugt in Polen, oder in Russland. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt nur ein Drittel der deutschen. Siedlungsschwerpunkte sind das Donez-Steinkohlenbecken (Donbass) und das Karpatenvorland sowie die Ballungsräume von Kiew, Charkiw, Odessa und Dnipro (bis 2016 Dnipropetrowsk). Dünn besiedelt sind große Teile des Nordens (Polesien), das innere Schwarzmeertiefland und die Waldkarpaten.

Das Ukrainische ist seit Mai 2019 per Gesetz alleinige Staatssprache. Für den Gebrauch in Verwaltung, Medien und Schulen gibt es Vorgaben, um die Verbreitung der ukrainischen Sprache zu erhöhen. Große Bedeutung als Verkehrssprache hat das Russische nach wie vor. Es herrscht in den Industrieregionen im Osten und Süden sowie auf der Krim vor. Russisch war bis 1991, von staatlicher Seite begünstigt, die bevorzugte Alltagssprache. Nationale Minderheiten in der Ukraine sind Moldauer, Belarusen, Bulgaren, Ungarn, Polen und die muslimischen Krimtataren.

Etwa zwei Drittel der Einwohner gehören orthodoxen Kirchen an. 2019 wurde eine von Russland, das heißt vom Moskauer Patriarchat, unabhängige ukrainische-orthodoxe Kirche gebildet. Eine Besonderheit ist die griechisch-katholische Kirche, die zwar den Papst als Oberhaupt anerkannt, aber ihren Gottesdienst nach orthodoxen Riten feiert.

Wappen der Ukraine Der goldene Dreizack ist das Zeichen der Rurikiden-Herrscher von Kiew, besonders Wladimirs I., des Heiligen.

 

Politik und Recht

Die Ukraine ist eine Republik mit einem präsidial-parlamentarischen Regierungssystem. Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte sowie Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates ist der auf fünf Jahre direkt gewählte Präsident, seit Mai 2019 Wolodymyr Selenskyj. Der Amtsinhaber darf einmal wiedergewählt werden. Der Präsident verfügt besonders in der Außen- und Sicherheitspolitik über weitreichende Befugnisse. Die Regierung unter Vorsitz des Ministerpräsidenten ist zugleich dem Staatsoberhaupt und dem Parlament verantwortlich. Regierungschef und Minister werden vom Präsidenten ernannt, müssten jedoch vom Parlament bestätigt werden. Die Gesetzgebung liegt beim Obersten Rat, der Werchowna Rada. Sie hat 450 Abgeordnete, die auf fünf Jahre gewählt werden, zuletzt im Juli 2019.

Das Parteiensystem befindet sich in einem starken Wandel. Die Parteien, die unter Präsident (2014–19) Petro Poroschenko (* 1965) die Regierung getragen hatten, wurden bei der letzten Parlamentswahl deklassiert. Stattdessen erreichte die 2018 gegründete Partei »Diener des Volkes« (SN) von Präsident Selenskyj die absolute Mehrheit der Sitze. Selenskyj, ein populärer Schauspieler, stellte sich als Alternative zur politischen Elite und Kämpfer gegen die weit verbreitete Korruption dar. Auch versprach er eine Lösung des »eingefrorenen« Konflikts in der Ostukraine. Am außenpolitischen Kurs der Westintegration hielt er fest.

Das Oberste Gericht ist die höchste Instanz der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Seine Richter und die Richter des 2018 geschaffenen Antikorruptionsgerichts wurden 2019 mit internationaler Beteiligung berufen. Daneben gibt es ein Verfassungsgericht.

Die Ukraine gehört dem Europarat und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an. Mit der Europäischen Union (EU) ist das Land seit 2016 in einer Freihandelszone verbunden. Mit der NATO besteht seit 1997 ein Partnerschaftsvertrag. Die Mitgliedschaft in dem westlichen Militärbündnis und in der EU wurde 2019 als Staatsziele in die Verfassung aufgenommen.

Das Verhältnis zu Russland ist wegen der Besetzung der Krim (2014) und der Unterstützung für Separatisten im Osten der Ukraine (»Volksrepubliken« Luhansk und Donezk) zerrüttet. Ein 1997 geschlossener Freundschaftsvertrag mit Russland lief 2019 aus. Die Annäherung der Ukraine an die EU und NATO wird von Russland als Bedrohung wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund startete Russland am 24.2.2022 einen Angriffskrieg auf die Ukraine.

Dnipro Blick über die ukrainische Stadt, die sich am Fluss Dnjepr befindet. Wahrzeichen des modernen Dnipro sind die 123 m hohen Zwillingstürme.

 

Wirtschaft

Der Zerfall der Sowjetunion 1991 führte in der Ukraine zu einem dramatischen Wirtschaftseinbruch. Erst in den 2000er-Jahren besserte sich die Lage. Doch gehört das Land weiterhin zu den europäischen Staaten mit der niedrigsten Wirtschaftsleistung pro Einwohner. Die Regierung verschleppte marktwirtschaftliche Reformen. Privatisierungen blieben unvollständig und begünstigten häufig Unternehmer mit guten politischen Kontakten (»Oligarchen«). Rechtsunsicherheit und Korruption behinderten Investitionen. Die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise führten ab 2009 zu einer Rezession, die erst 2016 überwunden wurde. Seit 2014 erhält das Land internationale Hilfskredite, die Reformen beschleunigten, z. B. im Bankensektor, Energiebereich, Gesundheitswesen und in der Rentenpolitik.

Die Ukraine verfügt über fruchtbare Schwarzerde-Böden, Tschernosem genannt. Auf drei Vierteln der Nutzfläche wird Ackerbau betrieben. Angebaut werden vor allem Getreide Sonnenblumen, Kartoffeln und Rüben. Das Land galt als die »Kornkammer« des russischen Zarenreichs und der Sowjetunion. Der Reichtum an Bodenschätzen – vor allem Mangan, Eisen, Titan, Kohle, Grafit und Quecksilber – begünstigte die intensive Industrialisierung (Bergbau, Eisen- und Stahlindustrie) ab den 1930er-Jahren, besonders im Donez-Steinkohlenbecken (Donbass), aber auch entlang des Dnjepr und um viele Gebietshauptstädte. Der Montanbereich wird heute durch mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und den Krieg in der Ostukraine stark beeinträchtigt. Wirtschaftliche Standbeine sind der Maschinenbau, Fahrzeugbau und die Verkehrstechnik (z. B. Juschmasch) sowie die Flugzeugproduktion (Antonow), die Rüstungsbranche (Juschnoje) und die chemische Industrie. Die Elektronik- und die IT-Branche profitieren vom allgemein guten Ausbildungsstand. Mittlerweile arbeiten rund 60 % der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor.

Für die Energieversorgung spielen Kernkraftwerke an vier Standorten im Westen und Süden trotz der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl weiterhin eine große Rolle. Sie decken mehr als die Hälfte des nationalen Strombedarfs. Überragende Bedeutung hatte die Ukraine als Transitland für Erdgas aus Russland nach Mittel- und Westeuropa. Über die Bezahlung und den Umfang von Lieferungen kam es seit den 1990er-Jahren jedoch wiederholt zu Konflikten mit Russland. Von den Hochseehäfen der Ukraine ist der Komplex Odessa–Illitschiwsk–Juschne am Schwarzen Meer der größte.

Sophienkathedrale. Die Kathedrale in Kiew aus dem 11. Jh. ist eine der bedeutendsten Kirchen der europäisch-christlichen Kultur.

 

Geschichte

Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet der heutigen Ukraine von Skythen besiedelt. Am Nordufer des Schwarzen Meers errichteten die Griechen Kolonien. Im 3. Jahrhundert v. Chr. stieß das das iranische Nomadenvolk der Sarmaten dorthin vor. Zur Zeit der Völkerwanderung war die Region u. a. von Goten, Hunnen und Awaren bewohnt. Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. ließen sich Slawen nieder. Ein Teil der heutigen Ukraine gehörte ab Ende des 9. Jahrhundert zum ostslawischen Reich der Kiewer Rus, das am mittleren Dnjepr entstanden war und das orthodoxe Christentum angenommen hatte. Im 12. Jahrhundert zerfiel das Reich in mehrere Fürstentümer.

1239/40 eroberten die Mongolen das Land. Der größere Teil der Ukraine geriet ab dem 14. Jahrhundert unter die Herrschaft von Polen-Litauen. Kosaken am unteren Dnjepr gründeten 1648 ein selbstständiges Staatswesen, das bald unter den Einfluss des russischen Zarenreichs geriet. Der Westen (Galizien) kam im 18. Jahrhundert unter österreichische Herrschaft.

Ihre staatliche Unabhängigkeit nach dem Ersten Weltkrieg konnte die Ukraine nicht bewahren. 1922 wurde sie Teil der kommunistischen Sowjetunion. Die Zwangseingliederung der Bauern in Kollektivwirtschaften (Kolchosen) und der staatliche Terror unter Stalin führten die zu einer Hungersnot (ukrainisch »Holodomor«) mit mehreren Millionen Toten. Der Zweite Weltkrieg nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion 1941 brachte große Zerstörungen und Menschenverluste. Unter deutscher Besatzung war die Ukraine Schauplatz des Holocaust (z. B. Massaker von Babi Jar), sowjetischer Vergeltung und Partisanenkämpfe. Hinzu kamen gegenseitige Vertreibungen von Ukrainern und Polen.

Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde die Ukraine ein souveräner Staat. Es kam jedoch zu einer Wirtschaftskrise und innenpolitischen Konflikten sowie fortgesetztem Streit mit Russland über Erdgaslieferungen. Massenproteste führten 2004 in der »Orangenen Revolution« und 2013/2014 in der »Maidanrevolution« zu einer Demokratisierung und stärkeren Hinwendung zum Westen. 2014 annektierte Russland die Krim und unterstützte Separatisten im Osten. Das hatte einen kriegerischen Konflikt zur Folge, in dem mehr als 12 000 Menschen ihr Leben verloren. Internationale Friedensbemühungen blieben erfolglos. Die Belebung des Friedensprozesses gehörte zu den zentralen Wahlversprechen des im April 2019 in der Stichwahl mit 73 % der Stimmen gegen Amtsinhaber Petro Poroschenko (* 1965) gewählten neuen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (* 1978).

Im Februar 2022 startete Russland Raketenangriffe auf mehrere militärische Ziele in der Ukraine. In der Folge fielen aus verschiedenen Richtungen russische Bodentruppen in das Land ein. Vorausgegangen war ein jahrelanger Streit um Gebiete in der Ostukraine und die Annäherung der Ukraine an EU und NATO. Viele Staaten verurteilten die russische Militäroffensive als Bruch des Völkerrechts und verhängten Sanktionen gegen Russland. Die Angriffe forderten zahlreiche Todesopfer, auch unter der Zivilbevölkerung. Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) waren bis Ende der ersten Märzwoche 1,5 Millionen Menschen in die westlichen Nachbarländer geflüchtet.

Skythische Kunst. »Panther«, Beschlagplatte (um 600 v. Chr.; St. Petersburg, Staatliche Eremitage)

 

Kultur

Kulturelle Zeugnisse auf dem Gebiet der heutigen Ukraine reichen bis in die Stein- und Bronzezeit zurück, darunter Großgrabhügel (Kurgane). In der Antike stand die Nordküste des Schwarzen Meeres unter dem Einfluss der Griechen, die von dort Getreide bezogen. Von vorchristlicher Zeit bis zum 15. Jahrhundert n. Chr. besetzten immer wieder Reitervölker, etwa die Skythen und Tataren, die Steppengebiete zwischen den Flüssen Dnjestr und Donez. Die Skythen haben fein gearbeitetes Kunsthandwerk aus Gold hinterlassen.

Eingewanderte Slawen wurden im 9. Jahrhundert n. Chr. für das orthodoxe Christentum gewonnen. Zeugnisse dafür sind die Kirchen- und Klosterbauten, besonders die Sophienkathedrale und das Höhlenkloster (Lawrakloster) in Kiew, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen, und die Ikonenmalerei. Sie orientierten sich stark an der Architektur und Kunst des  Byzantinischen Reichs. Bis heute fühlen sich die Ukrainer im Süden außerdem mit der Kultur der Saporoger Kosaken verbunden.

Mit der politischen Angliederung der Ukraine an Russland im 17. Jahrhundert verstärkte sich der russische Einfluss. So werden Schriftsteller wie Taras Schewtschenko (* 1814, † 1861) und N. Gogol und Maler wie Kasimir Malewitsch (* 1878, † 1925) in der Regel der russischen »Hochkultur« zugerechnet. Gleichzeitig wird Schewtschenko als ukrainischer »Nationaldichter« verehrt. Die ukrainische Sprache, die in kyrillischer Schrift geschrieben wird, wurde erst im 19. Jahrhundert zur Schrift- und Literatursprache.

Daneben hat sich eine lebendige Volkskultur und Brauchtumspflege entwickelt. Zeugnisse dafür sind bemalte Ostereier (»Pysanka«) und Stickereien sowie Holzkirchen in den Karpaten und Holzhäuser, wie sie heute im Museum für Volksarchitektur und Brauchtum in Pyrohiw stehen. Hinzu kommen viele Volkslieder und Instrumentalmusik mit Geige, Zupflaute und Flöte. In Teilen der heutigen Ukraine entfaltete sich bis ins 20. Jahrhundert auch die jüdische Kultur Osteuropas, die mit dem jiddischen Wort »Schtetl« bezeichnet wurde.

Die ukrainische und ukrainischsprachige Literatur heute widmet sich häufig strittigen Themen der jüngeren ukrainischen Geschichte. Den Eurovision Song Contest 2016 gewann Jamala (* 1983) mit einem Song über die Deportation der Krimtataren (»1944«). Seit der »Maidanrevolution« 2014 hat sich in den großen Städten eine vielfältige Jugend- und Undergroundkultur (z. B. Gruppe »Cxema«) entwickelt. In Kiew, Lemberg und Odessa finden internationale Musikfestivals statt. Beliebte Sportarten sind Fußball (Europameisterschaft 2012) und Boxen (Klitschko-Brüder).