Leben [althochdeutsch lebēn, eigentlich »übrig bleiben (nach einem Kampf)«], die Seinsform

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Merkmale des Lebendigen

Trotz aller Verschiedenheiten verbindet alle Lebewesen eine Reihe grundlegender Eigenschaften. Zu diesen Gemeinsamkeiten zählen die Notwendigkeit des Stoffwechsels (Metabolismus), die Fähigkeit zur Vermehrung (Reproduktion) und die Möglichkeit der Veränderung des Erbguts (Mutationsfähigkeit). Leben ist immer mit Individualisierung verbunden, das heißt, lebende Organismen sind immer von der Umwelt abgegrenzte Gebilde, deren kleinste Einheit die Zelle ist. Die hohe Komplexität auch primitivster Organismen ist mit einem hohen Ordnungsgrad verbunden. Dieses Prinzip reicht vom Aufbau der Ökosysteme über Organismen, Zellen bis hinab auf

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Formenmannigfaltigkeit des Lebendigen und Problematik einer Definition

Abkehr von klassischen Definitionen: Trotz der relativ wenigen dynamischen und statischen Merkmale des Lebendigen erscheint das Lebendige in einer ungeheuren und komplexen Vielfalt von Arten und Individuen. Ihre Formen zu leben wurden von Aristoteles, dem Begründer der wissenschaftlichen Biologie, prinzipiell in dreierlei Weise verstanden: im Sinne des vegetativen Pflanzenlebens (Anima vegetativa, mit den Vermögen Ernährung, Wachstum und Vermehrung), im Sinne des sensitiven Tierlebens (Anima sensitiva, mit den Vermögen Wahrnehmung, Bewegung und Strebung) und schließlich im Sinne des

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Zur Geschichte des Begriffes »Leben«

Die Frage nach dem Leben ist in der Geschichte des Denkens bei Weitem nicht so alt wie die Frage nach dem Tod. Das eigene Leben ist ebenso selbstverständlich wie die Belebtheit der ganzen Natur, und nur das Ende eines individuellen Lebens und die Frage nach dem Danach verbleibt als unerklärlich und unheimlich erscheinender »Rest«. Den Tod in den Bereich des Verständlichen einzuordnen, war immer eine Aufgabe von Mythos und Religion; Totenkult und Kulturniveau der Gattung Mensch werden seit jeher in

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Bedeutung des Lebensbegriffs für die menschliche Lebenspraxis

Genomanalye und Klonierung: Der Begriff des Lebens ist in den letzten Jahrzehnten wegen neuer naturwissenschaftlich-medizinischer Möglichkeiten einerseits und neuer Formen menschlicher Lebenspraxis andererseits zu einem zentralen Diskussionsthema geworden. Durch Molekularbiologie und Gentechnologie scheint es nicht mehr prinzipiell ausgeschlossen, dass Leben synthetisch hergestellt werden kann. Die Genome aller Organismen sind über die natürlichen Rekombinationsvorgänge hinausgehend nahezu beliebig veränderbar, mit transgenen Organismen sind die natürlichen Grenzen biologischer Spezies bereits überschritten. Im Labor können Gene durch synthetischen Aufbau der diesen zugrunde liegenden Nukleinsäuresequenzen

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Werke

Weiterführende Literatur:

E. Rádl: Geschichte der biologischen Theorien in der Neuzeit, 2 Bde. (1909–13; Nachdruck 1970);
H. Driesch: Philosophie des Organischen (41928);
J. v. Uexküll: Der Mensch u. die Natur (1953);
H. Jonas: Organismus u. Freiheit (aus dem Englischen, 1973);
H. Plessner: Die Stufen des Organischen u. der Mensch (31975);
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Quellenangabe
Brockhaus, Leben. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/leben