Europäische Integration, der Prozess der Schaffung und Fortentwicklung einer gemeinsamen, in sich verbundenen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Struktur der europäischen Staaten. 

Die Vorstellungen von einem einheitlichen Europa

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Geistig-politische Grundlagen und historische Wurzeln

Vom 17. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg: Ordnungsmodelle und Friedenspläne befassten sich  – in der Folge der Säkularisierung des politischen Denkens im 17. und 18. Jahrhundert – mit der Organisation der zwischenstaatlichen Beziehungen in Europa (Europagedanke). Politiker und Gelehrte formulierten die Theorie des Gleichgewichts der Mächte und glaubten, damit das regulative Prinzip des Europäischen Konzerts entdeckt zu haben. Nach dem Scheitern der Hegemonialansprüche Napoleons

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Der Integrationsprozess bis zur Herausbildung der Europäischen Union

Erste Ansätze in der Nachkriegszeit: Die ersten Anstöße zu einer wirtschaftlichen Integration Westeuropas nach dem Zweiten Weltkrieg kamen von außen: Zur Durchführung des amerikanischen Wirtschaftshilfeprogramms für den Wiederaufbau Europas (Marshallplan, 1947) wurde 1948 die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC; seit 1961: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD) errichtet. Die OEEC und die Europäische Zahlungsunion (EZU, gegründet 1950) leiteten eine Liberalisierung des Handels und des Zahlungsverkehrs unter den 17 Mitgliedsstaaten ein. Damit geriet die europäische Einigung aber in das

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Reformen im Zeichen der EU-Erweiterung

Ab 1989/91 sahen sich auch die Europäischen Gemeinschaften mit den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Zusammenbruchs des kommunistischen Staatensystems konfrontiert. Am 22. 10. 1990 hatte der EG-Ministerrat bereits die gesetzlichen »Übergangsregelungen« für die Eingliederung des Gebiets der früheren DDR in die EG gebilligt (ab 1. 1. 1991 in Kraft). Im April 1991 gründeten die EG-Staaten, 27 weitere Staaten und die Europäische Investitionsbank (EIB) die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE; Osteuropabank) zur Erneuerung der Volkswirtschaften der früheren kommunistischen Staaten auf

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Der gescheiterte Verfassungsvertrag

Die Europäische Union war nach dem Ende des Ost-West-Konflikts mit einer doppelten Herausforderung konfrontiert: Zum einen musste eine stabile politische und wirtschaftliche Ordnung für Europa etabliert werden. Zum anderen bedurfte die Union v. a. außenpolitischer Handlungsvollmachten, die ihrer ökonomischen Bedeutung in der Weltwirtschaft entsprechen. Vor dem Hintergrund dieser doppelten Herausforderung ließen sich trotz der bereits umgesetzten Reformen vier wesentliche Problemkreise identifizieren: Erstens war vorauszusehen, dass mit der EU-Erweiterung die Heterogenität der Mitgliedsstaaten und somit auch die Interessengegensätze zunehmen würden. Die Hürden

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Die Europäische Union und der Vertrag von Lissabon

Auf die ablehnenden Voten in Frankreich und den Niederlanden folgte eine »Reflexionsphase«, die eine breite Debatte über die Zukunft der Europäischen Union in den Mitgliedsstaaten erlauben sollte. 50 Jahre nach Unterzeichnung der Römischen Verträge, am 25. 3. 2007, verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten der EU dazu, »die Europäische Union bis zu den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage zu stellen«. Die unter deutschem EU-Vorsitz verabschiedete »Berliner Erklärung« stellte gleichsam einen Minimalkonsens dar, mit dem von dem Ansinnen, der

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Literatur

Vertrag v. Amsterdam. Texte des EU-Vertrages u. des EG-Vertrages mit den deutschen Begleitgesetzen, hg. v. T. Läufer (Neuausgabe
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Quellenangabe
Brockhaus, Europäische Integration. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/europäische-integration