Staatliche Selbstständigkeit erlangte Belgien erst 1830, doch reicht seine politische und kulturelle Vorgeschichte bis ins Mittelalter zurück (Niederlande, Geschichte). Der Name Belgien hat noch ältere Wurzeln; er verweist auf die Bezeichnung der römischen Provinz (Gallia) Belgica (Belgen). Der

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Die südlichen Niederlande (1648–1815)

Als die nördlichen Niederlande nach langem Kampf endgültig die Unabhängigkeit erlangten (1648), verblieben die südlichen Niederlande, das spätere Belgien, bei Spanien. So entstand in Grundzügen die heutige belgisch-niederländische Grenze. In der Zeit danach verfielen die südlichen Provinzen in einen Zustand völliger Erschöpfung; Antwerpen wurde wirtschaftlich durch die Sperrung der Schelde und die Abwanderung führender

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Königreich der Niederlande (1815–30)

Durch den Wiener Kongress (1814–15) wurden die nördlichen und die südlichen Niederlande

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Der unabhängige Staat Belgien (seit 1830/31)

Die Revolution begann als Fernwirkung der Pariser Julirevolution mit dem Aufstand in Brüssel am 25. 8. 1830 und endete mit der Abwehr des nordniederländischen Rückeroberungsversuches (23.–26./27. 9. 1830). In Brüssel bildete sich eine provisorische Regierung, die am 4. 10. 1830 die Unabhängigkeit Belgiens ausrief (durch den Nationalkongress am 18. 11. 1830 bestätigt).

Die Grundlagen des belgischen Staates wurden 1830–31 in der Londoner Konferenz von den Großmächten festgelegt (Londoner Konferenzen und Vereinbarungen 1831), die die dauernde Neutralität des Landes verbürgten. Außenpolitisch war seine Selbstständigkeit ein

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Zwischen den Weltkriegen

Der Versailler Vertrag (1919), der den Ersten Weltkrieg völkerrechtlich beendete, gab Belgien die deutschen Kreise Eupen und Malmedy (Eupen-Malmedy); zugleich erhielt es das Mandat des Völkerbundes über Ruanda und Urundi.

Mit der Aufhebung der gebundenen Neutralität von 1839 durch den Versailler Vertrag veränderte sich die internationale Stellung Belgiens grundlegend. 1920 schloss es eine Militärkonvention mit Frankreich und 1922

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Im Zweiten Weltkrieg

Unter Verletzung der belgischen Neutralität marschierten im Mai 1940 deutsche Truppen im Zuge ihres Angriffs auf Frankreich in Belgien ein. Gegen

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Wiederaufbau nach dem Krieg

Mit der Rückkehr (1944) der Regierung Pierlot nach Belgien begann der Neuaufbau des parlamentarisch-demokratischen Lebens im Lande. Im Rahmen der 1945 gegründeten Christlichen Volkspartei (CVP) traten die katholisch-konfessionell bestimmten Kräfte seitdem programmatisch als »Christliche Demokraten« hervor; sie blieben die stärkste Partei, wechselten sich jedoch häufiger als vor dem Krieg mit den Sozialisten in der Regierungsführung ab

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Die Föderalisierung des Staates

Seit Beginn der 1960er-Jahre stand das innenpolitische Leben des Landes ganz im Zeichen des Sprachenstreits. Er dominierte die Probleme der Regierungsbildung und verknüpfte sich oft mit ökonomischen und sozialen Fragen. Der wirtschaftliche Aufstieg der flämischen Region und die Krise der besonders in Wallonien ansässigen Kohle- und Stahlindustrie verschärften die Konflikte zwischen Flamen und Wallonen. Vor diesem Hintergrund konnten die sprachlich orientierten Parteien, v. a. die flämische Volksunie (gegründet 1954) und das wallonische Rassemblement Wallon (gegründet 1968; mit dem Rassemblement Populaire Wallon

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Quellenangabe
Brockhaus, Geschichte. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/belgien/geschichte