Aberglaube [spätmittelhochdeutsch aber, im Sinne von »weg«, »ohne«, »gegen«, vergleichbar mit »Aberwitz«],

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Begriffsgeschichte und Begriffsinhalt

Im 15. Jahrhundert aufgekommen und seit dem 16. Jahrhundert allgemein verbreitet, stand die (abwertende) Bezeichnung Aberglaube für von den offiziellen christlichen Glaubenslehren abweichende religiöse Vorstellungen und darauf bezogene Verhaltensmuster. Diese wurden – als Bestandteil vorchristlicher Religionen sowie eines in volkskulturellen Praxisformen sich zeigenden Alltagswissens – sowie z. T. auch als Bestandteile christlichen Irrglaubens (»Häresie«) vom christlichen Standpunkt aus als falsch beziehungsweise überwunden angesehen.

Der Begriff Aberglaube stellt ein Muster bereit, mit dem eine sich als »wahr« setzende Vorstellungsmacht ihr gegenläufige oder sich ihrer Ordnung entziehende

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Quellen und Gründe, Formen und Vielfalt

Aberglaube gründet immer in einer magischen Weltanschauung, im Glauben an Wunder und Zauberei bzw. in der Annahme verborgen wirksamer Kräfte in den Dingen; diese außermenschlichen Mächte werden als real existierend angenommen und ihnen Einwirkung auf das Leben der Menschen zugeschrieben. Andererseits meint der Mensch, durch außergewöhnliche Handlungen Einfluss auf übersinnliche Mächte

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Aberglaube als Sinnbestand der Gegenwart

Häufig werden vonseiten der großen Religionsgemeinschaften, aber auch von Seiten wissenschaftlicher und weltanschaulicher Positionen die Unterscheidungsmerkmale Freiheit, Selbstbewusstsein und Menschenliebe genannt, um sich vom Aberglauben abzugrenzen. Dabei wird Aberglaube als eine Menge von Vorstellungen gesehen, die den Einzelnen unfrei macht, in Ängste einspinnt und in eine Welt von Dämonen und bösen Geistern versetzt, in der er abhängig von bestimmten Praktiken, Riten und vermeintlichen

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Erklärungsversuche: Aberglaube in der Sicht der Wissenschaften

Die Psychologie sieht die Begründung für die mannigfachen Formen modernen Aberglaubens in den Motiven der Angst und des Glücksverlangens, die Soziologie verweist auf den Zusammenhang mit besonders belasteten Lebenslagen. Die Kulturwissenschaften

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Quellenangabe
Brockhaus, Aberglaube. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/aberglaube