Totalitarismus [zu totalitär, vergleiche totalitärer Staat] der, -, Begriff, mit dem jene Herrschaftsordnungen im 20. Jahrhundert versehen wurden, die sich 1) vom Typ des demokratischen Verfassungsstaats, 2) von einer

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Entstehung von Begriff und Phänomen des Totalitarismus

Der Begriff Totalitarismus wurde 1923 von dem italienischen Liberalen Giovanni Amendola mit Bezug auf den Faschismus B. Mussolinis geprägt. Später bezog Mussolini diesen Begriff im positiven Sinn auf die eigene Bewegung. Bald erfolgte die Ausweitung des Begriffs »totalitär« auf das nationalsozialistische Deutschland

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Kommunismus und Nationalsozialismus als totalitäre Diktaturen

In der Wissenschaft gehen die Auffassungen darüber weit auseinander, welche Staaten die Bezeichnung »totalitär« verdienen. Prinzipieller Konsens herrscht jedoch darin, die Sowjetunion zumal unter der Herrschaft Stalins und das nationalsozialistische Deutschland unter Hitler als Prototypen totalitärer Herrschaft anzusehen. 1917 und 1933 sind also Schlüsseljahre für den Beginn des Totalitarismus. Mit ihrem nackten Terror, symbolisiert durch GULAG und Auschwitz, sind die beiden »Großtotalitarismen« (Imanuel Geiss, * 1931, † 2012) verantwortlich für Millionen von Toten. Richtete der

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Entwicklungsgeschichte des Totalitarismusbegriffs

Die Geschichte der Totalitarismustheorien ist eine Geschichte wechselvoller Wandlungen. Die verschiedenartigen Stadien der Totalitarismusforschung gehen zum einen auf die Veränderungen der als totalitär klassifizierten Herrschaftsordnungen zurück, zum anderen spiegeln sie Verschiebungen im politischen Koordinatensystem westlicher Demokratien wider.

Das erste wissenschaftliche Symposium über den »totalitären Staat« vom November 1939 bezog sich auf die Sowjetunion und Deutschland unter Hitler gleichermaßen, nachdem bereits zuvor die Begriffsbildung

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Theorien, Erklärungsansätze

Die Theorie von C. J. Friedrich gilt als klassisches Konzept der Totalitarismusforschung. Das erwähnte »Basically-alike«-Prinzip zeichnet die Theorie aus. Sechs Wesenszüge seien allen totalitären Systemen eigentümlich: eine straff ausgerichtete Massenpartei; eine ausgeklügelte Ideologie mit Endzeitanspruch; ein System der Geheimpolizei, die auch vor der Anwendung von Terror nicht zurückschreckt; ein Monopol der Massenkommunikationsmittel; ein Waffenmonopol; eine zentral gelenkte Wirtschaft.

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Werke

Weiterführende Literatur:

C. J. Friedrich: Totalitäre Diktatur (aus dem Amerikanischen, 1957);
K. D. Bracher: Die totalitäre Erfahrung (1987);
G. J. Glaeßner: Kommunismus – Totalitarismus – Demokratie (1995);
A. Gleason: Totalitarianism. The inner
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Quellenangabe
Brockhaus, Totalitarismus. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/totalitarismus