Roma, in Deutschland offiziell Sinti und Roma, früher auch Zigeuner [Herkunft des Wortes möglicherweise aus dem byzantinisch-griechischen athinganoi »Unberührbare« oder aus dem lateinischen cingari bzw. arabischen samkeri »Blechschmied«], Gesamtbezeichnung von fast weltweit verbreiteten, in Europa v. a. in den Balkanländern (mit bis zum Teil 10 %

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Sozialstruktur und Kultur

Die Roma bilden selbst innerhalb von Nationalstaaten keine homogene Einheit, sondern setzen sich zusammen aus Großfamilien und Abstammungsgruppen mit sehr unterschiedlichen Sprachgewohnheiten und Traditionen, die im Falle

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Herkommen und Geschichte

Es gibt Überlieferungen, nach denen die Romani sprechenden Roma (Roma im engeren Sinn) zwischen 800 und 1 000 aus ihrer Heimat im nördlichen Punjab infolge von Eroberung und Islamisierung vertrieben wurden. Neuere genetische Analysen bestätigen diese geografische Herkunft und lassen auf eine Auswanderung schon vor rund 1500 Jahren schließen. Vor rund 900 Jahren ließen sich die Roma von Byzanz (das »2. Rom«), dem Balkan und den osmanischen Kernländern her kommend dann in Europa nieder.

Im ausgehenden Mittelalter werden fremd aussehende Roma in

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Die Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–45)

Mit der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur und der Einleitung einer rassistisch motivierten Politik gegenüber missliebigen Personengruppen 1933–35 (Rassengesetze) verschlimmerte sich auch die Lage der Sinti und Roma in Deutschland (1933 etwa 30 000): Unter den Aspekten des »Blutschutzgesetzes« (Nürnberger Gesetze) und des »Ehe-Gesundheitsgesetzes« (beide im September 1935 verabschiedet) wurden die Sinti und Roma neben den Juden als »Artfremde« rechtlich ausgesondert und einer Verfolgungspolitik ausgeliefert (Holocaust). Mit dem Blick auf eine spätere systematische Ausrottung erhielt die »Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle« den Auftrag,

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Die gesellschaftliche Situation der Roma nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft in Europa unternahmen die Überlebenden, oft an Seele und Körper schwer geschädigt, den Versuch, alte Familienbindungen wiederherzustellen. Die Roma waren jedoch auch weiterhin, z. B. bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, Diskriminierungen ausgesetzt, u. a. durch behördliche Anordnungen oder durch ausgrenzendes Verhalten in der Bevölkerung. Andererseits versuchten einige Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland, für interessierte Roma-Familien Siedlungsmodelle

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Werke

Weiterführende Literatur:

M. Münzel u. B. Streck: Kumpania u. Kontrolle. Moderne Behinderungen zigeunerischen Lebens (1981);
In Auschwitz vergast, bis heute verfolgt. Zur Situation der Roma (Zigeuner) in Deutschland u.
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Quellenangabe
Brockhaus, Roma. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/roma-40