Holocaust [englisch ˈhɔləkɔːst; »Massenvernichtung«, eigentlich

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Holocaust und Schoah: Begriffsherkunft und Wortbedeutung

Der Begriff Holocaust wurde weltweit zum Synonym für die Massenvernichtung der Juden durch den Nationalsozialismus. Der englische Begriff »Holocaust« stand im Griechischen, seinem Ursprung, für die vollständige Verbrennung einer Opfergabe

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Antisemitismus als Staatsdoktrin: Vom »Judenboykott« zur fabrikmäßigen Vernichtung

Schon das »Parteiprogramm« der NSDAP von 1920 kündigte im Rückgriff auf die Forderungen des Antisemitismus des 19. Jahrhunderts den Ausschluss der Juden aus der »Volksgemeinschaft« an. In seinem Buch »Mein Kampf« (1924) kennzeichnete A. Hitler die Juden als Verkörperung des Bösen sowie als Feinde der »germanischen Rasse« und des deutschen Volkes.

Mit dem Sieg des Nationalsozialismus über die Demokratie 1933 wurde der Antisemitismus Staatsdoktrin in Deutschland. Nach Hitlers Regierungsantritt (30. 1. 1933) begann sofort die Entrechtung und Ausgrenzung der jüdischen Minderheit (1933: etwa

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Bilanz des Schreckens: Die Dimension des Völkermords

Die nationalsozialistische Vernichtungspolitik führte zum größten Völkermord der Weltgeschichte, dessen grauenvolle Einzigartigkeit darin besteht, dass er detailgenau in Planungsstäben entworfen und kaltblütig auch durchgeführt wurde. Die Historiker sind sich heute darin einig, dass es sich dabei nicht nur um einen »brachialen Gewaltakt« (R. Hilberg) handelte, sondern um den »ersten vollendeten Vernichtungsprozess der Weltgeschichte« (J. H. Schoeps), um einen »Zivilisationsbruch« (D. Diner).

Die Gesamtzahl der Opfer des Holocaust exakt zu ermitteln, bereitet beträchtliche Schwierigkeiten, da ein Teil der Ermordeten nur pauschal registriert wurde. Mit

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Die Haltung der Kirchen

Während der nationalsozialistischen Herrschaft konnten sich die Kirchen nicht zu einem offiziellen Protest gegen die Judenverfolgung entschließen. Der Antisemitismus in den Kirchen und das Interesse an der eigenen Existenz motivierten das

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Erinnerung, Aufarbeitung und Gedenken

Vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg (IMG; Nürnberger Prozesse, 1945–49) sowie in zahlreichen Strafprozessen in und außerhalb Deutschlands wurden Personen, die für den Völkermord an den Juden verantwortlich waren, verurteilt. Weltweite Wirkung erlangte

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Forschung und Dokumentation

An der Frage nach der Einzigartigkeit des Nationalsozialismus und dabei der zentralen Bedeutung des Holocaust entzündete sich 1986 der »Historikerstreit« in Deutschland, der aber der heute v. a. in den USA, in Israel, Großbritannien, Frankreich und Deutschland institutionalisierten internationalen Holocaustforschung keine wesentlich neuen Impulse vermittelte. Bis 1960/61 (Eichmann-Prozess) war sie durch Auswertung der immer breiter zugänglichen Quellen um Rekonstruktion der Fakten zum Holocaust, insbesondere der Opferzahlen in den einzelnen Ländern, bemüht (u. a. L. Poliakov). Bis Mitte der 1970er-Jahre erfolgten aufgrund der Zugänglichkeit

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Kunst und Kultur

Öffentliche Diskussion und Aufarbeitung des Holocaust in Deutschland wurden nach den Nürnberger Prozessen immer wieder von außen beeinflusst, insbesondere auch durch kulturelle Ereignisse: u. a. die Veröffentlichung von »Das Tagebuch der Anne Frank« (1946), die deutschsprachige Ausstrahlung der melodramatischen US-Fernsehserie »Holocaust« (1979; Regie: M. Chomsky), die Filmdokumentation »Shoah« von C. Lanzmann (1985), der Spielfilm »Schindlers Liste« von S. Spielberg (1993; basierend auf einem Buch von T. Keneally) sowie die 1995 posthum herausgegebenen Tagebücher V. Klemperers. Bereits erinnerungskulturell angelegt war G. Anders' Auschwitz-Buch »Besuch im Hades« (1979).

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Werke

Weiterführende Literatur:

Quellen:
The Holocaust. Selected documents, hg. v. J. Mendelsohn u. a., 18 Bde. (1982);
Archives of the Holocaust. An international collection of selected documents, hg. v. H. Friedlander u. a., auf zahlreiche Bde. berechnet (1990 ff.).
Historiografie:
U. D. Adam: Judenpolitik im Dritten Reich (1972; Nachdruck 2003);
K. Fruchtmann: Zeugen. Aussagen zum Mord an einem Volk (1982);
Die Juden im nationalsozialistischen Deutschland, hg. v. A. Paucker u. a. (aus dem Englischen, 1986);
Die Ermordung der europäischen Juden. Eine umfassende Dokumentation des Holocaust 1941–1945, hg. v. P. Longerich (21990);
G. Reitlinger: Die Endlösung.
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Weitere Medien

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Quellenangabe
Brockhaus, Holocaust. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/holocaust