Imperialismus [von lateinisch imperium »Befehlsgewalt«, zu spätlateinisch imperialis »den Herrscher betreffend«] der, -, seit dem 19. Jahrhundert gebrauchter politischer Begriff, der heute ein Herrschaftsstreben bezeichnet, das die Ausbildung von direkten

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Imperialismus als historische Erscheinung

Schon in der Antike und im Mittelalter wiesen Reichsbildungen imperiale Züge auf. Dies galt verstärkt für die im Rahmen der europäischen Entdeckungsfahrten entstandenen Kolonialreiche Spaniens, Portugals, Englands, Frankreichs und der Niederlande (15. bis Anfang des 19. Jahrhunderts). Nach der Französischen Revolution von 1789 verband sich in Frankreich ein gesteigertes nationales Geltungs- und Sendungsbedürfnis unter den Kaisern Napoleon I. und Napoleon III. mit bestimmten (autoritären) Herrschaftsweisen und einem starken Expansionsdrang über die Grenzen Frankreichs hinaus.

Die Epoche des klassischen Imperialismus (1880–1918): In

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Imperialismustheorien

Trotz vieler Überschneidungen können bei den wissenschaftlichen Erklärungsmodellen zwei Grundrichtungen unterschieden werden; die eine geht von nichtökonomischen, meist politischen Faktoren aus, die andere vom Primat der Ökonomie. J. A. Schumpeter (1918) sah im Imperialismus vornehmlich einen »Atavismus« vorindustrieller Sozialstrukturen, das Ergebnis der psychischen Disposition von aristokratischen »Herrenschichten« zu Krieg und Eroberung. M. Weber (1922) definierte ihn als »die Form der Wirkung kapitalistischer Interessen auf die Politik« und stellte den »Beutekapitalismus« (Ausbeutung von monopolistischen Chancen in Übersee) der traditionellen Eliten heraus. Spätere westliche

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Weitere Medien

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Cecil John Rhodes

Cecil John Rhodes (1853-1902) war

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Quellenangabe
Brockhaus, Imperialismus. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/imperialismus