Bürokratie [zu französisch bureau, Büro, und griechisch krateĩn »herrschen«] die, -/...ˈti|en, Herrschaft beziehungsweise Macht der Verwaltung. Der Begriff wird dazu genutzt, den Komplex

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Begriffsgeschichte

Die Begriffsprägung wird dem französischen Physiokraten Vincent de Gournay (* 1712, † 1759) zugeschrieben und fällt damit in eine Zeit, in der in vielen europäischen Territorialstaaten – ausgehend vom Vorbild des absolutistisch regierten Frankreich – zentrale Verwaltungseinrichtungen

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Bürokratie und Herrschaft

In der Perspektive historischer Politikforschung bezeichnet Bürokratie die im Absolutismus entwickelte Organisation und Ausübung von Herrschaft durch hauptberufliche Beamte. Hieran setzt auch die bis heute grundlegende Theorie der Bürokratie von M. Weber an, die aber – entsprechend den Wandlungen der Weberrezeption – heute weniger als historische, vielmehr als analytische Typologie verstanden wird. Weber beschrieb Bürokratie als zentrales

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Bürokratieformen und -modelle

Es gibt Versuche, Formen der Bürokratien historisch und im Zusammenhang jeweils spezifischer politisch-ökonomischer Systeme zu klassifizieren; dabei spielen unter Umständen bestimmte theoretische und normative Vorgaben, also z. B. die Drei-Stände-Lehre aus Platons »Staat«, eine stärkere Rolle als historische oder empirische Vorgaben. Als historische Bürokratietypen werden die Wächterbürokratie, die sich als staatstragend und -repräsentierend versteht, die Kastenbürokratie, die sich aus

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Bürokratisierung

Wie andere Systeme auch tendieren Bürokratien zur Bestandserhaltung und gegebenenfalls zur Expansion. Ob diese aber als »naturwüchsig«, zwangsläufig oder systemfunktional spezifisch aufgefasst werden, hängt selbst wieder von den gewählten Theorien und Perspektiven ab. Vor diesem Hintergrund ist aus historischer Blickrichtung bedeutsam, dass die Entstehung des Begriffs und der zugehörigen Erscheinungen in das mit dem Begriff der »Rationalität« beziehungsweise mit dem Aufkommen der bürgerlichen Gesellschaft im 18. Jahrhundert verbundene

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Bürokratiekritik

Die Kritik an der Bürokratie und dem Prinzip der bürokratischen Organisation betrifft zunächst das Verhältnis zwischen Individuum und Bürokratie. Schon Weber hatte auf die emotionale Ablehnung der Bürokratie durch den Bürger aufgrund ihres Formalismus und ihrer Selbstgerechtigkeit hingewiesen (politische Schlagwörter sind

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Reformüberlegungen

Da es – außer in Sozialutopien  – keine Alternative zur Bürokratie in komplexen Gesellschaften gibt, müssen Lösungen der Bürokratieproblematik in differenzierten Mustern und nach Bereichen unterschiedlich gesucht werden. Dazu gehören die Reorganisation der Bürokratie (»Entbürokratisierung«) im Sinne von Funktionsangemessenheit und Reichweitenbezug, neue Mischungsverhältnisse zwischen öffentlichen, gesellschaftlichen und privatwirtschaftlich orientierten

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Werke

Weiterführende Literatur:

Bürokratische Organisation, hg. v. R. Mayntz (1968);
T. Leuenberger: Bürokratisierung u. Modernisierung der Gesellschaft (Bern 1975);
M. Weber: Wirtschaft u. Gesellschaft (51976; Nachdruck 1990);
D. Lau u. U. Fried: Die Herrschaft der
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Quellenangabe
Brockhaus, Bürokratie. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/burokratie