Das Gebiet des heutigen Bulgarien war im Altertum Teil der historischen Landschaft Thrakien. Von den aus griechischen Schriftquellen bekannten thrakischen Stämmen siedelten die Triballer im westlichen Bulgarien und östlichen Serbien, die Serden in der Gegend rund um Sofia, die Odrysen rund um Stara Sagora und die

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Erstes Bulgarisches Reich (681–1018)

Nach der Eroberung der zum Byzantinischen Reich gehörenden Dobrudscha (Scythia Minor) gründete Khan Asparuch 679 das Erste Bulgarische Reich, das 681 von Byzanz anerkannt wurde. Mehrere Abkommen mit Byzanz, unterbrochen von heftigen Kriegen, sicherten die Existenz dieses slawobulgarischen Reiches (einer kleinen Oberschicht bulgarischer Eroberer über eine slawisch-bäuerliche Bevölkerung) mit der Hauptstadt Pliska (681–893). Bereits Khan Terwel (701–718) erhielt von dem byzantinischen Kaiser Justinian II. den Caesarentitel. Thronstreitigkeiten

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Zweites Bulgarisches Reich (1185/87–1393/96)

Assen (1187–96) und sein Bruder Kalojan (1197–1207) konnten das Bulgarenreich mit dem Zentrum Tarnowo (1186–1393) nach Thrakien und Makedonien ausdehnen, 1202 die Anerkennung durch Byzanz erreichen und 1204 eine Union mit der römischen Kurie erzielen, die Kalojan den Königstitel und dem bulgarischen Patriarchen die

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Bulgarien unter der Türkenherrschaft (1396–1878)

Das eroberte Bulgarien wurde dem Beglerbeg von Rumelien mit dem Sitz (bis 1836) in Sofia unterstellt und in fünf Sandschaks eingeteilt (Widin, Nikopol, Silistra, Makedonien, Thrakien). Durch die Ansiedlung anatolischer Kolonisten und der halbnomadischen Jürüken (kleinasiatische Viehzüchter) sollten die Bevölkerungsverluste ausgeglichen werden. Der einheimische Adel wurde sozial und wirtschaftlich nivelliert sowie durch türkische Spahis ersetzt (Timarsystem); die gesamte Bevölkerung wurde hoch

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Fürstentum und Königreich Bulgarien (1878 bis 1944/46)

Im Vorfrieden von San Stefano (3. 3. 1878; seit 1988 Nationalfeiertag) wurde ein großbulgarischer Staat geschaffen, der außer dem Kernland auch den Zugang zur Ägäis mit dem größten Teil von Makedonien und Thrakien umfassen sollte. Unter britischem und österreichischem Einfluss reduzierte der Berliner Kongress (1. 7. 1878) dieses russische Diktat auf die Teilung Bulgariens in ein autonomes, dem Sultan tributpflichtiges Lehnsfürstentum Bulgarien, bestehend aus Mösien und dem Sandschak Sofia, sowie die einem christlichen Gouverneur unterstellte, aber unmittelbar türkischer Oberhoheit unterworfene Provinz Ostrumelien

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Die Volksrepublik Bulgarien (1946–1989/90)

Am 15. 9. 1946 wurde die Monarchie (Referendum vom 8. 9.) abgeschafft und die Volksrepublik ausgerufen. Nach den Wahlen vom 18. 11. 1945 (88,2 % der Stimmen für die von der KP bestimmte Vaterländische Front) beziehungsweise 27. 10. 1946 (70 % der Stimmen) konnte die Bulgarische KP (seit 1948; Abkürzung BKP) unter Führung von Generalsekretär Dimitrow (1944–49; seit 1945 im Land, ab November 1946 auch Ministerpräsident) Bulgarien in eine Volksdemokratie kommunistischer Prägung umwandeln (u. a. 12. 3. 1946 Bodenreformgesetz, Dezember 1947 Nationalisierung der Industrie und der Banken). Die

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Die parlamentarisch-demokratische Republik Bulgarien (seit 1990)

Die seit 1946 ersten freien Wahlen am 10./17. 6. 1990 gewann die aus der BKP hervorgegangene BSP unter Vorsitz von Lukanow mit einer absoluten Mehrheit der Sitze; am 10. 7. trat in Weliko Tarnowo erstmals die neue Volksversammlung zusammen. Nach dem Rücktritt des am 3. 4. 1990 vom Parlament nach Abschaffung des Staatsrates zum Präsidenten gewählten Mladenow (6. 7.) wurde am 1. 8. 1990 der Vertreter der SDS, S. Schelew, Staatspräsident und am 12./19. 1. 1992 in Direktwahl bestätigt (bis 1996). Das Parlament stimmte am 15. 11. 1990

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Quellenangabe
Brockhaus, Geschichte. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/bulgarien/geschichte