Adel [althochdeutsch adal »Geschlecht«, »Abstammung«], ein ehemals sozial, rechtlich und politisch privilegierter Stand (Klasse), gegründet auf Geburt, Leistung oder Besitz, gekennzeichnet durch besondere Lebensformen und ein ausgeprägtes Standesethos. Adel ist ein historisches Phänomen,

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Geschichte

Die Herausbildung einer durch größeren Besitz gekennzeichneten, herausragenden Schicht lässt sich in vielen Kulturen schon in frühester Zeit nachweisen, so in Vorderasien in der Zeit der entstehenden Hochkulturen und in der europäischen Bronze- und Eisenzeit. Im alten Griechenland hatte der kriegerische Adel zunächst eine absolut beherrschende Stellung inne, die später im Zuge der Demokratisierung stark eingeschränkt wurde; im Rahmen der entwickelten Poliskultur behielt er jedoch prägendes Gewicht. Der römische Adel (Patrizier, Nobilität) spielte bei

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Regionale Entwicklungen

Bei den germanischen Stämmen bezeichnete Adel zunächst den Erbbauern auf seinem Stammgut (odal), der sich zu einem Herrenstand gegenüber den Freien abschloss (»nobiles« und »principes« bei Tacitus), denen er durch Macht, Besitz und Anspruch auf kriegerische und politische Führung übergeordnet war. Andere Freie gelangten durch persönliche Tüchtigkeit an die Spitze einer Gefolgschaft. Aus den Gefolgsherren entstand in der Völkerwanderung großenteils das Heerkönigtum, das seinen Gefolgsleuten erobertes Land und militärisch-politische Führungsämter übertrug. Der in der Landnahme erworbene Großgrundbesitz wurde zur wirtschaftlichen

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Quellenangabe
Brockhaus, Adel. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/adel