Tempel [althochdeutsch tempal, aus gleichbedeutend lateinisch templum], Bezeichnung für einen Kultbau, der geweihte Wohnsitz der Gottheit.

In den meisten Kulturen ist im Tempel das Kultbild

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Altertum

Der Tempel der Urukzeit und der frühsumerischen Zeit war das grundlegende administrative und wirtschaftliche Zentrum und blieb auch später ein Machtzentrum. Fast gleichzeitig traten drei verschiedene Tempeltypen auf (spätes 4. Jahrtausend v. Chr.), Lehmbauten, die immer wieder erneuert wurden, wobei sie, wenn der Lehm nicht abgeräumt, sondern planiert wurde, in die Höhe wuchsen, wodurch die Zikkurrat entstand. Ein kleiner Tempel lag oben auf der Zikkurrat, ein größerer in der Ebene (Tieftempel). Sie dienten vermutlich unterschiedlichen Kulthandlungen. Der in Eridu aus der späten

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Antike

Der Grundriss des griechischen Tempels ist trotz gewisser Ähnlichkeiten offenbar nicht aus dem Megaron der mykenischen Paläste entstanden. Der griechische Antentempel war ein rechteckiger Saal (Cella) mit einer zweisäuligen Vorhalle (Pronaos) zwischen vorgezogenen Seitenwänden (Anten). Beim Doppelantentempel entsprach der Vorhalle eine Rückhalle (Opistodom). Durch Vorstellen einer Säulenreihe vor die Front wurde der Tempel zum Prostylos erweitert oder zum Amphiprostylos, wenn die Säulenreihe auch vor die Rückseite gestellt wurde. Die fensterlose Cella wurde durch Säulen in zwei, später auch in

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Süd- und Ostasien

In Indien entstanden mit der Entfaltung der frühhinduistischen und der volkstümlichen Bilderverehrung seit dem 2.–1. Jahrhundert v. Chr. als Behausung des Götterbildes einräumige apsidiale Ziegelbauten (in Sonkh bei Mathura u. a.), seit der Kushanaperiode auch quadratische, übertürmte Gebäude und spätestens im 4.–5. Jahrhundert die ersten Steintempel der verschiedenen indischen Religionsgemeinschaften, z. B. flach gedeckt mit Säulenportikus (Sanchi und Tigawa bei Jabalpur) oder mit Turmaufbau auf einer Plattform. Ziegeltempel wurden über die Guptaperiode hinaus seltener. Im 6.–7. Jahrhundert entstanden unter den Calukyas im Dekhan und den Pallavas

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Altamerika

Sowohl in Mesoamerika als auch im Andengebiet bildeten in der Regel stufenförmige Pyramiden den Tempelunterbau, auf dem dann der eigentliche Tempel aus Stein oder

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Literatur

W. Andrae: Das Gotteshaus u. die Urformen des Bauens im Alten Orient (1930);
T. A. Busink: Der Tempel von Jerusalem, 2 Teile (Leiden 1970–80);
A. Alt: Kleine Schriften zur Geschichte des Volkes Israel, Bd. 2 (41978);
S. Sauneron u. H. Stierlin: Die letzten Tempel
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Quellenangabe
Brockhaus, Tempel. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/tempel-20