Fastnacht [zu althochdeutsch fasta »Fasten(zeit)« und naht »Nacht«, in der alten Bedeutung »Vorabend«], Bezeichnung für das durch kulturelle Normen

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Wort und Bedeutung

In der deutschen Sprache sind für die durch den Brauch strukturierte Zeit im Winter, während der früher in der Landwirtschaft wegen der Vegetationspause fast alle Arbeit ruhte, mehrere Bezeichnungen üblich geworden: vor allem Fastnacht, Fasching und Karneval. Die Frage stellt sich, ob sich dahinter nur Unterschiede in den Sprachlandschaften verbergen oder ob es nicht auch Bedeutungsunterschiede in den Brauchformen und Besonderheiten in der Geschichte der jeweiligen Brauchmuster gibt.

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Fastnacht in Freiburg. Vermummte mit Holz- oder Stoffmasken und in

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Brauchhandlungen und -charakter

Für die auch heute noch häufig medial verbreitete Zurückführung von Brauchelementen der Fastnacht auf heidnische, germanische oder keltische Fruchtbarkeitskulte oder die römischen Saturnalien existieren keinerlei Quellen – auch wenn derartige Kontinuitäten immer wieder scheinbar plausibel erklärt werden. Ältere

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Vielfalt und Geschichte der Fastnachtsbräuche

Die für die überlieferte Fastnachtsfeier typischen Formen entwickelten sich in den Städten. Die Fastnachtsbräuche des Mittelalters sind hier wesentlich von Erscheinungsformen des öffentlichen Festwesens (Gelage und Tanz) geprägt. Dazu wurden im 14. Jahrhundert Renn- und Stechspiele der Patrizier zu Pferd, zuletzt in parodistischen Umformungen, üblich. Im 15. Jahrhundert kamen vielfach grobe und exzessive, durch patrizische wie zünftische Verbände organisierte Umläufe mit Tier-, Teufels- und Hexenmasken auf. Am bekanntesten wurde der Nürnberger Schembartlauf (wegen Obzönitäten 1539 verboten). Heischebräuche, im deutschen Süden um Fastnachtsküchlein

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Schwäbisch-alemannische Fasnet

Eigene Brauchmuster bildete die schwäbisch-alemannische Fasnet aus. Etwa um 1900 kam es zu einer Rückbesinnung auf ältere Formen – in bewusster Abgrenzung zum rheinischen (»reformierten«) Karneval. Mit Beginn zu Dreikönig findet sie seither wieder als »Mummenschanz« vorwiegend auf Straßen statt. Mit sogenannten

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Fastnacht und Karneval außerhalb des deutschsprachigen Raumes

Die Übereinstimmung zahlreicher Brauchformen in weiten Teilen Europas geht vermutlich auf den ursprünglich theologischen Hintergrund von Fastnacht und Karneval zurück.

Italienische Karnevalsbräuche kennzeichnen sich durch Tänze, Verkleidungen und Scheinkämpfe. Für sie werden Einflüsse aus spätantik-römischen und

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Literatur

Herborn, W.Die Geschichte der Kölner Fastnacht von den Anfängen bis 1600 (2009)
Hippe, W.Alaaf und Helau: die Geschichte des Karnevals (
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Quellenangabe
Brockhaus, Fastnacht. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/fastnacht