Barock [aus französisch baroque »seltsam«, »wunderlich«, eigentlich »schief«, »unregelmäßig«] der oder

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Begriff

Das Wort (zurückgehend auf »barroca«, portugiesisch »Steinchen«, »unregelmäßige, schiefrunde Perle«) war zuerst ein Kunstausdruck im Juwelierhandwerk: französisch »perle baroque« (16. Jahrhundert), deutsch

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Kunst

Barock ist die Kunst der Gegenreformation und des Absolutismus; wie in der Renaissance waren Kirche und Aristokratie ihre wichtigsten Förderer. Das Streben beider nach Repräsentation verwirklichte sich v. a. in Größe und Pathos der Kunstwerke. Ausgehend von Rom kam die Kunst des Barock vor allem in den katholischen Ländern zur vollen Entfaltung. Besonders die Jesuiten brachten sie nach Norden und nach Lateinamerika (Jesuitenbaukunst). In den protestantischen Gebieten gab es kein geschlossenes Mäzenatentum; es entstanden herausragende Einzelleistungen.

In der Baukunst sind erste

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Literatur

Der durch die Kunstgeschichtsforschung erarbeitete Stilbegriff »barock« führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einer Neubewertung der bis dahin als schwülstig und verstiegen verrufenen Dichtung des 17. Jahrhunderts. Scharfe Kontraste gelten als gemeinsamer Nenner aller barocken Erscheinungen: Leben und Tod, Jetzt und Ewigkeit, Carpe diem und Memento mori, Weltgenuss und religiöse Ekstase. Für den Barockstil ist der Hang zur Übersteigerung, zu kühner Bildhaftigkeit und oft widersprüchlichen Bildern kennzeichnend. Vergleichbar mit der barocken (Fassaden-)Kunst werden die Mittel, das heißt Stil und Form, zulasten

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Musik

Barockmusik heißt seit Anfang der 1920er-Jahre die Musik von etwa 1600 bis 1750, die nach ihren musikalischen Merkmalen auch als Generalbasszeitalter (H. Riemann) oder als Zeitalter des konzertierenden Stils (J. Handschin) bezeichnet wird. Ihrer adäquaten Interpretation haben sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts zahlreiche Ensembles der historischen Aufführungspraxis verschrieben.

Der musikalische Barock ist geprägt von einer Blüte des Virtuosentums, von der neu entstehenden Kunst des Belcanto – beide zusammen besonders eindrücklich dokumentiert im Wirken der Kastraten – sowie vom Entstehen der für

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Wissenschaften ·Theologie ·Philosophie

Das geistige Leben wurde im Wesentlichen von der scholastischen Tradition beherrscht. Lateinunterricht, Kenntnisse des alten Lehrkanons und die christlichen Lehrstücke blieben Inhalt des Schulunterrichts. Auch in den protestantischen Ländern wurde die scholastische Überlieferung weitergeführt. Wenige Lateinschulen oder Universitäten wandten sich neuen Zielen zu, so die Gymnasien in Weißenfels (C. Weise), München (J. Bidermann), Weißenburg in Siebenbürgen (M. Opitz), die neu gegründete Universität Halle. Einzelne überragende Gestalten wie J. A. Comenius oder W. Ratke suchten Allwissen (Pansophie), enzyklopädische Gesamtschau

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Lebensformen

Das heute typisch erscheinende Leben der Barockzeit vollzog sich an den Höfen der weltlichen und geistlichen Fürsten. Sie waren in ihrer Lebensgestaltung besonders vom Hof in Paris beeinflusst, auch in den Grundzügen der Politik. Die Gesellschaft war ständisch geordnet. Der »Galanthomme« wurde zum Leitbild. Die Sprache der Höfe und der gehobenen

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Weitere Medien

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Sankt Pölten: Dreifaltigkeitssäule

Die Dreifaltigkeitssäule auf dem Rathausplatz von Sankt Pölten (Niederösterreich) wurde 1767-82 geschaffen. Im Hintergrund die barocke Franziskanerkirche.

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Quellenangabe
Brockhaus, Barock. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/barock