Wissenschaft [zu Wissen], das jeweils historisch, sozial oder sonst wie kollektiv bezogene System menschlichen Wissens, das nach je spezifischen Kriterien erhoben, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird; eine Gesamtheit von Erkenntnissen, die sich auf einen Gegenstandsbereich beziehen, nach bestimmten Regeln erworben und nach bestimmten Mustern, gegebenenfalls

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Theoriebildung und Einteilungsmöglichkeiten der Wissenschaft

Die Ausdifferenzierung der Wissenschaft nach unterschiedlichen Kriterien ist sowohl eine Bedingung als auch eine Folgeerscheinung wissenschaftlichen Fortschritts und stellt selbst zugleich ein Arbeitsfeld der Wissenschaft (Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte) dar. Neben einem Kollektivsingular »die Wissenschaft« als Bezeichnung für das systematische beziehungsweise rational erzeugte Ganze menschlichen Wissens (möglicherweise in einer jeweils konkreten, einzelgesellschaftlichen, d. h. auch begrenzten Perspektive) lassen sich Einzelwissenschaften benennen (z. B. Medizin, Psychologie, Astronomie), die sich auf ein bestimmtes Themenfeld beziehungsweise einen begrenzbaren Objektbereich beziehen und die ihrerseits in einen theoretischen (Grundlagenforschung,

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Zur Geschichte der Wissenschaften

In der Antike, ebenso wieder zu Beginn der Neuzeit standen weniger die Ordnung des Wissens und dessen Differenzierung innerhalb des Systems der Wissenschaften im Mittelpunkt des Interesses. Vielmehr war der lebenspraktische, im Besonderen auch der für die Bildung und den Charakter des Subjekts wichtige Bezug maßgeblich; eine Orientierungsgröße, die in der Geschichte der Wissenschaften zeitweise, so in der scholastischen Philosophie, ebenso aber auch in der positivistisch-rationalistischen Ordnung des Wissens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in aktuellen Systemtheorien, eher

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Perspektiven

In der Wissenschaftsgeschichte ist es üblich geworden, den letzten Jahrhunderten jeweils eine Leitwissenschaft zuzuordnen: so dem 17. Jahrhundert die Mathematik (Descartes, G. W. Leibniz, Newton), dem 18. Jahrhundert die Physik (Newton, C. Huygens), dem 19. Jahrhundert die Chemie (J. Dalton, J. Liebig), dem 20. Jahrhundert die Biologie (J. D. Watson/F. Crick, M. Eigen, J. C. Eccles); dies allerdings auch in dem Sinne, dass sich damit ein Feld für innerwissenschaftliche und jene externen Fragestellungen und Diskussionen ergeben hat, in denen sich die Orientierungssuche und jene sozialen Erwartungen zeigen, die in Geschichte und

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Quellenangabe
Brockhaus, Wissenschaft. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/wissenschaft