Patriarchat, Sozialwissenschaften: [griechisch »Vaterherrschaft«] das, -(e)s, semantisch vieldeutiger Begriff innerhalb der

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Begriffsgeschichte

Allgemeinere Verbreitung hat der Begriff Patriarchat als Bezeichnung für die Universalität der jahrtausendelang ungebrochenen wirtschaftlichen, rechtlichen und kulturellen Männerherrschaft beziehungsweise Männerdominanz durch die neue Frauenbewegung und die feministische Wissenschaft erlangt. – Geläufiger als der Begriff Patriarchat war im Deutschen stets das Adjektiv »patriarchalisch«. Früher charakterisierte es das

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Ursprung und Erscheinungsformen des Patriarchats

Die von feministischen Theoretikerinnen angeregte und von einzelnen Kulturwissenschaftlern (besonders von E. Bornemann) aufgegriffene Diskussion über die Frage nach dem Ursprung und den Konstitutionsbedingungen des Patriarchats hat zu keinen gesicherten und wissenschaftlich konsensfähigen Ergebnissen geführt. Häufig wird die Entstehung des Patriarchats mit der neolithischen Revolution (Erfindung von Metallwaffen, Einführung sesshafter Ökonomie mit Ackerbau und Entstehung komplexer, arbeitsteiliger Produktions- und Organisationsformen) in Zusammenhang gebracht, in deren Verlauf sich männerzentrierte Deszendenz- (Patrilinearität) und Residenzmuster (Patrilokalität) durchsetzten. Es hat sich jedoch als unmöglich erwiesen,

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Die Diskussion in der neueren Frauenbewegung

Das patriarchale Leitbild hat im ausgehenden 20. beziehungsweise beginnenden 21. Jahrhundert in den entwickelten Industriestaaten seine ökonomisch-sozialen Grundlagen wie seine ideologische Legitimation weitgehend eingebüßt. Gesellschaftliche Individualisierungstendenzen, die auch auf Familie und Ehe übergreifen, die wachsende Berufstätigkeit und materielle Unabhängigkeit der Frau vom Mann wie auch die durch die

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Quellenangabe
Brockhaus, Patriarchat (Sozialwissenschaften). http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/patriarchat-sozialwissenschaften