Konservativismus der, -, Konservatismus, im allgemeinen Sprachgebrauch eine geistige, soziale und politische Haltung, die überlieferte Werte und überkommene Ordnungen bejaht und zu erhalten sucht, am Althergebrachten festhält und sich nur ungern auf Neuerungen einlässt (K. Mannheim). M. Weber brachte diese Grundhaltung in Zusammenhang mit dem Traditionalismus

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Bedeutungsebenen und Erscheinungsformen

Zwei gegensätzliche Funktionen konservativen Denkens können unterschieden werden: 1) als Rechtfertigungsideologie bestehender, auch überkommener Herrschaftsverhältnisse (sozialapologetische Grundhaltung), 2) als Erinnerung an die (für unabdingbar gehaltenen) Grundlagen menschlicher Existenz (transzendentalsoziologische Grundhaltung).

In sozialapologetischer Grundhaltung setzen sich bestimmte herrschende Klassen und Gruppen (Adel, Klerus, Militär, Bürgertum) gegen neue, sie bedrohende gesellschaftliche Kräfte zur Wehr. In diesem Sinne

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Von der Aufklärung bis zum Ersten Weltkrieg

Der Konservativismus kam auf als Korrelat und Gegenbewegung zur politisch-sozialen Revolution; er entstammt demselben geistigen Umbruch, dessen Folge Philosophie und Politik der Aufklärung waren. In Auseinandersetzung mit den Ideen der Französischen Revolution von 1789 entfaltete sich der Konservativismus. In Großbritannien vertrat E. Burke die »geschichtliche Kontinuität« als Grundgesetz konservativer Gesinnung; gegen die »Willkür der Mehrheitsherrschaft« vertrat er das »historische Recht«. J. de

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Entwicklungen seit 1918

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie in Deutschland und Österreich-Ungarn (1918) entwickelte der (legitimistisch orientierte) Konservativismus eine vielfach radikale antirepublikanische und antiparlamentarische Haltung, besonders in Gegnerschaft zur Weimarer Republik. In Konkurrenz zu dieser Form des Konservativismus artikulierte sich ein »revolutionärer Konservativismus«; dieser zeigte sich – letztlich das Wesen des Konservativismus aufgebend – als Gegenideologie zu Liberalismus und Sozialismus. Der Schriftsteller A. Moeller van den Bruck vertrat die Idee der »konservativen Revolution«; nach ihm ist es konservativ, »Dinge zu schaffen, die zu erhalten sich lohnt«.

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Quellenangabe
Brockhaus, Konservativismus. http://brockhaus.de/ecs/enzy/article/konservativismus